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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 28.04.2024


Oligoklas

Oligoklas - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: oligoclase | französisch: oligoclase


Oligoklas = Plagioklas-Feldspat

Die erste Beschreibung des Minerals Oligoklas stammt aus dem Jahr 1826. Damals berichtete der Freiberger Mineraloge August Breithaupt (1791 bis 1873) in seinem Aufsatz „Bemerkungen über das Geschlecht des Feldspath-Grammits und Beschreibung des Oligoklas, einer neuen Spezies desselben“ über ein neues Mineral, das "im Jahr 1824 zuerst bei Danvicks Zoll bei Stockholm, und später in Menge in Stockholm selbst, im Granit gefunden" wurde (Walchner, 1829).

Der Name Oligoklas wurde aus den griechischen Wörter für wenig und Bruch zusammengesetzt; angelehnt an die Tatsache, dass Oligoklas eine weniger gute Spaltbarkeit aufweist als andere Vertreter der Feldspate.


Eigenschaften von Oligoklas

Oligoklas ist ein Silikatmineral, das aus (Na,Ca)Al(Si,Al)3O8 besteht. Innerhalb der Silikate ist Oligoklas der Gruppe der Feldspate, genauer den Plagioklasen zugehörig und speziell eine Varietät von Albit.
In der Vergangenheit wurde Oligoklas der Zusammensetzung wegen und weil man anfangs dachte, das bis dato unbekannte Mineral wäre eine Varietät von Spodumen, auch Natron-Spodumen genannt.

Oligoklas kann sowohl farblos als auch von weißer, hellgrauer, blassgelber, grüner, rotstichiger oder brauner Farbe sein.
Die Strichfarbe ist weiß.

Oligoklas kristallisiert im triklinen Kristallsystem und bildet flachtafelige Kristalle. Die Aggregate des Minerals sind körnig, massig und kompakt.

Der Glanz von Oligoklas ist glasartig, die Transparenz reicht von durchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch ist muschelig bis uneben, die Spaltbarkeit ist – wie für Feldspate charakteristisch – sehr vollkommen ausgeprägt.

Die Mohshärte beträgt 6 bis 6,5 bei einer Dichte von 2,63 bis 2,65 g/cm3.



Entstehung und Verbreitung von Oligoklas

Oligoklas entsteht unter magmatischen Bedingungen ebenso wie unter metamorphen Verhältnissen (Nähere Informationen siehe: „Die Entstehung von Mineralen“).
Deshalb ist das Mineral als Gemengteil Bestandteil zahlreicher Gesteine; darunter unter anderem Diorit, Granit, Tonalit, Rhyolith, Pegmatit, Syenit, Andesit und Larvikit.

Aufgrund der Tatsache, dass die Minerale der Feldspatgruppe diejenigen Minerale sind, die weltweit am häufigsten vorkommen, findet man auch Oligoklas auf allen Kontinenten der Erde.


Verwendung und Bedeutung von Oligoklas

Einen Namen als Schmuckstein machte sich eine Varietät von Oligoklas: Aventurinfeldspat (alternativ: Sonnenstein).


Auch interessant:


Quellen:

  • Breithaupt, A. (1826): Bemerkungen über das Geschlecht des Feldspath-Grammit's und Beschreibung des Oligoklases, einer neuen Spezies desselben. IN: Annalen der Physik und Chemie
  • Gilbert, L. W. (1826): Oligoklas. IN: Annalen der Physik
  • Walchner, F. A. (1829): Oligoklas. IN: Handbuch der gesammten Mineralogie in technischer Beziehung zum Gebrauche bei seinen Vorlesungen und zum Selbststudium mit besonderer Berücksichtigung der mineralogischen Verhältnisse des Grossherzogthums
  • Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
  • Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
  • Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
  • www.mindat.org - oligoclase

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