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Anorthit

Anorthit - Ein Plagioklas-Feldspatmineral

Die Erstbeschreibung des Minerals Anorthit stammt aus dem Jahr 1823.
In seine Ausführungen "Ueber den Feldspath, Albit, Labrador und Anorthit" befasst sich der Berliner Mineraloge Gustav Rose (1798 bis 1873) detailliert mit dem am Monte Somma/Vesuv in Italien erstmals entdeckten Mineral und was ihn zur Namensgebung inspirierte.
Anorthosit wird wortwörtlich mit nicht aufrichtiges Mineral (griech.) – angelehnt an die schiefe Form der Kristalle. Rose dazu: "Ich habe dieses Fossil Anorthit genannt, ..., nicht-rechtwinklig, da das Nicht-Rechtwinklige seine beiden Blätter-Durchgänge ihm im Aeußeren besonders von dem Feldspath unterscheidet".

Parallel war Anorthit unter dem Namen Christianit bekannt, wobei der Name den italienischen Mineralogen Teodoro Monticelli (1759 bis 1845) und Nicola Covelli (1790 bis 1829) zu verdanken ist. Die beiden waren 1825 ebenfalls am Vesuv unterwegs - zusammen mit dem Namenspaten Prinz Christian Friedrich von Dänemark.


Eigenschaften von Anorthit

Anorthit – bestehend aus CaAl2Si2O8 – ist ein Vertreter der Mineralklasse der Silikate und gehört im Speziellen zur Feldspat-Gruppe und wird innerhalb der Feldspäte den Plagioklas- bzw. Kalknatron-Feldspäten zugeordnet.

Die Farbe von Anorthit variiert zwischen farblos weiß, rosa, grau und grünlich. Die Strichfarbe ist weiß.

Anorthit kristallisiert im triklinen Kristallsystem und bildet kurzprismatische, tafelige Kristalle,, die häufig zu Kristallzwillingen miteinander verwachsen sind. Die Aggregate sind körnig oder massig.

Der Glanz von Anorthit ist matt bis glasartig, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch ist muschelig bis uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Die Mohshärte von Anorthosit beträgt 6 bis 6,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) bei einer Dichte von 2,74 bis 2,76 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Anorthit

Anorthit kristallisiert im Vergleich zu anderen Plagioklasen bereits bei hohen Temperaturen aus magmatischen Schmelzen und gehört daher häufig zu den früh gebildeten Mineralen magmatischer Gesteine mit basischem bis ultrabasischem Chemismus, wie Basalt, Gabbro und Anorthosit.

Unter metamorphen Bedingungen kann Anorthit ebenfalls entstehen, insbesondere bei hohen Temperaturen und in kalkreichen Gesteinen. Aufgrund des hohen Calciumgehalts liefern Anorthit-Vorkommen Geologinnen und Geologen wichtige Hinweise auf die chemische Zusammensetzung des Ausgangsmaterials sowie auf die Bildungsbedingungen eines Gesteins.

Je nach Fundort ist Anorthit unter anderem mit Albit, Epidot, Forsterit, Hedenbergit, Hessonit, Klinozoisit, Pyrrhotin, Quarz, Scheelit und Vesuvianit vergesellschaftet.

Da Feldspate neben den Mineralen der Quarzgruppe die weltweit am häufigsten vorkommenden Minerale sind, erstrecken sich die Möglichkeiten, Anorthit zu finden, auf zahlreiche Fundorte in Skandinavien; Frankreich; Deutschland; Schweiz; Österreich; Italien; Tschechien; Slowakei; Ukraine; Russland; Türkei; Kongo; Angola; Madagaskar; Indien; China; Japan; Australien; Neuseeland; Argentinien; Paraguay; Brasilien; Mexiko; Kanada und in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Anorthit

Anorthit kommt als Rohstoff in der Herstellung von Glas und Porzellan zum Einsatz.


Nachweis von Anorthit

Anorthit löst sich in Salzsäure auf.


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Quellen:

Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 01.06.2026

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