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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 28.03.2024


Okenit

Okenit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: okenite | französisch: okénite


Okenit Foto
Okenit

Das Mineral Okenit wurde zum ersten Mal in Kudlisat auf der Diskoinsel in Grönland entdeckt und im Jahr 1828 unter dem Titel "Ueber den Ockenit, eine neue Mineralspecies" genauer von Franz von Kobell (1803 bis 1882), ein deutscher Mineraloge, beschrieben. Auf von Kobell geht auch der Name Okenit zurück, der das Mineral nach dem deutschen Naturforscher Lorenz Oken (1779 bis 1851) benannte.


Eigenschaften von Okenit

Das Mineral Okenit ist ein Silikatmineral mit der chemischen Zusammensetzung Ca5Si9O23·9H2O.

Die Farbe von Okenit ist hellgelb bis weiß, gelegentlich auch farblos.
Die Strichfarbe ist weiß.

Okenit kristallisiert im triklinen Kristallsystem und bildet nadelförmige bis blattartige Kristalle aus. Die Aggregate von Okenit erinnern an kleine Schneebälle, da die Kristalle zumeist strahlenförmig zu Rosetten angeordnet sind.

Die Spaltbarkeit von Okenit ist gut, der Bruch ist muschelig-uneben. Der Glanz des Minerals ist seidig bis perlmuttartig bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz.

Die sehr elastischen Kristalle weisen eine Mohshärte von 4,5 bis 5 auf, die Dichte beträgt 2,28 g/cm³.


okenite - Mineral und Kristalle
Okenit

Entstehung und Verbreitung von Okenit

Okenit ist ein Mineral magmatischen Ursprungs, dessen Entstehung auf auskristallisierende, hydrothermale Fluide zurückzuführen ist.

Die Vorkommen von Okenit treten zusammen mit einer Reihe von anderen Mineralen auf, darunter unter anderem Basalt, Quarz, Chalcedon, Apophyllit und Vertreter der Zeolithgruppe.

Okenit ist nicht weit verbreitet. Die wenigen Fundorte beschränken sich auf die Färöer-Inseln, Grönland; Irland; England; Halbinsel Kola, Ural/Russland; Fichtelgebirge/Deutschland; Steiermark/Österreich; Italien; Indien; Neuseeland; Chile; Mexiko; USA und Kanada.


okeniet - Aufnahme des Minerals
Okenit

Bedeutung und Verwendung von Okenit

Aufgrund der Seltenheit ist Okenit ein begehrtes Mineral für Mineraliensammlungen.


Nachweis von Okenit

Wird Okenit in die offene Flamme gehalten, schmilzt das Mineral zu einer glasartigen kugel zusammen und gewinnt zugleich an Volumen. Bei Erhitzung im Reagenzglas, wird Kristallwasser freigesetzt. Zudem ist Okenit in Säuren löslich.


Auch interessant:


Quellen:
⇒ Kobell, F. (1828): Ueber den Ockenit, eine neue Mineralspecies. IN: Archiv für die Gesammte Naturlehre
⇒ Oken, L. (1829): Isis oder Encyclopädische Zeitung
⇒ Rammelsberg, K. F. (1841): Okenit. IN: Handwörterbuch des chemischen Theils der Mineralogie
⇒ Schmid, E. E. (1865): Ueber Okenit. IN: Annalen der Physik. Band 202
www.mindat.org - Okenite
www.handbookofmineralogy.org - Okenite

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