Die Mineralogie ist die Wissenschaft von den Eigenschaften, der Entstehung und den Verwendungsmöglichkeiten von Mineralien. Während im wissenschaftlichen Kontext der Begriff Minerale verwendet wird, hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch die Bezeichnung Mineralien eingebürgert.
Unter dem Begriff Mineral (Mehrzahl Minerale oder Mineralien) werden Festkörper mit stofflich einheitlicher Zusammensetzung zusammengefasst, die natürlich entstanden sind.
Mit der Erfassung aller weltweit vorkommenden Mineralien beschäftigt sich die International Mineralogical Association (IMA). Den Angaben der IMA zufolge existieren derzeit 6145 verschiedene Mineralien (Stand: Juli 2025). Jedes Jahr steigt die Zahl der bekannten Mineralien um etwa 100 bis 150 neue Exemplare. In der Öffentlichkeit erfährt man davon jedoch nur selten, da es sich meist um Kristalle handelt, die entweder wirtschaftlich unbedeutend, mikroskopisch klein oder äußerst selten sind.

Häufig werden die Begriffe Mineralien und Gesteine synonym gebraucht. Tatsächlich besteht jedoch ein wesentlicher Unterschied: Gesteine sind Aggregate aus Mineralien; das heißt: die Bausteine von Gesteinen sind Mineralien.
In Anlehnung an die mineralischen Bestandteile von Gesteinen werden Gesteine in monomineralische und polymineralische Gesteine unterschieden.
Monomineralische Gesteine wie etwa Quarzit, Sandstein oder Marmor bestehen im Wesentlichen aus nur einem Mineral. Polymineralische Gesteine wie Lapislazuli, Granit, Gneis oder Larvikit enthalten dagegen eine Vielzahl unterschiedlicher Mineralien.
Darüber hinaus wird bei Gesteinen auch die absolute Menge der einzelnen Mineralien betrachtet, sodass sich folgende Unterscheidungen ergeben:

Im Handel begegnen einem im Zusammenhang mit Mineralien außerdem die Bezeichnungen Edelstein, Halbedelstein und Schmuckstein. Häufig werden diese im gleichen Atemzug genannt, auch wenn laut die Bedeutung beziehungsweise Definition eine andere ist.
Als Edelsteine gelten Mineralien mit folgenden Merkmalen:
Zu den Hauptkriterien für Edelsteine zählen Mohshärte, Seltenheit und Schönheit. Härte und Seltenheit lassen sich über die Mohsskala und die Häufigkeit der Vorkommen des Minerals eindeutig bestimmen.
Die Schönheit eines Minerals hingegen ist komplexer zu bewerten und umfasst vor allem
Farbe, Reinheit und Glanz.
Dabei stellt sich die Frage, ob die Farbe im Mineral gleichmäßig verteilt oder fleckig wirkt, ob der Farbton durch Behandlungen korrigiert, verändert oder intensiviert wurde und ob es sich um eine natürliche Färbung handelt. Bei der Reinheit gilt: Ist das Mineral lupenrein oder beeinträchtigen Einschlüsse von Gasen, Flüssigkeiten oder anderen Mineralien die Transparenz?
All diese Faktoren fließen nicht nur die Bewertung eines Edelsteins und dessen Preis ein, sondern bestimmen auch über die Verwendung. Nur Steine von hoher Qualität gelangen in die Schmuckverarbeitung oder werden als Wertanlage gehandelt. Exemplare minderer Qualität finden dagegen in anderen Bereichen Verwendung, etwa als Industriemineralien.
Die Liste der Edelsteine ist lang; zu den bekanntesten Edelsteinen zählen u.a. Diamant, Korund (Rubin, Saphir, Leukospahir), Spinell, Topas, Alexandrit, Musgravit, Heliodor, Morganit, Bixbit, Painit, Goshenit, Phenakit, Aquamarin, Cordierit, Chrysoberyll und Danburit.
Alle Mineralien, die nicht den strengen Kriterien der Edelsteindefinition entsprechen, wurden früher als Halbedelsteine bezeichnet. Da dieser Begriff jedoch ein wertminderndes Image vermittelt, setzt sich heute zunehmend die neutralere Bezeichnung Schmucksteine durch. Verwirrung kann dennoch entstehen, da auch eingefasste Edelsteine im Schmuckhandel oft als Schmucksteine bezeichnet werden.
Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter Mineralien häufig anorganische Nährstoffe, die über Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden müssen, da der menschliche Körper diese nicht selbst bilden kann, da Mineralstoffe von großer Bedeutung für die Gesundheit sind.
Korrekt wäre deshalb die Bezeichnung Mineralstoffe, unter die u.a. Eisen, Selen, Iod, Kupfer, Magnesium, Calcium, Mangan, Kalium, Phosphor und Schwefel fallen.
Jedes Mineral besitzt spezifische Eigenschaften, die für Bestimmung von entscheidender Bedeutung sind.
Bei einigen Mineralien ist die Form der Kristalle sowie deren Farbe einzigartig und charakteristisch (z.B. Cavansit, Amethyst, Vanadinit), dass die Identifikation vergleichsweise einfach fällt. Andere Mineralien sehen sich – vor allem als derbe Massen, z.B. Rosenquarz und Morganit, Aquamarin und Blautopas – derart ähnlich, dass die Betrachtung der mineralogischen Eigenschaften für die Bestimmung notwendig ist.
| Eigenschaft | Beschreibung |
| Farbe | farblos, weiß, gelb, orange, rot, rosa, violett, blau, grün, türkis, braun, grau, schwarz, gemischt |
| Strichfarbe | weiß oder farbig |
| Glanz | glasartig, fettig, diamanten, matt, metallisch, seidig, perlmuttartig, wachsig |
| Transparenz | durchsichtig, undurchsichtig/opak, durchscheinend |
| Bruch | muschelig, uneben, glatt, erdig, splittrig, faserig, hakig |
| Spaltbarkeit | sehr vollkommen, vollkommen, gut, deutlich, nicht spaltbar |
| Mohshärte | 1 bis 10 |
| Dichte | sehr leicht bis sehr schwer |
| Tenazität | spröde, mild, schneidbar, geschmeidig, elastisch/unelastisch biegsam |
| Zusammensetzung | chemische Formel/Systematik der Mineralien |
| Fluoreszenz | vorhanden/nicht vorhanden |
| Pleochroismus | nicht vorhanden/vorhanden |
| Radioaktivität | vorhanden/nicht vorhanden |

Die Bestimmung von Mineralen erfolgt zunächst durch Betrachtung. Dazu zählen Glanz, Farbe, Transparenz, Spaltbarkeit, Bruch. Für andere Eigenschaften sind Hilfsmittel notwendig, um beispielsweise die Flammfarbe, das Verhalten in der Flamme, Säuren und Laugen, die Strichfarbe auf der Strichtafel zu ermitteln. Daneben werden die Mohsskala, UV-Lampen zum Nachweis von Fluoreszenz, hydrostatische Waagen zur Dichtebestimmung, Mikroskope zur Untersuchung des Kristallhabitus´, Magnete sowie Geigerzähler zum Nachweis von Radioaktivität herangezogen.
Ergänzend werden auch folgende Verfahren genutzt: Röntgendiffraktometrie (XRD) zur Bestimmung des Kristallgitters, Elektronenmikrosondenanalyse (EMPA) und Rasterelektronenmikroskopie (REM) zur chemischen und strukturellen Untersuchung, Infrarot- und Raman-Spektroskopie zur Identifizierung spezifischer Bindungen, Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA/XRF) zur chemischen Zusammensetzung, Differentialthermoanalyse (DTA) und Thermogravimetrie (TG) zur Untersuchung thermischer Eigenschaften.
Damit steht ein breites Spektrum von einfachen Handmethoden bis hin zu hochentwickelten instrumentellen Verfahren zur Verfügung, das je nach Fragestellung kombiniert wird.
Mineralien werden der Entstehung nach in Primär- und Sekundärmineralien unterschieden.
Primärmineralien entstehen durch Kristallisation aus magmatischen Schmelzen oder Lösungen und gehören damit zu den ersten Mineralien, die sich im Gestein bilden.
Sekundärmineralien entstehen durch a href="https://www.steine-und-minerale.de/magazin/grundlagen/verwitterung-von-gesteinen-26.html">Verwitterung oder Metamorphose aus bereits vorhandenen Primärmineralen.
Darüber hinaus lassen sich Mineralie dem geologischen Ursprung nach in drei große Gruppen einteilen: magmatische, metamorphe und sedimentäre Mineralien.
Nicht alle Minerale sind weltweit verbreitet. Einige treten nur an einem einzigen Fundort auf. Beispiele dafür sind Tansanit, Merelaniit, Putnisit, Painit, Ichnusait, Minguzzit, Charoit und Larimar.
Mitunter ist die Ausbeute an diesen Lagerstätten dennoch so groß, dass ein wirtschaftlicher Abbau möglich ist. Im Vergleich zu anderen Mineralien sind die Kristalle jedoch äußerst selten und erzielen entsprechend hohe Preise. Als besonders exklusiv gelten dabei Musgravit, Jeremejevit, Poudretteit und Serendibit zu den besonders exquisiten Exemplaren zählen.
Anderen mineralischen Seltenheiten kommt dahingegen eine hohe wissenschaftliche Bedeutung zu (z.B. Nevadit).
Mit einem Anteil von über 50 % sind die Mineralien der Feldspatgruppe (u.a. Orthoklas, Mikroklin, Sanidin, Adular, Mondstein, Amazonit, Albit, Anorthit, Oligoklas, Labradorit, Andesin und Bytownit) die global am häufigsten vorkommenden Mineralien.
Gefolgt von den Vertretern der Quarze (u.a. Bergkristall, Amethyst, Citrin, Tigerauge, Prasem, Opal, Achat, Rauchquarz, Milchquarz und Rosenquarz).
Der Preis eines Minerals hängt oft mit der Einstufung als Edelstein zusammen. So wird ein Calcit niemals den monetären Wert eines Diamanten erreichen. Selbst dann nicht, wenn der Calcitkristall im direkten Vergleich ein Vielfaches mehr an Karat (1 Karat = 0,2 g) auf die Feinwaage bringt.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Seltenheit.
Besonders seltene Edelsteine erzielen auf dem Markt astronomische Preise und gelten nicht zuletzt als interessantes Investment. Da die Fundorte überschaubar sind und die Ressourcen endlich, steigen die Preise bestimmter Mineralien mit zunehmender Verknappung stetig an.
Ein Beispiel dafür sind Tansanite, die ausschließlich in den Merelani Hills in Tansania abgebaut werden. Die Blütezeit der intensiv blauen Steine ist vorbei und die Fachwelt rechnet damit, dass die Vorräte in den kommenden 20 Jahren erschöpft sein werden.
Ähnlich verhält es sich mit Fancy Diamanten. Mit einen Anteil von nur etwa 0,1 % an der weltweiten Gesamtfördermenge gehören Farbige Diamanten zu den größten Raritäten des Edelsteinmarktes.
Rund 80 % dieser Farbdiamanten sind gelb oder braun, während rote, rosafarbene, blaue, grüne und violette Exemplare zu den seltensten zählen. Besonders begehrt sind rosafarbene Diamanten, von denen der überwiegende Teil aus der Argyle-Mine in Australien stammte. Da die Lagerstätten erschöpft sind, wurde der Betrieb der Mine im Jahr 2019 eingestellt – ein Umstand, der die Seltenheit und den Wert der Argyle-Diamanten noch zusätzlich steigert.
Das Sammeln von Mineralien ist ein zeitloses, lohnenswertes und schönes Hobby, das nicht nur etwas für Fachleute wie Geologen oder Mineralogen ist. Die schier unzähligen Farben und Formen laden zu einer Reise in die Ursprünge unserer Erde ein. Das Schöne ist, dass sich einige Mineralien, Fossilien und Gesteine mit etwas Aufwand selbst suchen lassen.
Wer einige Jahre Sammler oder Sammlerin ist, wird sich im Laufe der Zeit spezialisieren. Da gibt es dann die Stufensammler, die ihre schönsten Exponate in Vitrinen ausstellen oder die Sammler von Micromounts, die kleine Belegstücke mit dem Mikroskop erkunden. Daneben gibt es auch noch viele andere Spezialisierungen, wie das Sammeln von Kupfermineralien, Erzmineralien, Quarzen und dessen Varietäten, Achaten oder bestimmten regionalen Mineralien (Alpenmineralien, Eifelmineralien etc.).
In einigen Orten finden sich Mineraliensammler und -sammlerinnen in Vereinen zusammen. Das hat viele Vorteile: Es können nicht nur Minerale gemeinsam bestimmt oder getauscht werden. Oftmals organisieren Vereine auch bestimmte Sammeltouren in Bergwerken oder Halden, die einzelne Privatpersonen in der Regel nicht betreten dürfen.
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Quellen: