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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 08.04.2024


Hercynit

Hercynit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: hercynite


Hercynit - Spinell aus Böhmen

Der Böhmerwald (lat. Silva Hercynia) in Tschechien ist Namenspate des Minerals Hercynit. Das Mineral wurde im Jahr 1839 in der Kleinstadt Pobezovice im Böhmerwald zum erstmals entdeckt und von Franz Xaver Zippe (1791 bis 1863, Böhmischer Naturwissenschaftler) erstmals unter dem Titel "Ueber den Hercinit, eine bisher unbekannt gebliebene Spezies des Mineralreiches" vorgestellt.


Eigenschaften von Hercynit

Hercynit – bestehend aus FeAl2O4 – ist ein Mineral, das der Mineralklasse der Oxide zugeordnet wird. Innerhalb der Oxidminerale handelt es sich bei Hercynit um einen Vertreter der Spinellgruppe, speziell zählt Hercynit mit dem namensgebenden Gruppenmineral Spinell der Zusammensetzung wegen zu den Aluminatspinellen.

Die Farbe von Hercynit ist dunkel – variiert zwischen braun, dunkelgrün bis schwarz.
Die Strichfarbe ist ein dunkles Grün.

Hercynit kristallisiert im kubischen Kristallsystem und bildet sowohl oktaedrische (wie eine vierseitige Doppelpyramide), würfelige oder dodekaedrische (ähnlich wie ein Würfel mit zwölf Flächen) Kristalle. Die Aggregate sind körnig oder massig.

Das Mineral weist Glasglanz auf, die Transparenz ist durchsichtig bis undurchsichtig. Der Bruch ist muschelig-uneben, die Spaltbarkeit ist undeutlich.

Mit einer Mohshärte von 7,5 bis 8 erfüllt Hercynit das Kriterium der Edelsteinhärte, das spezifische Gewicht beträgt 4,39.


Entstehung und Verbreitung von Hercynit

Hercynit wird unter magmatischen Verhältnissen ebenso gebildet wie unter hochgradigen Metamorphosebedingungen, dabei unter anderem mit Korund oder Magnetit vergesellschaftet.

Bedeutende Vorkommen von Hercynit befinden sich zum Beispiel in Norwegen, Nord-, Mittel- und Osteuropa, Südafrika, China, Japan, Kambodscha, Australien und Neuseeland sowie in den USA und in Kanada.


Verwendung und Bedeutung von Hercynit

Neben der Nutzung als Zuschlagstoff für die Herstellung feuerfester Materialien – begründet durch den hohen Schmelzpunkt von Hercynit – ist Hercynit ein geschätztes Sammlermineral.


Nachweis von Hercynit

Hercynit ist nicht in Säuren löslich.


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Quellen:
⇒ Zippe, F. X. (1739): Ueber den Hercinit, eine bisher unbekannt gebliebene Spezies des Mineralreiches. IN: Verhandlungen der Gesellschaft des Vaterländischen Museums in Böhmen
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
www.mindat.org - hercynite


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