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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 18.03.2024


Peridot

Peridot - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: peridot | französisch: péridot


peridot Foto
Peridot im Tropfenschliff

Inhaltsverzeichnis Peridot


Peridot und Brasilianischer Smaragd

Über die Bedeutung des Namens Peridot wird seit jeher diskutiert.
Einige Quellen leiten Peridot vom Lateinischen paederos her, was mit Opal, aber auch Kerbel übersetzt wird – und angesichts der Farbe von Kerbel ist eine gewisse Ähnlichkeit zum typischen Peridotgrün nicht von der Hand zu weisen. Der Ursprung von Peridot könnte aber auch im Arabischen liegen, wo Peridot mit Edelstein übersetzt wird. Eine aus dem Griechischen stammende Herleitung des Namens bezieht sich auf die vielen Kristallflächen des grünen Minerals.

In der älteren mineralogischen Literatur findet man Peridot noch unter der Bezeichnung Brasilianischer Smaragd (Emeraude du Bresil). Der schwedische Mineraloge und Chemiker Johan Gottschalk Wallerius (1709 bis 1785) beschreibt 1778 in seinen Ausführungen zum „Systema Mineralogicum“ Peridot als „Smaragdus viridi flavescens“ - grüngelber Smaragd und sah zum damaligen Zeitpunkt weniger die Zugehörigkeit von Peridot zur Olivin-Gruppe. Vielmehr betrachtete Wallerius Peridot als eine Varietät von Smaragd, einem Mineral der Beryll-Gruppe. Eine Tatsache, die nicht verwundert, denn in der Vergangenheit wurden oftmals viele grüne Steine unter dem Begriff Smaragd zusammengefasst, ohne weiter auf die Bestimmung bzw. das eigentliche Mineral einzugehen. Smaragd wird nämlich aus dem Griechischen mit grün übersetzt.

olivijn - Aufnahme des Minerals
Peridot-Nugget


Eigenschaften von Peridot

Das Mineral Peridot wird häufig mit dem Begriff Olivin gleichgesetzt. Tatsächlich handelt es sich bei Peridot um eine Varietät der Olivin-Gruppe; kurz: Olivin. Die Olivin-Gruppe umfasst mehrere Mineralien vergleichbarer chemischer Zusammensetzung, darunter u.a. Fayalit, Forsterit und Tephroit.
Peridot wiederum ist die Umschreibung besonders reiner und intensiv gelb-grüner Forsterit-Kristalle.
Chemisch betrachtet besteht Peridot aus [(Mg,Fe)2SiO4] und wird damit zur Mineralklasse der Silikate gezählt.

Peridot kristallisiert dem orthorhombischen Kristallsystem folgend und bildet massige, kurze und prismatische Kristalle.

Peridot zeichnet sich durch einen glasartigen, teilweise auch fettigen Glanz bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz aus. Auch wenn der Mineraloge Max Bauer 1896 der Ansicht war, Peridot ist "ganz klar und durchsichtig, von der vollkommensten Reinheit und ihne die geringsten Trübungen und Fehler", kann die Reinheit der grünen Steine durchaus durch Einschlüsse von Gasen, Flüssigkeiten, Heilungsrissen (Adama et al. 2009) und Fremdmineralien im Kristall ursächlich mit Einschlüssen von anderen Mineralien begründet, getrübt werden, allen voran Chromit, der als pünktchenförmiger Einschluss erkennbar ist, sowie Ludwigit in Form nadelförmiger Inklusionen und Biotit/Glimmer in Gestalt von kleinen Flöckchen. Überlagern sich nadelförmige Einschlüsse kann Peridot in seltenen Fällen auch über einen Asterismus, Sterneffekt, verfügen.
Berichte führender Mineralogen zeigen, dass insbesondere die Reinheit größerer Kristalle - Kane (2004) nennt ein Gewicht von mehr als 5 bis 20 Karat - makellos ist.
Der Bruch des grünen Minerals muschelig, die Spaltbarkeit ist unvollkommen.

Mit einer Mohshärte von 6,5 bis 7 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Carl Friedrich Christian Mohs (1773 bis 1839) gilt Peridot als ein hartes Mineral, das den Status Edelstein erhält. Lediglich Mineralien mit einer Härte über 7 erfüllen das Kriterium der Edelsteinhärte. Die Dichte von Peridot beträgt 3,27 bis 3,37 g/cm³.



peridootti - Mineral und Kristalle
Peridotkristalle auf Basalt


Die Farbe von Peridot

Ein Synonym für Peridot ist Chrysolith, was mit Goldstein übersetzt wird und eine treffende Umschreibung des Minerals Peridot ist. Die Farbe von Peridot ist grün, sehr häufig flaschengrün, möglich sind aber auch goldgrüne und braunstichige Kristalle.

In den Mineralogiebüchern der Vergangenheit fällt die Beschreibung der Farbe von Peridot etwas detaillierter und poetischer aus. So beschreibt das Biblische Real-Lexicon aus dem Jahr 1787, dass Peridot "eine schöne apfelgrüne Farbe" hat. Der Naturforscher Lorenz Oken (1779 bis 1851) beschreibt das Peridotgrün als "pistaciengrün und olivengrün" und der Mineraloge Max Bauer (1844 bis 1917) zieht den Vergleich mit "grünen Weinflaschen", während Mohs et al. (1832) noch "fast spargel- und grasgrün, isabell- und ockergelb, gelblichbraun" hinzufügen.

Das farbgebende Element von Peridot ist Eisen, weshalb einige Steine bei längeren Aufenthalt an der Luft infolge der Eisengehalte grünlichbraun bis braun oxidieren. Teilweise beträgt der Eisenwert in Peridot bis zu 15 %, was sich in einer intensiv grünen Farbe äußert, während ein erhöhter Gehalt an Magnesium das Mineral gelblicher wirken lässt.

Das markante Grün von Peridot findet sich bei einer Reihe anderer Mineralien wieder, weshalb insbesondere die Verwechslung mit Chrysopras, Prasiolith und Prasem/Quarz, Verdelith/Turmalin, Apatit, Prehnit, Moldavit sowie Demantoid/grünem Granat nahe liegt.
Außerdem werden im Handel Peridot-Imitationen aus Zirkonia, synthetischem Spinell oder Glas angeboten.

Im Gegensatz zu vielen anderen Mineralien, die zu Schmuck verarbeitet werden, und deshalb einer „Schönheitsbehandlung“ zwecks Korrektur, Intensivierung oder Änderung der Farbe durch Brennen oder Bestrahlen unterzogen werden, ist die Farbe von Peridot zu 100 % natürlich bzw. unbehandelt. In einigen Fällen wird lediglich vor dem Einsetzen in Schmuckfassungen farbige Folie angebracht, um das Peridotgrün zu intensivieren, wie Max Bauer schon 1896 schrieb: "Farbe und Glanz werden vielfach durch eine Goldfolie, bei sehr blassen auch durch eine grüne Folie verbessert".

Die Strichfarbe von Peridot – die Farbe, die erscheint, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird – ist immer weiß.


Entstehung und Verbreitung von Peridot

Peridot als Mineral magmatischen Ursprungs ist eines der ersten Minerale, das aus vulkanischen Gesteinsschmelzen auskristallisiert. Die entsprechenden Muttergesteine von Peridot sind neben Basalt auch magmatische Gesteine wie Gabbro und Peridotit.

Erwähnenswerte Peridot-Vorkommen befinden sich zum Beispiel in Island; Norwegen; Frankeich; Eifel und Siebengebirge/Deutschland; Steiermark/Österreich; Kanarische Inseln/Spanien; Italien; Russland; Pakistan (Kaschmir-Peridot); China; Myanmar; Australien; Brasilien; Kanada und in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Peridot

Aufgrund der Tatsache, dass Peridot wirtschaftlich bedeutsame Mengen an Nickel, dem Edelmetall Platin und Chrom aufweist, ist das Mineral für die Gewinnung der Metalle von Bedeutung.
Weit häufiger wird Peridot jedoch zu Schmuck (Ketten, Anhänger, Ringe, Ohrringe, Armbänder) verarbeitet, gilt als Juliäumsstein zum 16. Hochzeitstag, Geburtsstein für den Monat August sowie Sternzeichenstein für Löwen und wird als Heilstein gehandelt, wobei die Heilwirkung von Peridot in klinischen Untersuchungen nicht bestätigt werden konnte.


Peridot und Schmuck

Peridot-Schmuck setzt auf die Verwendung von facettierten Steinen. Durch die Vielzahl an Schleifflächen wird nicht nur die Reinheit der Kristalle, sondern auch die Farbe betont bzw. die im Spiel mit dem Licht entstehenden Grünnuancen.
Besonders häufig findet man Peridot in Form vom Rundschliff, Ovalschliff, Tropfenschliff, Antikschliff, Trilliantschliff, Carréschliff, Navette/Marquiseschliff, Prinzess-Schliff oder Herzschliff.

Peridot von trüber Transparenz wird dahingegen mit Glattschliffen wie dem Cabochonschliff versehen, der durch die glatt polierte Oberfläche den Glanz und die Farbe des Minerals betont.

Das Tragen von Rohsteinschmuck ist eine der ältesten Arten von Peridot-Schmuck. Dazu werden die Steine gebohrt und als Kettenanhänger getragen oder mittels Krappen- oder Zargenfassung als Ohrringe oder Ringe designt. Eine der ältesten Arten, Peridot als Schmuck zu tragen, ist das Tragen von Rohsteinschmuck


Der Wert von Peridot

Die Aussage des Mineralogen Max Bauer gegen Ende des 19. Jahrhunderts über den Preis von Peridot - "so werden grosse, reine und verhältnissmässig dunkel gefärbte Stücke am besten bezahlt" - hat auch heute noch Gültigkeit.
Bei Peridot gilt die Devise: je größer, desto reiner. Gepaart mit der Qualität von Farbe und Schliff ergibt sich ein Konglomerat an Kritierien, nach denen der Wert von Peridot relativ objektiv ermittelt werden kann. Anders als bei Diamanten, deren Farbe und Reinheit anhand von Vergleichstabellen en detail bestimmt wird, gibt es kein weltweit gültiges System der Qualitätskontrolle von Farbedelsteinen (Näheres: A, AA, AAA und die Qualität von farbigen Edelsteinen).
Als Optimum der Farbe gilt ein reines Grasgrün, ohne dass die Farbe ins Gelbe oder Braune geht. Bei geschliffenen Steinen spielt die Anzahl der für einen bestimmten Schliff typischen Facetten und die korrekte Ausführung des Schliffs eine tragende Rolle.
Abhängig von der Farbe und Reinheit, dem Gewicht und Schliff ergibt sich eine große Preisspanne. Bräunlichgrüner Peridot oder Peridot mit ausgeprägtem Gelbstich kosten zwischen 20 und 80 Euro pro Karat, während der Preis für die hochwertigsten Peridotkristalle zwischen 200 und 350 Euro pro Karat liegt.


Nachweis und Bestimmung von Peridot

Peridot löst sich bei Kontakt mit Salz- wie auch mit Salpetersäure auf und wird gelig (Gelantisierung). Ferner weist Peridot einen schwach bis intensiv grünen Pleochroismus auf.


Auch interessant:



Quellen:
⇒ Wallerius, J. G. (1778): Systema mineralogicum, Band 1
⇒ Schröter, J. S. (1782): Peridot. IN: Lithologisches Real- und Verballexicon. Band 5
Chrysolith. IN: Biblisches Real-Lexicon (1787)
⇒ Delamétherie, J. C. (1797): Theorie der Erde
⇒ Haüy, R. J. und Karsten, D. L. G. (1806): Peridot. IN: Lehrbuch der Mineralogie
⇒ Oken, L. (1813): Sippschaft der Olivine. IN: Mineralogie
⇒ Mohs, F. und Zippe, F. X. (1832): Leichtfassliche Anfangsgrunde der Naturgeschichte des Mineralreiches, zum Gebrauche bei seinen Vorlesungen uber die Mineralogie
⇒ Keferstein, C. (1849): Unsere Gattung Chrysolith oder Peridot und Olivin. IN: Mineralogia polyglotta
⇒ Bauer, M. (1896): Olivin (Chrysolith, Peridot). IN: Edelsteinkunde
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Kane, R. (2004): The Creation of a magnificent Suite of Peridot Jewelry - From the Himalayas to Fifth Avenue. IN: Gems & Gemology, Winter 2004
⇒ Adamo, I., Bocchio, R., Pavese,A. und Prosperi, L. (2009): Characterization of Peridot from Sardinia, Italy. IN: Gems & Gemolgy, Summer 2009
⇒ Williams, B. und Williams. C. (2020): Burmese Star Peridot. IN: Gems & Gemology, Spring 2020
www.gia.edu - Peridot Quality Factors
www.mindat.org - Peridot

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