Logo steine-und-minerale.de

Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 14.04.2024


Biotit

Biotit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: biotite | französisch: biotite


Biotit - Mineral
Tafeliger Biotit aus einem Vulkangestein

Biotit - Ein Dunkelglimmer

Das Mineral Biotit wurde nach Jean-Baptiste Biot (1774 bis 1862) benannt. Der französische Physiker entdeckte als erster, dass es Unterschiede zwischen den Mineralien der Glimmergruppe gibt.

So schreibt Biot 1825: "Unter den Substanzen, welche die Mineralogen in eine einzige Klasse unter dem generischen Glimmer (Mica) vereinigt haben, giebt es viele von sehr verschiedener chemischer Zusammensetzung".

Eine Erkenntnis, die Johann Friedrich Ludwig Hausmann (1782 bis 1859, Mineraloge) im Jahr 1847 veranlasste, das Mineral Biotit zu nennen: "Zur Bezeichnung des sogenannten einachsigen Glimmers ist hier der Name Biotit gewählt worden, um daran zu erinnern, dass Biot es war, der zuerst auf die optische Verschiedenheit der Glimmerarten aufmerksam machte".


Eigenschaften von Biotit

Biotit zählt mit der chemischen Zusammensetzung K(Mg,Fe)3AlSi3O10(OH,F)2 zur Mineralklasse der Silikate und wurde aufgrund der Magnesiumgehalte in der Vergangenheit auch Magnesiumglimmer oder Magnesiaglimmer genannt (siehe Rosenbusch, 1885 und Bauer, 1896).
Innerhalb der Silikatminerale zählt Biotit zur Glimmergruppe und stellt ein Mischkristall, bestehend aus Annit und Phlogopit, dar.
Aus diesem Grund wurde Biotit 1999 auch der Status als eigenständiges Mineral von der International Mineralogical Association (IMA) aberkannt.

Hinsichtlich der verschiedenen Glimmer wird zwischen hellen, aluminiumreichen und dunklen, magnesium- und eisenreichen Varianten unterschieden. Biotit ist das Paradebeispiel für einen Dunkelglimmer, Muskovit steht häufig exemplarisch als Vertreter für die Hellglimmer.

Die Farbe von Biotit ist dunkelgrau, schwarz, dunkelbraun oder –grün,, oder mit den Worten des Mineralogen und Geologen Gustav von Leonhard (1816 bis 1878: Biotit ist"im frischen Zustane von schwarzer bis tombakbrauner Farbe", infolge der Verwitterung nimmt Biotit eine "gelblichbraune Farbe" an, die stets wie für Glimmerminerale typisch schimmernd ist.
Die Strichfarbe von Biotit ist weiß.

Das Silikatmineral kristallisiert im monoklinen Kristallsystem, bildet tafelige, hexagonale Kristalle aus, die "lappig zertheilte Aggregate, die aus kurzen Krystallquerschnitten derselben zusammengefügt" sind (Krejci und Helmhacker, 1882). Die Aggregate von Biotit können aber auch "in Kugeln schuppig congregirt" sein, wie beim Biotit von "Hermannsschlag" bzw. Hermanover Kugeln (Kolenati, 1854).

Der Bruch von Biotit ist uneben, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen. Die entsprechenden Spaltblättchen zeichnen sich durch eine besonders hohe Elastizität aus.

Der Glanz von Biotit ist glasartig, auf Spaltflächen auch Perlmuttglanz, die Transparenz kann durchsichtig, durchscheinend bis undurchsichtig sein.

Biotit zählt mit einer Mohshärte von 2,5 bis 3 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) zu den weicheren Mineralen, die Dichte beträgt 2,7 bis 3,4 g/cm³.


Kristalle von Biotit
Dunkelglimmer Biotit (aus einem Micromount)

Entstehung und Verbreitung von Biotit

Biotit ist ein Mineral magmatischen und metamorphen Ursprungs und kristallisiert bei Temperaturen um 700 °C aus.

Als Gemengteil ist Biotit Bestandteil vieler vorwiegend magmatischer und metamorpher Gesteine, wie z.B. Gneis, Granit, Trondhjemit, Foidolith, Migmatit, Granodiorit, Gabbro und Glimmerschiefer.
Sedimentgesteine enthalten nur in Ausnahmefällen Biotit, insofern das Mineral nicht sehr verwitterungsbeständig ist.

Biotit ist der am häufigsten verbreitete Vertreter der Glimmergruppe.

Bedeutende Vorkommen von Biotit wurden u.a. in Grönland; Norwegen; Schweden; Schottland; England; Frankreich; Erzgebirge, Oberpfälzer Wald, Spessart, Schwarzwald, Siebengebirge, Eifel/Deutschland; Binntal, Galenstock, Castione/Schweiz; Hohe Tauern, Saalfelden, Leoben, Fischerbacher Alpen, Burgenland, Waldvierteil/Österreich; Portugal; Spanien; Italien; Tschechien; Slowakei; Rumänien; Bulgarien; Griechenland; Türkei; Marokko; Mali; Äthiopien; Nigeria; südliches Afrika; SO-Asien; Australien und Neuseeland; Süd-, Mittel- und Nordamerika belegt.


Verwendung von Biotit

Biotit ist von keinerlei wirtschaftlicher Bedeutung, in Sammlungen hat das Mineral einen hohen Stellenwert.

Für Geologen ist Biotit von besonderem Interesse, da Biotit ein Leitmineral der Metamorphose ist, anhand dessen Rückschlüsse auf den Grad der Gesteinsumwandlung gezogen werden können. In Metamorphiten enthaltener Biotit deutet auf hohe Druck- und Temperaturverhältnisse hin.


Nachweis von Biotit

Biotit fluoresziert nicht, zeigt aber braunen, rot- bis gelbbraunen Pleochroismus. Der dunkle Glimmer löst sich in konzentrierter Salzsäure auf.


© www.steine-und-minerale.de | Alle Inhalte - Texte und Bilder - sind urheberrechtlich geschützt. Keine Verwendung ohne vorherige schriftliche Genehmigung.

Auch interessant:


Quellen:

Mineralien-Steckbriefe