Es gibt zwölf Monate im Jahr – und mittlerweile sind mehr als 6.000 Mineralien auf der Erde bekannt. Angesichts dieser Vielfalt stellt sich die spannende Frage: Welcher Stein passt zu welchem Monat? Die Antwort darauf ist keineswegs zufällig, sondern das Ergebnis einer langen kulturellen, religiösen und symbolischen Tradition, die bis in die Antike zurückreicht und sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder wandelte.
Monatssteine sind ausgewählte Mineralien und Edelsteine, die jeweils einem bestimmten Monat zugeordnet werden. Sie gelten als symbolische Begleiter, die dem Geborenen Glück, Schutz oder besondere Eigenschaften verleihen sollen.
Da diese Steine traditionell im Zusammenhang mit dem Geburtsmonat stehen, ist auch die Bezeichnung Geburtssteine weit verbreitet. Beide Begriffe werden heute meist synonym verwendet und verweisen auf denselben uralten Brauch.
Mineralien faszinieren die Menschheit seit Jahrtausenden. In nahezu jeder Religion, Kultur und im Volksglauben finden sich Hinweise auf besondere Steine – sei es als Glücksbringer, ähnt: sei es bspw. als Glücksbringer oder Heilstein oder Symbol für Macht und Schutz. Die Schönheit, Seltenheit und die ihnen zugeschriebenen Kräfte machten Mineralien schon früh zu stetigen Begleitern des Menschen.
Eine der ältesten Überlieferungen zu Monatssteinen findet sich in der Bibel: Im Exodus 28, 17–21 wird das Gewand des Hohepriesters Aaron beschrieben. An seinem Brustschild waren zwölf Edelsteine eingefasst, angeordnet in vier Reihen zu je drei Steinen. Jeder dieser Steine stand symbolisch für einen der zwölf Stämme Israels und verlieh dem Schmuckstück nicht nur Glanz, sondern auch eine tiefe religiöse Bedeutung.
Nach und nach etablierten sich immer mehr Mineralien, die den zwölf Monaten eines Jahres zugeordnet wurden. Während sich manche dieser Zuordnungen an der biblischen Überlieferung orientierten, entstanden andere auf Grundlage von Traditionen oder Glaubensvorstellungen, deren Ursprung sich heute nicht mehr eindeutig nachvollziehen lässt.
| Heilstein | Wirkung |
|---|---|
| Achat |
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| Amethyst | „verscheuchte böse Gedanken und macht den Menschen fleißig, bewahrt voir Unmäßigkeit und Trunkenheit (Magazin für Kaufleute) |
| Bergkristall | Milch vermehrendes Mittel (Baumer) |
| Diamant |
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| Granat |
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| Karneol | für „recht weiße Zähne“ und wer einen Proceß gewinnen wollte (Magazin für Kaufleute) |
| Lapislazuli | <
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| Rubin |
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| Saphir |
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| Sardonyx |
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| Smaragd |
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| Topas |
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| Türkis |
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Hinter den Monatssteinen steht die Vorstellung aus der Steinheilkunde, dass von bestimmten Mineralien Energien und Kräfte ausgehen, die einen positiven Einfluss auf den Menschen haben können. Schon der Mineraloge Johann Reinhard Blum schrieb 1887: Man trug jeden Monat einen bestimmten Stein, dem gerade in dieser Zeit ein besonderer Einfluss zugeschrieben wurde". Auch wenn solche Überzeugungen bis heute weitergetragen werden, gilt aus wissenschaftlicher Sicht: Heilkräfte von Mineralien konnten bislang nicht belegt werden. Die Faszination, die Steine auf den Menschen ausüben, speist sich daher weniger aus nachweisbaren Wirkungen, sondern vor allem aus ihrer Schönheit, Symbolkraft und den tief verwurzelten Traditionen, die sie seit Jahrtausenden begleiten.
Teilweise greifen die Beschreibungen der vermeintlichen Wirkungen bestimmter Steine auf Elemente der Farbenpsychologie zurück. Farben haben nachweislich Einfluss auf Stimmung und Außenwirkung; Farben können beruhigend oder anregend wirken, aber auch Vitalität ausstrahlen. Solche Eigenschaften spiegeln sich oft auch in den traditionellen Deutungen der Edel- und Schmucksteine wider und finden sich als Attribute in der Beschreibung der vermeintlichen Kräfte besonderer Steine wider.
| Farbe | Bedeutung | Mineralien (Beispiele) |
|---|---|---|
| weiß |
| Bergkristall, Milchquarz, weißer Kristallopal, Weißtopas, weißer Saphir, Magnesit, Dolomit, weißer Calcit, Diamant |
| gelb |
| Calcit, Citrin, Goldtopas |
| orange |
| orangefarbener Calcit, Bernstein, Mandarin-Granat, Feueropal, Morganit |
| rot |
| Almandin und Pyrop/Granat, Rubin, Achat, Alexandrit, Roter Beryll, |
| rosa |
| Rosenquarz, rosa Diamant, Sugilith, Rubellit |
| lila/violett |
| Amethyst, lila Saphir, Charoit, Fluorit |
| blau |
| Saphir, Tansanit, Lapislazuli, Aquamarin, Chalcedon, Azurit, Blautopas |
| grün |
| Smaragd, Dioptas, grüner Achat, Jade, Peridot/Olivin, Verdelith/Turmalin |
| braun |
| Tigerauge, Rauchquarz, Bronzit, brauner Diamant, Topas |
| schwarz |
| Onyx, Schörl/schwarzer Turmalin, Obsidian, Pleonast/schwarzer Spinell |
Um der Vielzahl von Monatssteinen Herr zu werden, erstellten die Juweliere von America (Jewelers of America) im Jahr 1912 eine Übersicht, die jedem Monat ein Referenzmineral zuordnet. Nach welchen Kriterien diese Auswahl getroffen wurde oder ob den Steinen dabei bestimmte Bedeutungen zugeschrieben wurden, ist heute nicht mehr eindeutig nachvollziehbar. Vielmehr spricht vieles dafür, dass sich die Kommission an jenen Edelsteinen orientierte, die seit Jahrhunderten in der Schmuckbranche etabliert und international verbreitet waren.
Die Einteilung der Monatssteine durch die Jewelers of America fand weltweit breite Zustimmung und wurde vielerorts übernommen. Dennoch kam es in einzelnen Ländern zu Erweiterungen und Anpassungen: Man fügte zusätzliche Steine hinzu oder ergänzte die Liste um neu entdeckte Mineralien, die sich aufgrund der Schönheit und Beliebtheit rasch im Schmuckbereich etablierten.
Ein Beispiel ist Tansanit. Der Edelstein mit der intensiven blauvioletten Farbe wurde 1967 - mehr als 50 Jahre nach der Festlegung der Monatssteine - entdeckt, wurde aber aufgrund seiner Beliebtheit und hohen Bedeutung als Stein für Schmuck in den 2010er Jahren mit in die Liste der Monatssteine aufgenommen.
| Monat | Mineral |
|---|---|
| Januar | |
| Februar | |
| März | |
| April | |
| Mai | |
| Juni | |
| Juli | |
| August | |
| September | |
| Oktober | |
| November | |
| Dezember |
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Quellen:
Letzte Aktualisierung: 03.09.2025