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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 30.05.2024


Chabasit

Chabasit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: chabasite | französisch: chabazite

farbloser Chabasit
farbloser Chabasit - Kristall (Fundort: Nidda)

Chabazie, Schabasit und Chabasit

Der Name Chabasit wurde in der mineralogischen Literatur erstmals im Jahr 1792 erwähnt – damals noch als Chabazie oder Chabasie. In seinen Ausführungen zum Thema „Mémoire sur la Chabazie“ beschreibt der französische Naturforscher Augustin Guillaume Bosc d`Antic (1759 bis 1828) das Mineral und begründet den Namen: „Le nom Chabazie est une alteration du mot Chabazion, employé par Orphée dans son poeme sur les pierrres...“. Bosc d´Antic bezieht sich dabei auf ein Gedicht namens Peri Lithos, verfasst von Orpheus, einem Sänger der griechischen Mythologie, in welchem die Rede von Chabazion, Mitarbeiter von Orpheus, ist und der als Pate für den Namen Chabazie steht.

1809 wurde der Name schließlich in das heute gebräuchliche Chabasit umgewandelt, erwähnt als Schabasit in einer Auflistung der „Sippschaft des Zeoliths“ von Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817, Mineraloge).

Anderen Quellen zufolge ist der Name Chabasit der Form der Kristalle zu verdanken, die an kleine Hagelkörner erinnern - weshalb die aus dem Altgriechischen stammende Bezeichnung Hagelstein gewählt wurde.


Eigenschaften von Chabasit

Chabasit ist Silikatmineral und im Speziellen ein Vertreter der Zeolithgruppe. Untergeordnet handelt es sich bei Chabasit um einen Würfelzeolith.
In Anlehnung an die Gehalte der im Mineral mengenmäßig dominierenden Elemente Magnesium, Natrium, Kalium, Calcium und Strontium wird die Chabasit-Serie folgendermaßen unterteilt:

  • Chabasit-Mg ((Mg0,7K0,5Ca0,5Na0,1)[Al3Si9O24] · 10H2O)
  • Chabasit-Na ((Na2,K2,Ca,Sr,Mg)2[Al2Si4O12]2 · 12H2O)
  • Chabasit-K ((K2,Ca,Na2,Sr,Mg)2[Al2Si4O12] · 12H2O)
  • Chabasit-Ca ((Ca,K2,Na2)2[Al2Si4O12]2 · 12H2O)
  • Chabasit-Sr (Sr2(Al2Si4O12)2 · 12H2O)

Die Farbe von Chabasit variiert zwischen farblos, weiß und hellen Gelb-, Grün- und Rottönen.
Die Strichfarbe ist weiß.

Chabasit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem. Wie für Würfelzeolithe typisch werden rhomboedrische und würfelartige, an den Kanten abgerundete Kristalle ausgebildet. Mitunter bilden Chabasitkristalle Durchdringungszwillinge. Die Aggregate sind massig.

Chabasit ist von durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz, der Glanz ist glasartig bis matt. Der Bruch ist uneben bis spröde, die Spaltbarkeit ist unvollkommen.

Die Mohshärte des Zeolithminerals beträgt 4 bis 5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839), die Dichte wird mit 2,05 bis 2,16 g/cm³ angegeben.


Chabasit Druse
Chabasit in drusigem Gestein (Fundort: Nidda)

Entstehung und Verbreitung von Chabasit

Chabasit ist ein Mineral hydrothermalen Ursprungs, bildet sich vornehmlich in Drusen und Hohlräumen magmatischer Gesteinen wie Basalt und Andesit. Teilweise ist Chabasit auch in metamorphen Gesteinen oder in der näheren Umgebung von Thermalquellen zu finden.

Die Vorkommen von Chabasit werden von weiteren Mineralen wie anderen Zeolithen – insbesondere Harmotom, Gismondin, Heulandit, Phillipsit und Skolezit - Pyroxenen, Amphibolen, Boussingaultit, Aragonit, Feldspat, Calcit, Amethyst/Quarz und Dolomit begleitet.
Bedeutende Chabasit-Vorkommen befinden sich unter anderem in Südwestgrönland; Westmännerinseln, Osten und Westen von Island; Färöer-Inseln; Lappland und Värmland/Schweden; Isle of Skye, östliche von Glasgow/Schottland; Antrim/Nordirland; Durham, Leicestershire, Devon und Cornwall/England; Frankreich; Belgien; Eifel, Vogelsberg, Dillenburg, Odenwald, Idar-Oberstein, Hegau, Fichtelgebirge und Erzgebirge/Deutschland; Böhmen und Mähren/Tschechien; Slowakei; Uri und Tessin/Schweiz; Waldviertel, Hohe Tauern und Steiermark/Österreich; Ungarn; Kanarische Inseln und Andalusien/Spanien; Halbinsel Kola und Ural/Russland; Italien; Tansania; Madagaskar; Südostaustralien; Neuseeland; Hawaii, West- und Nordostküste der USA.


Verwendung und Bedeutung von Chabasit

Chabasit wird teilweise wegen der Fähigkeit des Kationenaustausches zur Wasserenthärtung oder Dekontamination von Böden oder Abwässern genutzt und wird zu diesen Zwecken synthetisch hergestellt.


Nachweis von Chabasit

Wird Chabasit im geschlossenen Röhrchen erhitzt, wird Kristallwasser freigesetzt.


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Quellen:
⇒ Bosc d'Antic L. (1792): Mémoire sur la Chabazie. IN: Journal d´Histoire naturelle. Tome second
⇒ Werner, A. G. (1809): Sippschaft des Zeoliths. IN: Taschenbuch für die gesammte Mineralogie, mit Hinsicht auf die neuesten Entdeckungen. Herausgegeben von Carl Caesar von Leonhard
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
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