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Tephrit

Tephrit - Ein aschgraues Gestein

Die älteste Erwähnung von Tephrit stammt aus dem Jahr 1812. Der französische Mineraloge und Geologe Jean-Claude Delamétherie (1743 bis 1817) beschreibt in seinen Ausführungen "De la Tephrine" das Gestein näher, wobei der aus dem Griechischen stammende Name wortwörtlich mit Aschestein übersetzt wird. Der Name ist allerdings keine Anspielung auf die Entstehung von Tephrit, vielmehr bezieht sich die Bezeichnung auf die Farbe: "ex colore cineritio", was aus dem Lateinischen mit ´wegen der aschgrauen Farbe´ übersetzt wird.


Eigenschaften von Tephrit

Definition: Tephrit ist ein magmatisches Gestein extrusiver Herkunft (sog. Ergussgestein bzw. Vulkanit), mittlerer bis dunkler Farbe sowie feinkörnigem porphyrischem Gefüge.

Tephrit ist von rötlich brauner, grauer bis nahezu schwarzer Farbe oder mit den Worten von Delamétherie: "cendrée, brunâtre, rougeâtre" aschgrau, bräunlich, rötlich. Tatsächlich gibt die Farbe einen Anhaltspunkt über das Alter von Tephrit. Der Mineraloge Carl Friedrich Naumann (1797 bis 1873) hielt 1866 in seinen Beobachtungen fest, dass Tephrite zunächst "ganz schwarze, aber durch Verwitterung sehr stark ausbleichende, daher aschgrau werdende Gesteine" sind.

Die Farbe von Tephrit wiederum ist Ausdruck der chemischen Zusammensetzung bzw. der mineralischen Bestandteile, sogenannte Gemengteile.
Mit einem Anteil von 90 bis 100 % herrschen unter den mengenmäßig am meisten enthaltenen Hauptgemengteilen Plagioklas-Feldspäte vor – insbespndere Bytownit und Labradorit, ferner vorhanden sind Alkali-Feldspäte (bis zu 10 %) sowie Feldspatvertreter (Foide, 10 bis 60 %) und Olivin.
Bei der Bestimmung von Tephrit ist jedoch darauf zu achten, dass Olivin nicht mehr als zehn Prozent am Gesamtvolumen des Gesteins ausmacht; anderenfalls handelt es sich um Basanit.

Als Nebengemengteile von Tephrit sind mit einem Anteil von bis zu fünf Prozent Amphibole (v.a. Hornblende und Barkevikit), Pyroxene (spez. Diopsid, Augit und Ägirin), Natrolith (Zeolithgruppe) sowie Biotit vertreten.

In noch geringeren Mengen treten als Akzessorien Magnetit und Apatit in Erscheinung.

Das Gefüge von Tephrit ist porös bis porphyrisch, wobei in der fein- und gleichkörnigen Gesteinsmatrix insbesondere größere Kristalle von Leucit und Olivin auffallen. Die Dichte beträgt 2,2 bis 2,4 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Tephriten

Tephrit entsteht aus siliziumarmen, alkalireichen Magmen, die im oberen Mantel gebildet werden und typisch für intraplattenvulkanische Umfelder wie Riftzonen, Hotspots oder andere alkalische Vulkanprovinzen sind.
Aufgrund des geringen SiO₂-Gehalts können diese Schmelzen keinen Quarz ausbilden; stattdessen kristallisieren typischerweise Plagioklas, Feldspatoide (z.B. Nephelin oder Leucit) und Pyroxene wie Augit.
Die Magmen steigen meist rasch auf, entgasen nur gering und kühlen in oberflächennahen oder effusiven Bereichen schnell ab, sodass ein feinkörniges bis porphyrisches Vulkangestein entsteht. Die Kombination aus hohem Alkali- und mäßigem Magnesiumgehalt, niedriger Siliziumkonzentration sowie relativ hohen Temperaturen von etwa 1000 bis 1200 °C führt zu den typischen mineralogischen und strukturellen Merkmalen von Tephrit.

Finden kann man Tephrit in Gegenden, in denen Vulkanismus in der Vergangenheit eine Rolle spielte oder heute noch von Bedeutung ist, so bspw. am Kaiserstuhl, in der Lausitz, Rhön, Eifel und am Vogelsberg/Deutschland; in Grönland, Italien und auf den Kanarischen Inseln/Spanien.


Bedeutung und Verwendung von Tephrit

Aufgrund der Dichte und Kompaktheit des Gesteins wurde der Aschestein in der Vergangenheit vorwiegend als Mühlstein verwendet. Heute kommt Tephrit bevorzugt als Pflasterstein zum Einsatz.


Auch interessant:


Quellen:

  • Delamétherie, J.-C. (1812): De la Tephrine. IN: Leçons de Minéralogie données au Collège de France
  • Naumann, C. F. (1866): Tephrit. IN: Lehrbuch der Geognosie
  • Sauer, A. (1876): Tephrit. IN: Untersuchungen über phonolithische Gesteine der Canarischen Inseln
  • Rosenbusch, H. und Wülfing, E. A. (1887): Mineralogische Zusammensetzung der Tephrite und Basanite. IN: Mikroskopische Physiographie der Mineralien und Gesteine: Massige Gesteine
  • Fritzsch, K. (1888): Tephrit. IN: Allgemeine Geologie
  • Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
  • Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg

Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 10.12.2025

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