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Anorthosit

Anorthosit alias Plagioklasit

Der Begriff Anorthosit wurde erstmals im Jahr 1863 erwähnt. Der US-amerikanische Mineraloge und Chemiker Sterry Hunt (1826 bis 1892) beschreibt in seinen Ausführungen zu „The Laurentian System“ die Gesteine im Norden Kanadas.
Im Rahmen seiner Untersuchungen fielen ihm dabei Steine mit einem hohen Gehalt des Feldspatminerals Anorthit auf, was Hunt zur Namensgebung inspirierte: „Since all these varying triclinic feldspars are anorthic in crystallisation, and approach more or less to anorthite in their composition, Delesse thus proposed to designate them by the common name of anorthose. (…). In accordance with this we have adopted the generic name of anorthosite for these rocks.“


Eigenschaften von Anorthosit

Definition: Anorthosit ist ein magmatisches Gestein intrusiver Herkunft mit basischer Klassifikation (Siliciumdioxid unter 52 %).

Die Farbe von Anorthosit ist weiß, hell- bis dunkelgrau, mitunter auch rötlich, grünlich oder violett; teilweise mit schimmernder Oberfläche.

Das kieselsäurearme Gestein besteht mind. zu 90 % aus Plagioklas-Feldspäten, insbesondere Anorthit, Andesin, Labradorit und Bytownit. Alternativ wird das Gestein deshalb auch Plagioklasit genannt.

Als Nebengemengteile enthält Anorthosit Olivin, Rutil, Ortho- und Klinopyroxene; Ilmenit, Chromit; Almandin, Korund, Muskovit, Biotit, Chalkopyrit, Spinell, Rutil und Tetraedrit.

Das Gefüge von Anorthosit ist durch die richtungslose Anordnung der grobkörnigen, idio-, aber vorwiegend xenomorphen Gemengteile charakterisiert, die bisweilen auch lagenweise eingeregelt sein können - bedingt durch den Zeitraum der zuerst auskristallisierten, dunklen Minerale, denen hellere folgten. Zudem trägt die Korngröße der Gemengteile zur lagigen Textur bei, auch zurückzuführen auf den Kristallisationszeitpunkt (früher auskristallisierte Minerale nehmen mehr Platz ein, spätere Mineralen "schließen" die Lücken im Gestein).

Die Dichte beträgt 2,8 bis 3,0 g/cm3.


Entstehung und Verbreitung von Anorthositen

Als Plutonit entsteht Anorthosit durch die langsame Kristallisation basaltischer bis gabbroischer Magmen in der Erdkruste. Dabei reichern sich Plagioklase an und bilden feldspatreiche Gesteinskörper, die häufig mit Gabbros und anderen magmatischen Tiefengesteinen vergesellschaftet sind. Anorthosite können sowohl kleinere Intrusionen als auch ausgedehnte Massivkörper von mehreren Kilometern Ausdehnung bilden.

Die charakteristischen Schiller- und Farbeffekte vieler Anorthosite beruhen auf der Wechselwirkung des Lichts mit feinen Strukturen innerhalb der Plagioklaskristalle. Besonders ausgeprägt ist dieses Phänomen bei labradoritreichen Anorthositen, deren Feldspäte je nach Blickwinkel blaue, grüne, goldene oder violette Reflexe zeigen. Hydrothermale Veränderungen können das Erscheinungsbild des Gesteins zusätzlich beeinflussen, sind jedoch nicht die eigentliche Ursache dieser optischen Effekte.

Bedeutende Vorkommen von Anorthosit befinden sich zum Beispiel in Nuuk/Grönland; Lund/Norwegen; Schweden; Nuijamaa, Ylämaa/Finnland; Schottland; Ostbayern/Deutschland; Aude/Frankreich; Fassatal/Italien; Halbinsel Kola/Russland; Ukraine; Bushveld-Kompex/Südafrika; China; Indien; Stillwater-Komplex, Appalachen/USA und Kanada, aber auch auf dem Mond wurde Anorthosit gefunden.
Das weltweit größte Anorthositvorkommen befindet sich in Kunene/Namibia und erstreckt sich auf eine Fläche von 18.000 km2.


Verwendung und Bedeutung von Anorthosit

Anorthosit ist bedeutend für die Herstellung von Wandvertäfelungen oder Bodenbelägen, wird aber auch als Quelle für das Metall Aluminium abgebaut. Zunehmend gerät Anorthosit als Rohstoff für die Herstellung von Glasfasern in den Fokus. Gelegentlich wird das Gestein auch verwendet, um feuerfeste Materialien herzustellen.


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Quellen:

Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 01.06.2026

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