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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 08.04.2024


Andesin

Andesin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: andesine | französisch: andésine


Andesin - Entdeckt in den Anden

Namenspate des Minerals Andesin ist die gleichnamige Gebirgskette der Anden. In der Provinz Cauca, die sich im Südwesten Kolumbiens befindet, und Teil der Anden ist, wurde das Mineral erstmals gefunden und erhielt im Jahr 1841 den Namen Andesin.
Der Name Andesin wiederum ist dem deutschen Mineralogen Hermann von Abich (1806 bis 1886) zu verdanken, der das Mineral näher untersuchte, nachdem dieses zunächst Pseudoalbit wegen der Ähnlichkeit der Kristalle mit denen von Albit genannt wurde.



Eigenschaften von Andesin

Mit der chemischen Zusammensetzung (Na,Ca)Al(Si,Al)3O8 ist Andesin ein Silikatmineral, das im Speziellen den Feldspaten, genauer den Plagioklasen zugeordnet wird.
Genau genommen handelt es sich bei Andesin um ein Mischkristall, bestehend aus definierten Anteilen der Feldspat-Minerale Albit und Anorthit (siehe Steckbrief Feldspat). Aus diesem Grund hat die International Mineralogical Association (IMA) Andesin nicht den Status als eigenständiges Mineral anerkannt.

Andesin ist von weißer, grauer, gelber, rötlicher bis grüner Farbe.
Bei Andesin mit bläulichem Schimmer handelt es sich um die Andesin-Varietät Belomorit.
Die Strichfarbe des Feldspat-Minerals ist weiß.

Andesin kristallisiert im triklinen Kristallsystem und bildet tafelige Kristalle. Die Aggregate sind körnig oder massig.

Der Glanz von Andesin ist glasartig; auf frischen Spaltflächen präsentiert sich ein perlmuttartiger Glanz. Die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Der Bruch ist uneben bis muschelig-spröde.

Die Mohshärte beträgt 6 bis 6,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) bei einer Dichte von 2,66 bis 2,68 g/cm3.


Entstehung und Verbreitung von Andesin

Andesin entsteht sowohl unter magmatischen wie auch metamorphen Verhältnissen, ist deshalb mitunter auch Bestandteil vieler Gesteine wie Andesit, Granit, Diorit, Granodiorit, Syenit, Migmatit oder Gneis.

Die weltweiten Vorkommen von Andesin erstrecken sich auf Fundorte unter anderem in Schottland; England; Frankreich; Deutschland; Spanien; Italien; Polen; Tschechien; Slowakei; Russland; Japan; Australien; Paraguay; Kolumbien; Kanada und in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Andesin

Da Andesin ein vergleichsweise seltenes Mineral ist, ist es vor allem als Sammlungsmineral von Bedeutung.

Zunehmend gewinnt Andesin als Schmuckstein an Popularität und wird insbesondere im Verkaufs-Fernsehen unter dem Handelsnamen Tibetanit verkauft, wobei der Name Tibetanit kein gängiges Synonym ist.


Nachweis von Andesin

Andesin ist nicht in Säuren löslich, färbt in die Flamme gehalten selbige aufgrund der Calcium- und Natriumgehalte rot bzw. gelb.


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Quellen:
⇒ Berzelius, J. J. (1842): Andesin von Abich "privat mitgetheilt". IN: Jahresbericht über die Fortschritte der Chemie und Mineralogie. Band XXI
⇒ Blum., J. R. (1874): Andesin. IN: Lehrbuch der Mineralogie (Oryktognosie)
⇒ Bauer, M. (1886): Andesin. IN: Lehrbuch der Mineralogie
⇒ Tschermak, G. (1888): Andesin. IN: Lehrbuch der Mineralogie
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
www.mindat.org - Andesine

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