Pyroxenit
Ein pyroxenreiches Gestein
Die ersten Beschreibungen des Gesteins Pyroxenit gehen auf den französischen Geologen Henri Coquand (1813 bis 1881) im Jahr 1857 zurück, die er seiner Abhandlung über die Steine "Traité des roches" thematisierte. Darin schildert er besondere Gesteine, die er in der Pyrenäen entdeckt hatte und denen er aufgrund der vorherrschenden mineralischen Zusammensetzung den Namen Pyroxenit gab ("Le nom de Pyroxénite, qui la chaîne des Pyrénées...") - Namenspate des Gesteins sind Minerale der Pyroxen-Gruppe.
Eigenschaften von Pyroxenit
Definition:: Pyroxenit ist ein magmatisches Gestein intrusiver Herkunft und ultrabasischer Klassifikation.
Die Farbe von Pyroxenit ist dunkel und variiert zwischen dunkelbraun, dunkelgrau bis schwarz, wobei die Gesteinsoberfläche und Bruchkanten regenbogenartig schimmern.
Als Hauptgemengteil sind mit einem Anteil von bis zu 60% hauptsächlich Pyroxene, genauer Klinopyroxene wie Augit und Diopsid sowie Orthopyroxene, bspw. Hypersthen, Bronzit und Enstatit, an der mineralische Zusammensetzung von Pyroxenit beteiligt. Weiterhin als dominierendes Mineral tritt Olivin (bis zu 40%), speziell Forsterit, auf.
Die Nebengemengteile werden mit einem Anteil von bis zu fünf Prozent neben Biotit und Phlogopit (Glimmergruppe) auch von Magnetit, Ilmenit, Plagioklas sowie Hornblende (Amphibole), Skapolith, Pyrop (Granatgruppe) und Spinell repräsentiert.
Abhängig von der vorherrschenden Pyroxenart trägt Pyroxenit unterschiedliche Bezeichnungen: Ist beispielsweise Hypersthen, Diopsid oder Bronzit das Hauptmineral, spricht man entsprechend von Hypersthenit, Diopsidit oder Bronzitit.
Mit der Abgrenzung des Verhältnisses 40%:60% Olivin:Pyroxene ist die Unterscheidung zum ähnlichen Peridotit gegeben.
Pyroxenite weisen eine mittlere bis grobe Korngröße auf, die Kristallform der Gemengteile ist xeno- sowie idiomorph. Bisweilen erscheinen die Gemengteile des massigen Plutonits lagenweise eingeregelt, häufiger aber ungeordnet.
Entstehung und Verbreitung von Pyroxeniten
Pyroxenit ist ein magmatisches Gestein, das im oberen Erdmantel entsteht und in kleinräumigen Intrusionen oder kumuliert in anderen magmatischen Tiefengesteinen vorkommt.
Häufig sind Pyroxenite mit Anorthosit, Gabbro und Norit vergesellschaftet oder aber auch als Xenolith in Kimberlit und Basalt eingeschlossen.
Bedingt durch die Seltenheit des Gesteins sind die wenigen Vorkommen von Pyroxenit auf Oulun Lääni/Finnland; Telemark/Norwegen; Shetland-Inseln, Hebriden/Schottland; Kola, Karelien/Russland; Erzgebirge, Eifel/Deutschland; Graubünden/Schweiz; Trentino-Südtirol/Italien; Ägypten; Äthiopien; Namibia; Ghana; Merensky-Reef/Transvaal; Tamil Nadu/Indien; Japan; China; Neuseeland; Westaustralien/Australien; Kanada; North Carolina, Baltimore/USA beschränkt.
Bedeutung und Verwendung von Pyroxenit
Aufgrund der Seltenheit ist Pyroxenit nicht von wirtschaftlicher Bedeutung. Vielmehr ist das Gestein für die Wissenschaft interessant, insofern die Zusammensetzung und enthaltene Elementen wie Platin, Palladium, Iridium und Osmium Aufschluss über den Chemismus des Erdmantels geben, Gesteinsaufschmelzung und Weiterleitung von Magmen analysiert werden können.
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Auch interessant:
Quellen:
- Coquand, H. (1857): Quatriéme Espèce - Pyroxénite. IN: Traité des Roches
- Doelter, C. A. (1882): Pyroxenit. IN: Zur Kenntniss der vulcanischen Gesteine und Mineralien der Capverd'schen Inseln
- Zirkel, F. (1893): Pyroxenit. IN: Lehrbuch der Petrographie
- Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
- Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
- Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
- Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg

