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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 29.03.2024


Foide

Foide - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: foid, feldspathoids | französisch: feldspathoide


Nephelin in Paragenese
Foid Nephelin (farblos) in Paragenese mit Apatit und Pyroxen

Foide – Feldspatähnliche Mineralien

Der Begriff Foid bzw. damals Felsitoid wurde erstmals in der „Geologischen Beschreibung der Insel Tenerife“ im Jahr 1868 verwendet. Darin erwähnen die Geologen Karl Fritsch (1838 bis 1906) und Johann Wilhelm Reiß (1838 bis 1908) „kiesearme Gesteine“, die sich „unter besonderen Umständen bilden (…) und statt der Feldspathe einige andere ähnliche Mineralien“, „felsitoidische Bestandtheile“, enthalten.

1879 konkretisiert der Geologe Leopold van Werveke (1853 bis 1933) die Bezeichnung felsitoidisch als „kieselsäureärmere alkische Silikate“.


Eigenschaften von Foiden

Foide – in historischen Lehrbüchern auch Feldspatvertreter oder Feldspatoide genannt – sind eine Gruppe von Mineralien, die Feldspäten chemisch sehr ähnlich sind, aber geringere Silicium-Gehalte aufweisen, aber mit höheren Gehalten an Kalium und Natrium aufwarten.

Zu den Vertretern der Foide zählen: Analcim, Afghanit, Cancrinit, Haüyn, Kalsilit, Lasurit, Leucit, Nephelin, Nosean, Sodalith, Tugtupit und Vishnevit, plus die einzelnen Varietäten und mögliche Gruppenmitglieder.

Tab. 1: Zusammensetzung, Farbe, Mohshärte und Kristallsystem von Foiden (Liste ist nicht volltändig)
Foidchemische ZusammensetzungFarbeHärteKristallsystem
Analcim Na(AlSi2O6)·H2O farblos, weiß, rosa, hellgelb bis hellgrau 5 bis 5,5 orthorhombisch, tetragonal und monoklin
Afghanit (Na,Ca,K)8(SiAl)12O24(SO4,Cl,CO3)3·H2O hell- bis dunkelblau 5,5 bis 6 hexagonal
Cancrinit Na6Ca2Al6Si6O24(CO3)2·2H2O weiß, hellrot, blassblau, rotgelb oder gelb 5 bis 6 hexagonal
Haüyn Na5-6Ca2[(SO4,Cl)2|Al6Si6O24] ultramarinblau, weiß, orange, grau, grünlichblau, gelb und braun 5 bis 5,5kubisch
Kalsilit KalSiO4 farblos, (hell-)grau, weiß 6 hexagonal
Lasurit (Na,Ca)8[S2|(AlSiO4)6] tiefblau, violettblau, grünblau 5 bis 5,5 kubisch
Leucit KalSi2O6 farblos, weiß, hellgrau, rötlich 5,5 tetragonal
Nephelin (Na,K)AlSiO4 farblos, gelb, grün, blau, grau oder braun 5,5 bis 6 hexagonal
Nosean Na8(Al6Si6)O24(SO4)·H2O farblos, weiß, grau, blau oder braun 5,5 bis 6 kubisch
Sodalith Na8(Al6Si6O2)Cl4 hell- bis dunkelblau, grau, weiß, gelb, grüngelb oder rötlich 5,5 bis 6 kubisch
Tugtupit Na4[Cl|BeAlSi4O12] weiß, rosa, rosaviolett, rot, grünlich, bläulich 5,5 bis 6 tetragonal
Vishnevit Na8(Al6Si6)O24(SO4)·2H2O farblos, weiß, hellblau, hellgrau 5 bis 6 hexagonal


Entstehung und Verbreitung von Foiden

Foide sind Mineralien magmatischen Ursprungs, teilweise auch metamorphen, die rund um den Globus vorkommen und auch Gemengteil – mineralischer Baustein – zahlreicher Gesteine sind. Dem Geologen Adolf Knop (1828 bis 1893) zufolge kommen Foide „in jüngeren Eruptivgesteinen“ „als Aequivalente für die Feldspate“ vor, darunter zum Beispiel Andesit, Basalt, Basanit, Essexit, Gabbro, Granit, Lamproit, Lamprophyr, Lapislazuli, Larvikit, Monzonit, Phonolith, Skarn, Syenit, Tephrit und Trachyt.
Gesteine, die zu mehr als 60 % aus Foiden bestehen, werden abhängig vom Ort der Entstehung als Foidit (Vulkanit) oder Foidolith (Plutonit) bezeichnet.


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Quellen:
⇒ Fritsch, K. und Reiß, W. (1868): Gesteinsbeschreibung Basanit. IN: Geologische Beschreibung der Insel Tenerife
⇒ Werveke, L. (1879): Beitrag zur Kenntniss der Gesteine der Insel Palma. IN: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie
⇒ Knop, A. (1892): Die Feldspathoide. IN: Der Kaiserstuhl im Breisgau. Eine naturwissenschaftliche Studie
www.mineralienatlas.de - Foide
www.mindat.org - Feldspahtoid

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