Jarosit
| Klassifikation: | 7.BC.10 |
| Klasse: | Sulfate (Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate) |
| Unterklasse: | Sulfate (Selenate usw.) mit zusätzlichen Anionen, ohne H2O |
| Familie: | Mit mittelgroßen und großen Kationen |

Jarosit - Ein Kalium-Eisen-Sulfat
Das Mineral Jarosit ist ein Kalium-Eisen-Sulfat, das oft aus der Verwitterung von Primärmineralen wie Pyrit entsteht. Es gilt damit als Sekundärmineral.
Der Name Jarosit geht auf den deutschen Mineralogen August Breithaupt (1791 bis 1873) zurück. Er benannte das Mineral nach dem Fundort Barranco Jaroso in Spanien, wo das Mineral zum ersten Mal entdeckt wurde, oder mit den Worten von Breithaupt: "Der Name bezieht sich auf den bergmännisch wichtig gewordnen Fundpunkt".
Eigenschaften von Jarosit
Jarosit ist mit der Zusammensetzung KFe[(OH)6|(SO4)2] ein Vertreter der Mineralklasse der Sulfate.

Die Farbe von Jarosit ist gelb in unterschiedlichen Helligkeiten, was dem Mineral das Synonym Gelbeisenerz einbrachte. Daneben kann Jarosit von brauner bis schwarzer Farbe sein, oder wie der Mineraloge Gustav Adolf Kenngott (1818 bis 1897) im Jahr 1854 schrieb, ist Jarosit "meist nelkenbraun, auch einerseits (...) zwischen gelblichbraun und dunkelhoniggelb (...), andererseits bis schwärzlichbraun".
Die Strichfarbe ist bei allen Farben hellgelb.
Jarosit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem. Die Kristalle pseudokubisch oder rhomboedrisch ausgebildet. Die Aggregate sind nierig bis schuppenartig, krustig bis erdig, derb, körnig oder faserig.
Der Glanz von Jarosit ist matt bei undurchsichtiger Transparenz. Der Bruch des Sulfats ist muschelig-uneben, die Spaltbarkeit ist deutlich ausgeprägt.
Jarosit ist mit einer Mohshärte von 3 bis 4 ein relativ weiches Mineral, dessen Dichte sich auf 2,9 bis 3,5 g/cm³ beläuft.

Einige Quellen berichten, dass Jarosit pyroelektrisch sei. Pyroelektrizität bedeutet, dass die Kristalle bei einer Temperaturänderung (Erhitzung), eine elektrische Spannung aufbauen. Diese Information stammt noch aus älteren Quellen und ist nicht korrekt. Kristalle benötigen, um pyroelektrisch zu sein, eine dauerhafte und spontane Polarisation. Das bedeutet, dass positive und negative elektrische Ladungen getrennt sind. Das ist bei Jarosit nicht der Fall.
Entstehung und Verbreitung von Jarosit
Die Entstehung von Jarosit steht im Zusammenhang mit der Verwitterung schwefelhaltiger Eisenlagerstätten, die durch wässrige Lösungen überprägt werden. Das Sekundärmineral entsteht ebenso in der Umgebung von Thermalquellen.
Die Vorkommen von Jarosit sind besonders häufig mit Anglesit, Brochantit, Cerussit, Cuprit, Gips, Goethit, Gold, Limonit, Magnetit, Malachit, Mimetesit, Pharmakosiderit, Pyrit, Quarz, Rodalquilarit, Skorodit, Boussingaultit, Alunit, Hämatit und Winstanleyit vergesellschaftet.
Bekannte Jarosit-Vorkommen befinden sich in Horní Slavkov/Tschechien; Fürstenberg (Sachsen)/Deutschland; Spanien; Laurion/Griechenland; Kamtschatka/Russland; Chile; Mexiko; Kalifornien, Colorado, Arizona/USA.
Bedeutung und Verwendung von Jarosit
Auch wenn Jarosit teilweise hohe Gehalte an Zink, Kalium, Blei und Kupfer aufweist, ist Jarosit aufgrund der Seltenheit nicht von wirtschaftlicher Bedeutung.
In der Vergangenheit wurde Jarosit als braungelbes Pigment für Gemälde verwendet.
Nachweis von Jarosit
Jarosit gibt beim Erhitzen im geschlossenen Röhrchen Kristallwasser ab und ist nicht in Säuren löslich.
Auch interessant:
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Quellen:
- Breithaupt, A. (1852): Jarosit, Jarosites kalicus. In: Berg- und Hüttenmännische Zeitung
- Kenngott, G. A. (1854): Jarosit (ein neues Xanthokon-Haloid). IN: Uebersicht der Resultate mineralogischer Forschunghen im Jahre 1852
- Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
- Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
- Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
- www.mindat.org - Jarosite

