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Amazonit

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Amazonit

Inhaltsverzeichnis Amazonit


Alexander von Humboldt und der Amazonenstein

Auch wenn der Name Amazonit vermuten lässt, wurde das Mineral nicht nach dem gleichnamigen Fluss Amazonas in Südamerika benannt. Tatsächlich geht die Bezeichnung auf den deutschen Naturforscher Alexander von Humboldt (1769 bis 1859) zurück. Während seiner Expedition in Südamerika beobachtete er in einem Dorf am Rio Negro Frauen, die den grünen Stein als Halskette trugen. Von Humboldt schreibt 1860 dazu: "… daß der Amazonenstein nicht im Thale des Amazonenstromes selbst vorkommt und daß er keineswegs von diesem Flusse seinen Namen hat, sondern, wie dieser selbst, von einem Volke kriegerischer Weiber, (…) Amazonen der Alten Welt...".


amazonit-rohstein


Eigenschaften von Amazonit

Amazonit zählt mit der chemischen Zusammensetzung K(AlSi3O8) zur Mineralklasse der Silikate und im Besonderen zu den Feldspäten.
Innerhalb der Feldspat-Gruppe wiederum wird Amazonit als eine Varietät von Mikroklin definiert.

Der Mineraloge und Geologe Leopold Heinrich Fischer (1817 bis 1886) bezeichnete Amazonit alias Amazonenstein deswegen bereits 1875 treffend als "grüner Feldspath", da Amazonit von hell- bis dunkelgrüner Farbe ist, die teilweise ins Bläuliche geht, oder wie Fischer schrieb: "spangrün". Der Mineraloge Carl Adolf Ferdinand Hintze (1851 bis 1916) ergänzte die Beschreibung um "grell grasgrün" oder "apfelgrün" . Cornelio Doelter (1850 bis 1930) beschrieb die Farbe von Amazonit als "schön kupfergrün bis blaugrün".
Farblich betrachtet liegt die Verwechslung mit ähnlich aussehenden grünen bis grünblauen Mineralien, darunter zum Beispiel Türkis, Larimar, Chrysokoll und Jade nahe.
Über den Ursprung der Farbe von Amazonit wird seit langem diskutiert, wobei sowohl Kupfer, Blei wie auch ionisierende Strahlung die Farbe und deren Intensität beeinflussen.
Die Strichfarbe von Amazonit - die Farbe, die entsteht, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird - ist dennoch in allen Fällen weiß.

Der Glanz ist perlmutt- bis glasartig, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch ist uneben bis muschelig, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen.

Die Mohshärte von Amazonit beträgt 6 bis 6,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) bei einer Dichte von 2,56 bis 2,58 g/cm3.


Entstehung und Verbreitung von Amazonit

Amazonit ist ein Mineral magmatischen Ursprungs und entsteht überwiegend im Zusammenhang mit der Kristallisation von silikatreichen Schmelzen. Dementsprechend sind die Vorkommen von Amazonit an Gesteine wie Granit und Syenit gebunden, in denen das Mineral als Feldspatvarietät ein typischer Gemengteil sein kann. Besonders häufig findet sich Amazonit jedoch in Pegmatiten, d.h. grobkörnigen, spät auskristallisierenden Gesteinskörpern, die durch die langsame Abkühlung ideale Bedingungen für die Ausbildung großer, gut entwickelter Kristalle bieten.

Darüber hinaus kann Amazonit auch in alpinen Gängen vorkommen, durch hydrothermale Lösungen entstehen, indem diese in Klüfte und Spalten eindringen und dort als Mineral auskristallisieren.

Neben diesen primär magmatischen und hydrothermalen Bildungsräumen tritt Amazonit gelegentlich auch in metamorphen Gesteinen wie Gneisen auf. In diesem Fall ist Amazonit meist das Ergebnis der Umwandlung ursprünglich magmatischer Ausgangsgesteine unter erhöhtem Druck und Temperatur, wobei die feldspatreichen Bestandteile erhalten bleiben oder neu kristallisieren.

Je nach Fundort ist Amazonit mit weiteren Mineralien vergesellschaftet, darunter beispielsweise Zinkblende, Galenit, Quarz, Cleavelandit, Mikroklin, Schörl, Fluorit, Topas, Biotit und Albit vergesellschaftet.

Amazonit ist unter allen Feldspäten ein vergleichsweise seltenes Mineral. Die weltweiten Amazonit-Vorkommen verteilen sich auf einige, wenige Fundorte in Schweden; Zwickau; Polen; Russland; Ägypten; Äthiopien; Madagaskar; Myanmar; Brasilien; Kanada sowie in den USA.


amazonit-trommelstein


Verwendung und Bedeutung von Amazonit

Amazonit ist vor allem in der Schmuckbranche von Bedeutung. Der Stein wird zu Schmucksteinen verarbeitet, die in Ketten, Armbändern, Donuts, Ringen, Ohrringen oder Anhängern eingefasst werden. Da sich das Mineral durch eine hohe Spaltbarkeit und Neigung zum Splittern auszeichnet, wird Amazonit vor allem zu Steinen mit glatten Oberflächen geschliffen (z. B. Cabochons), die zudem die Wirkung der Farbe und möglicher Schattierungen unterstützen.

Ferner wird Amazonit zu dekorativen Figuren und Handschmeichlern verarbeitet.

Mitunter wird Amazonit unter dem Handelsnamen Amazonas-Jade angeboten. Aus mineralogischer Sicht ist Amazonit keine Varietät von Jade, lediglich die Farbe erinnert an Jade. Vielmehr erweckt der Name Amazonas-Jade den Eindruck eines scheinbar höherwertigeren Minerals, was sich nicht zuletzt auch im Preis niederschlägt.


Heilstein Amazonit

Daneben wird Amazonit als Heilstein verkauft, wobei die Heilwirkung von Amazonit in klinischen Studien nicht bestätigt werden konnte.

Die Bedeuutung von Amazonit als Heilstein geht weit in die Vergangenheit zurück und stützt sich auf Überlieferungen und die traditionellen Anwendung von Amazonit bei verschiedenen Krankheiten, die vor allem bei indigenen Kulturen in Südamerika zu finden sind.

1838 schreibt der Mediziner Johann Friedrich Osiander (1787 bis 1855), dass die Ureinwohner am Orinoco, einem Fluss in Kolumbien und Venezuela, Epilepsie mit Amazonit behandelten.

Dem gegenüber steht die Aussage des Naturforschers und Botanikers Carl Martius (1794 bis 1844): "jene medizinische Anwendungen gegen Nierenbeschwerden, Ischiatik, Gicht und Rheumatismus (...) kannten die Indianer, welche ich befragte, nicht.


Nachweis von Amazonit

Amazonit ist in Flußsäure löslich und fluoresziert unter langwelligem UV-Licht grüngelb.


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Quellen:

Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 26.03.2026

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