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Quarz Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Quarz - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: quartz | französisch: quartz

QuarzBild 1: farbloser Bergkristall

Querz - so nannten im Mittelalter Bergleute Mineralien, die kein abbauwürdiges Erz führten. Aus dem Wort Querz entwickelte sich später der Name Quarz.

Eigenschaften von Quarz
Quarz (chemische Formel: SiO2) ist ein Vertreter der Mineralklasse der Oxide und stellt innerhalb der Oxidminerale die Quarzgruppe dar, die sich durch eine gleiche oder ähnliche Zusammensetzung auszeichnen.
Die Mineralien der Quarzgruppe werden in mikrokristalline Quarze, repräsentiert durch Achat, Chalcedon, Onyx, Karneol und Jaspis und makrokristalline Quarze wie beispielsweise Bergkristall, Citrin, Amethyst, Aventurin, Falken- und Tigerauge, Rosen- und Rauchquarz unterschieden. Daneben existieren amorphe Quarze mit dem bekanntesten Vertreter Opale.
Die Farbe von Quarz ist bedingt durch Beimengungen diverser Elemente oder Fehlern im Kristallgitterbau sehr unterschiedlich – rosa, durchsichtig, gelb, weiß, grau, rot, grün, braun und schwarz.

Mineral Farbe
Achat weiß, grau, schwarz, orange, braun, rot und grün
Amethyst hellrosa, rotviolett und violett
Ametrin gelb und violett in einem
Aventurin braun, rot, blau und grün
Bergkristall farblos
Blauquarz hell-, mittel und dunkelblau
Citrin gelb bis orange
Eisenkiesel gelb, rotbraun oder braun
Falkenauge bläulich,dunkelgrau oder -grün
Jaspis rote braun, gelb, grün oder gräulich
Karneol orange-rot, rot bis rotbraun 
Milchquarz weiß
Onyx schwarz und schwarz-weiß gebändert
Opal regenbogenfarben-schillernd
Prasem lauchgrün
Prasiolith lauchgrün, mittel- bis graugrün
Rauchquarz hell- bis dunkelbraun, grau und schwarz
Rosenquarz zart- über intensivrosa bis pfirsichfarben
Tigerauge  goldgelb bis goldbraun


Tab. 1: Liste von Quarzen und deren Farben

Farbveränderungen von Quarzen
Mokka-Quarz, Bananen-Quarz, Heidelbeerquarz, Lilien-Quarz, Oliven-Quarz Champagner-Quarz, Erdbeer-Quarz, Cognac-Quarz, Aqua Aura oder Regenbogenbergkristall sind keine weiteren Varietäten von Quarz.
Vielmehr handelt es sich bei den genannten Quarzen um Handelsnamen von Quarzen, deren Farbe nachträglich verändert wurde.
Die gängigsten Methoden, um die Farbe von Quarzen zu verändern, sind das Brennen, die Bestrahlung und die Ummantelung/Beschichtung.
Farbbehandelte Quarze sind teilweise empfindlindlich und reagieren bei dauerhafter Aufbewahrung im Sonnenlicht mit einem schnellen Verblassen der Farbe.
Weitere Informationen: Natürliche und künstliche Farben von Quarzen.

Mineral Ursache der Farbe
Achat Eisen- und Manganverbindungen
Amethyst Eisenoxide und Mangan
Ametrin s. Amethyst und nachträgliches Erhitzen
Aventurin Einschlüsse anderer Mineralien
Bergkristall -
Blauquarz Einschlüsse von Rutil und Krokydolith
Citrin Eisenoxide und -hydroxide und Entstehungstemperaturen
Eisenkiesel Eisenoxide und -hydroxide
Falkenauge Einschlüsse von Krokydolith
Jaspis Eisen, Mangan, Chlorit, Ton und Lehm
Karneol Eisenoxide und -hydroxide
Milchquarz Einschlüsse von Gasen und Flüssigkeiten
Onyx Eisen und Mangan
Opal Aufbau des Minerals
Prasem Einlagerungen von Aktinolith
Prasiolith Entstehungstemperaturen
Rauchquarz radioaktive Strahlung während der Entstehung
Rosenquarz Titanoxide und Mangan
Tigerauge Einlagerungen von Krokydolith

Tab 2: Ursachen der verschiedenen Farben von Quarzen

Die Strichfarbe von Quarz, d.h. die Farbe, die erscheint, wenn man Quarz vorsichtig über ein unglasiertes Porzellantäfelchen (sog. Strichtafel) reibt, ist trotz der Farbvielfalt innerhalb der Quarzgruppe immer weiß. QuarzBild 2: violetter Amethyst

Quarze kristallisieren sowohl im tri- als auch hexagonalen Kristallsystem, anhand dessen Schlussfolgerungen über die Entstehung gemacht werden können. Bis 573°C ist Quarz hexagonal, bei sinkender Temperatur entsteht trigonaler, beständiger Quarz, bei 870°C geht Quarz in Tridymit über, bei 1470°C entsteht Cristobalit. Dieser Vorgang ist reversibel, das Kristallgitter nimmt wieder die ursprüngliche Struktur an, auch wenn der Habitus erhalten bleibt. Deshalb wird Quarz auch als geologisches Thermometer bezeichnet.
Der Bruch ist muschelig-uneben, die Spaltbarkeit unvollkommen. Quarze weisen eine durchsichtige bis durchscheinende Transparenz auf, der Glanz ist glasartig, auf Bruchflächen zeigt sich Fettglanz. Quarz ist mit einer Mohshärte von 7 ein hartes Mineral, das spezifische Gewicht beträgt 2,65.

QuarzBild 3: weißer Milchquarz

Entstehung und Verbreitung von Quarz
Quarz entsteht durch Kristallisation aus silikatischen Gesteinsschmelzen, ist aus diesem Grund auch ein häufig vorkommender Bestandteil in magmatischen Gesteinen. Einige Quarz kristallisieren bevorzugt in Gängen oder Drusen aus.
Metamorphe und sedimentäre Gesteine können Quarz ebenso als Gemengteil und als sedimentäres Bindemittel enthalten.
Steine, bei denen Quarz an der mineralischen Zusammensetzung beteiligt ist, sind unter anderem Granit, Schriftgranit, Gneis, Rhyolith, Quarzit, Trondhjemit, Diorit, Grauwacke und Sandstein.
Nach Feldspat ist Quarz das häufigste Mineral der Erde und weltweit in großen Mengen verbreitet.

Verwendung/Bedeutung von Quarz
Quarz bzw. Quarzvarietäten sind beliebte Schmucksteine. Quarze lassen sich ohne viel Materialverlust schleifen und sind dabei hart genug, um als Schmuckstein den Belastungen des Alltags zu trotzen, d.h Quarzschmuck zerkratzt nicht so leicht. Für Quarze werden unterschiedliche Schliffe angewendet. Bei Exemplaren bzw. Varietäten, bei denen die Farbe bzw. das Muster im Vordergrund steht, wie bei Jaspis oder Achat, finden vor allem simple Schliffe Anwendung, wie der Cabochonschliff oder zu Perlen verarbeitet. Quarze, deren Reinheit und Farbigkeit betont werden soll, entfalten ihre Wirkung am besten mit facettierten Schliffen.
Daneben ist Quarz ein bedeutendes Industriemineral, das sowohl in der Elektronik und Technik wie auch als Schwingquarz in Uhren (Alltägliches - Quarzuhren) verwendet wird. Ferner wird pulverisierter Quarz als Zusatzstoff in Waschmittel, Zahnpasta (Alltägliches - Zahnpasta), aber auch Farben eingesetzt und dient ferner als Rohstoff für die Herstellung von Glas, Keramik und Zement.

Nachweis von Quarz
Quarz ist bis auf Flusssäure in keiner weiteren Säure löslich.
Bei mechanischer Belastung lädt sich das Mineral elektrisch auf (Piezoelektrizität), erstmals festgestellt von Pierre Curie 1880. Bei Druck oder Bearbeitung in Form von Hämmern oder Sägen leuchtet Quarz gelb auf.

Siehe auch :
Feldspat, Quarz und Glimmer - die drei vergess´ ich nimmer
Diamant und Bergkristall unterscheiden
Der Unterschied zwischen Mineralen und Gesteinen


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*

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