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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 17.04.2024


Albit

Albit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: albite | französisch: albite


Albit Foto
Albit

Albit - Schneeweißer Feldspat

Auch wenn der Name Albit erst seit dem 1815 in den Mineralogiebüchern zu finden ist, war das Mineral in den Jahren zuvor als "krumblättriger Feldspath" oder Tetartin bekannt.
Erst mit den beiden aus Schweden stammenden Chemiker Johan Gottlieb Gahn (1745 bis 1818) sowie Jöns Jakob Berzelius (1779 bis 1848), die das Mineral genauer untersuchten und analysierten, das erstmals in Falun/Schweden entdeckt wurde, erhielt das Mineral den Name Albit. Bei der Wahl des Namens bezogen sich Berzelius und Gahn auf die "oft vorkommende weiße Farbe" (Kenngott, 1857), insofern Albit von der lateinischen Vokabel albus für weiß abgeleitet wurde,


Eigenschaften von Albit

Albit ist ein Silikatmineral bestehend aus NaAlSi3O8/Natrium-Aluminium-Silikat. Innerhalb der Silikate handelt es sich bei Albit um einen Vertreter der Feldspatgruppe; zugleich ist Albit das erste Glied der Plagioklas-Feldspat-Reihe. Cleavelandit, Periklin sowie der Mischkristall Oligoklas sind Varietäten von Albit.

Neben der namensgebenden weißen Farbe kann Albit auch farblos und von grauer, gelber, hellblauer, grüner oder roter Farbe sein.
Die Strichfarbe von Albit ist weiß.

Albit kristallisiert im triklinen Kristallsystem und bildet dicktafelige Kristalle, die auch zu Zwillingen miteinander verwachsen können. Die Aggregate von Albit sind derb und körnig.

Albit weist einen glas- bis perlmuttartigen Glanz bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz, wobei reinweißer Albit an den Kristallkanten gegen das Licht gehalten milchig-trüb erscheint. Der Bruch ist muschelig-uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Albit ist ein mittelhartes Mineral mit einer Mohshärte von 6 bis 6,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839). Mit einer Dichte von 2,5 g/cm³ ist Albit ein leichtes Mineral.


Albite - Mineral und Kristalle
Albit

Entstehung und Verbreitung von Albit

Albit geht aus magmatischen Restschmelzen im hydrothermalen Stadium hervor und ist deshalb häufig in Gängen und Spalten von Gesteinen zu finden.

Entstehungsbedingt ist Albit als mineralischer Bestandteil zahlreicher Gesteine vertreten; vor allem helle magmatische Gesteine wie Granit, aber auch Syenit, Andesit, Rhyolith, Basalt und Diorit sind albithaltig. Albit als Gemengteil in Metamorphiten ist ebenso möglich und steht als Indikator für die Gesteinsmetamorphose im Niedrigtemperatur- und -druckbereich, so bspw. enthalten in Gneisen und Schiefern.
Albit ist kein beständiges Mineral. Im Laufe der Zeit verwittert an der Erdoberfläche befindlicher Albit zu dem Tonmineral Kaolin.

Die Vorkommen von Albit sind häufig mit Tugtupit, Bergkristall/Quarz, Rubellit und Verdelith/Turmalin, Kunzit/Spodumen, Hornblende, Muskovit und Biotit/Glimmer vergesellschaftet.

Albit ist ein weltweit häufig vorkommendes Mineral, das z.B. in Skandinavien; Thüringen, Erzgebirge; Tirol, Zillertal/Österreich; Graubünden, Tessin, Uri/Schweiz; Frankreich; Polen; Ukraine; Tschechien; Südtirol, Aostatal, Sizilien/Italien; Minas Gerais/Brasilien; Quebec/Kanada; Kalifornien, Alaska, New York, Virginia, Connecticut/USA gefunden werden kann.


Verwendung und Bedeutung von Albit

Albit ist als Rohstoff vor allem für die Keramikindustrie von Bedeutung, wird aber auch als Pigment in Farben und Lacken eingesetzt.
Albit, der von besonderer reiner Transparenz ist, wird mitunter zu Schmuck verarbeitet, wobei das Schleifen von Albit aufgrund der ausgeprägten Spaltbarkeit des Minerals mit einem hohen Materialverlust einhergeht.


Nachweis von Albit

In der offenen Flamme verfärbt sich Albit von weiß in gelb, schmilzt dabei aber nur schwer und ist in Säure nicht löslich.



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Quellen:
⇒ Gahn, J. G. und Berzelius, J. (1815): Untersuchungen einiger in der Nähe von Fahlun gefundener Fossilien. IN: Journal für Chemie und Physik. Band XVI
⇒ Oken, L. (1833): Albit. Syn. Kieselspath, Tetartin. IN: Allgemeine Naturgeschichte für alle Stände: Bd. Mineralogie und Geognosie
⇒ Hausmann, J. F. L. (1847): Albit. IN: Handbuch der Mineralogie. System und Geschichte der Mineralkörper
⇒ Bauer, M. (1886): Albit. IN: Lehrbuch der Mineralogie
⇒ Kenngott, G. A. (1857): Albit. IN: Lehrbuch der Mineralogie zum Gebrauche beim Unterricht an Schulen und höheren Lehranstalten
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
www.mindat.org - Albite



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