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Friedrich Mohs - Erfinder der Mohshärte



Der Name Carl Friedrich Christian Mohs ist unweigerlich mit Mineralen verknüpft. Stichwort Mohshärte. Mohs führte seinerzeit eine Skala ein, die die Härte von Mineralen in zehn Stufen unterscheidet. Und obwohl diese Einteilung bereits vor langer Zeit entwickelt wurde, ist die Mohsskala bis heute ein wichtiges und praxisnahes Werkzeug.



Ein Mineraloge aus dem Harz

Carl Friedrich Christian Mohs wurde am 29. Januar 1773 als das älteste von sechs Kindern in Gernrode im Harz geboren.

Mohs verbrachte sowohl seine Kindheit als auch Schulzeit in der Stadt nahe Wernigerode und bis heute erinnert man vielerorts an den berühmten Sohn der Stadt. Im Schulgebäude, das Mohs einst besuchte, ist mittlerweile das Schul- und Stadtmuseum Gernrode untergebracht. Zudem wurde ihm in der Nähe des Rathauses ein Gedenkstein gesetzt, der an sein Wirken erinnert.

Bevor Mohs sich als Mineraloge einen Namen machte, begann er vergleichsweise spät mit dem Studium. Im Alter von 23 Jahren nahm er 1796 in Halle an der Saale zunächst ein Studium der Mathematik, Physik und Chemie auf. Der Montanwissenschaftler Wilhelm Fuchs (1802 bis 1853) erklärte diesen späten Studienbeginn mit Mohs’ gesundheitlicher „Kränklichkeit“.
Die Mathematik gehörte nach Fuchs nicht zu Mohs’ bevorzugten Fächern, doch da sein Vater Kaufmann war, schien dieser Weg zunächst naheliegend. Die Physik und Chemie erwiesen sich jedoch als wegweisend. Über diese Disziplinen kam Mohs erstmals intensiver mit der Mineralogie in Berührung und fand damit sein eigentliches Fachgebiet.
Schließlich wechselte er nach Freiberg in Sachsen, um an der Königlichen Sächsischen Bergakademie Mineralogie und Lagerstättenkunde zu studieren. Zu seinen Dozenten zählte unter anderem Abraham Gottlob Werner, der als „Vater der wissenschaftlichen Mineralogie“ gilt.


friedrich mohs
Friedrich Mohs

Mohs in Wien

Nach dem Ende seines Studiums in Freiberg erhielt Carl Friedrich Christian Mohs im Jahr 1801 eine Anstellung als Grubenvorarbeiter in Neudorf im Harz. Seine Aufgabe bestand darin, den Bergbau zu modernisieren und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in die Arbeit unter Tage zu integrieren.

Sein Ruf als Mineraloge verbreitete sich schon bald in Europa. Kurze Zeit später wurde ihm unter der Federführung des Chemikers und Mineralogen Richard Kirwan (1733 bis 1812) in Dublin die Aufgabe anvertraut, ein Institut aufzubauen, das der Bergakademie in Freiberg ähneln sollte. Doch die politischen Unruhen in Irland ließen das Projekt allerdings zum Erliegen.

Mohs blieb dennoch nicht untätig. Einer Einladung des niederländischen Bankiers J. F. van der Null folgend, ging er 1802 nach Wien, um dessen umfangreiche Mineraliensammlung systematisch zu ordnen und wissenschaftlich zu strukturieren.

Dank seiner wissenschaftlichen Fähigkeiten war Mohs zu einer Größe in der Fachwelt geworden. Immer wieder ging er im Dienste der Mineralogie auf Forschungsreisen in Österreich oder ins Ausland. So besuchte er etwa Schemnitz (heute Banská Štiavnica in der Slowakei), um die dortige Bergakademie und den regionalen Bergbau kennenzulernen.
Im Jahr 1810 erhielt Mohs den Auftrag, in Österreich und Böhmen Vorkommen von Porzellanerde bzw. Kaolin ausfindig zu machen. Nachdem das „Geheimnis“ des feinen weißen chinesischen Porzellans gelüftet war, gewann auch die europäische Porzellanherstellung zunehmend Interesse daran, hochwertige Produkte aus heimischen Rohstoffen zu fertigen.

Zur gleichen Zeit lernte Mohs Erzherzog Johann von Österreich (1782 bis 1859) kennen, der ihn mit der Mitwirkung an der Gründung des Universalmuseums Joanneum in Graz betraute.


Gedenktafel für C.F.C. Mohs in Wien


Professor in Graz und die Mohs-Skala

Parallel dazu wurde Mohs 1812 zum Professor der Mineralogie berufen. Von 1812 bis 1818 lehrte er am Joanneum in Graz – und entwickelte dort 1817 die nach ihm benannte Mohs’sche Härteskala, die Mineralien in zehn Härtegrade einteilt und bis heute Verwendung findet.


Rückkehr nach Freiberg

Im Jahr 1818 kehrte Mohs an die Bergakademie nach Freiberg zurück, wo er bis 1826 als Dozent tätig war. Der Impuls, diese Stelle anzunehmen, ging auf keinen Geringeren als Abraham Gottlob Werner zurück. Für Mohs bedeutete diese Berufung einen Höhepunkt seiner Laufbahn.

Im Herbst 1818 bezog er gemeinsam mit seiner Schwester Wilhelmine und dem Mineralogen sowie Geologen Wilhelm Haidinger (1795 bis 1871) eine Wohnung am einstigen Aschmarkt in Freiberg.


Wien als Zentrum seines Wirkens

Ab 1826 lebte Mohs erneut in Wien, wo er bis zu seinem Tod im Mineralien-Cabinet Vorlesungen hielt.
Sein Ziel war es, Mineralogie verständlich und anschaulich zu vermitteln und die mineralogischen Sammlungen auf dieser Grundlage neu zu ordnen.

Mohs stand in engem Austausch mit führenden Gelehrten seiner Zeit, darunter Abraham Gottlob Werner, Matthias Anker, Wilhelm Haidinger, Robert Jameson, Johann Carl Freiesleben, David Brewster, Alexander von Humboldt, Friedrich Naumann, Franz Xaver Zippe, Wilhelm August Lampadius und Julius Weisbach. Außerdem war er wesentlich an der Gründung des Montanistischen Museums beteiligt, aus dem später die Geologische Bundesanstalt hervorging.

Im Jahr 1828 heiratete Mohs Josephine Fiala, die Schwester seines Freundes Franz Fiala. Die Ehe blieb kinderlos.

Bis 1835 hielt Mohs Vorlesungen an der Universität Wien. Wilhelm Fuchs zählte sie zu den „ausgezeichnetsten, die je in den österreichischen Staaten gehört wurden“. Mohs galt als begnadeter Redner, der Begeisterung weckte und sich aufgrund seines umfassenden Wissens schon zu Lebzeiten einen Namen als Koryphäe der Mineralogie gemacht hatte.
Ein besonderes Anliegen war ihm zudem die visuelle Darstellung seines Fachs. Er ließ große Kristallmodelle anfertigen, fertigte selbst Zeichnungen an und trug so dazu bei, dass Mineralogie auf mehr Interesse stieß.


Die letzte Reise

Seine letzte Reise führte Mohs nach Italien. Er wollte die Vulkane des Landes persönlich erleben. Die Unternehmung war jedoch beschwerlich, da er bereits von geschwächter Gesundheit war. Geplant war eine Route von München über Bozen nach Vicenza. Bis Bozen kam er noch, dann erkrankte er an Dysenterie (Ruhr). Mohs verstarb im Alter von 66 Jahren am 29. September 1839 in Agordo in Italien. Später wurde er auf dem Wiener Zentralfriedhof bestattet.

An seinem ehemaligen Wohnort in der Hohlweggasse 31 im 3. Bezirk wurde Mohs zu Ehren 1967 eine Gedenktafel angebracht. Diese zeigt nicht nur ein Porträt des Mineralogen, sondern auch verschiedene Mineralien und die entsprechenden Härtegrade, symbolische Hinweise auf ihre Vorkommen (etwa in Lagerstätten unter Tage, im Wald oder im Gebirge) sowie kristallographische Formen.


Mohs und die Härte von Mineralien

Mohs wurde mit der Skala der Mohshärte seinerzeit weltweit über die Grenzen Österreichs bekannt.
Die Anfänge der nach ihm benannten Mohshärte bzw. Mohsskala werden auf das Jahr 1817 datiert, als Mohs sich erste Gedanken um eine neue Ordnung der Mineralien machte.

1822 folgte in seinem Grundriss der Mineralogie im Kapitel „Die Härte. Grade der Härte und das Verfahren, sie zu bestimmen“ eine ausführliche Beschreibung der Sortierung von Mineralien der Härte nach. Detailliert beschreibt Mohs, welche Überlegungen und kristallographischen Fakten er heranzieht, um Mineralien der Härte nach zu ordnen.

Mohs stellte fest, dass sich die Mineralien grob in 10 Härtegrade unterscheiden lassen, inklusive Abstufungen, bspw. 6,5, und legt fest, dass die Angabe der Härte von 1 beginnend aufsteigend zum Härtegrad 10 immer härter wird. „Das Null in dieser Skala ist die Flüssigkeit“ (Mohs 1822).

Tabelle 1: Die 10 Härtegrade und Referenzmineralien nach Mohs
MohshärteReferenzmineralAnmerkung
1prismatischer Kalkglimmer = Margarit, tatsächliche Mohshärte 4
2prismatisches Gyps-Haloid = Gips
3rhomboedrisches Kalk-Haloid = Calcit
4octaedrisches Flußhaloid= Fluorit
5rhomboedrisches Fluß-Haloid/Spargelstein = Apatit
6prismatischer Feld-Spath Feldspat
7rhomboedrischer Quarz Quarz
8prismatischer Topas Topas
9rhomboedrischer KorundKorund
10octaedrischer Demant Diamant


Zur Bestimmung der Mohshärte empfiehlt Mohs, das zu untersuchende Mineral mit den Referenzmineralien von 10 absteigend beginnend zu prüfen. Solange das Untersuchungsmineral in der Lage ist, der Referenzmineral oberflächlich zu ritzen, ist es härter. Erst wenn das Untersuchungsmineral keine Kratzer auf dem Härte-Referenzmineral hinterlässt, hat man die Härte bestimmt.
Auch heute noch wird die Härte von Mineralien mittels Referenzmineralien getestet bzw. bestimmt.


Weiche, harte und sehr harte Mineralien

Angelehnt an die Mohsskala werden Mineralien der Härte nach unterschieden:


Mineralogische Abhandlungen von Friedrich Mohs

Jahr Beispiele
1804 Ausführliche Beschreibung der Grube Himmelsfürst bei Freiberg
1804 Des Herrn J. F. von der Null Mineralien - Kabinett nach einem durchaus auf äußere Kennzeichen gegründeten Systeme geordnet
1812 Versuch einer Elementar-Methode zur naturhistorischen Bestimmung und Erkennung von Fossilien
1820 Die Charaktere der Klassen, Ordnungen, Geschlechter und Arten oder Charakteristik des naturhistorischen Mineral-Systems
1822/24 Grundriss der Mineralogie (zwei Teile)
1832/1838 Leichtfassliche Anfangsgründe der Naturgeschichte des Mineralreiches (zwei Teile)
1838 Anleitung zum Schürfen


Weitere Persönlichkeiten der Mineralogie, Geologie und Paläontologie:



Quellen:

Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2026



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