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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 07.01.2024


Schulenbergit

Schulenbergit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: schulenbergite | französisch: schulenbergite


Schulenbergit Kristalle
hellgrünblaue Kristalle von Schulenbergit (Fundort: Grube Kastor bei Ehreshoven)

Wie viele andere Minerale auch wurde das Mineral Schulenbergit nach dem Ort der Erstentdeckung benannt. 1984 wurde Schulenbergit in der Silber- und Kupfergrube Glücksrad in Oberschulenberg, einem Ortsteil von Schulenberg im Harz nahe Goslar, gefunden.


Eigenschaften von Schulenbergit

Schulenbergit ist ein kristallwasserhaltiges Sulfatmineral bestehend aus (Cu,Zn)7(SO4,CO3)2(OH)10·3H2O.

Die Farbe von Schulenbergit ist ein helles Blau mit einem Stich ins Grüne, ebenso wie die Strichfarbe.

Schulenbergit kristallisiert nach dem trigonalen Kristallsystem und bildet winzige tafelförmige Kristalle, die in Form von Rosetten oder kugelförmigen Aggregaten angeordnet sind.

Der Glanz des Kupferminerals ist perlmuttartig bei durchsichtiger Transparenz und vollkommener Spaltbarkeit.

Mit einer Mohshärte von 2 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1843) ist Schulenbergit ein sehr weiches Mineral, dessen Dichte 3,38 bis 3,45 g/cm³ beträgt.


Entstehung und Verbreitung von Schulenbergit

Schulenbergit ist ein Sekundärmineral, das aus der Verwitterung bereits existenter Zink- und Kupferminerale infolge hydrothermaler Lösungen hervorgeht.

Deshalb ist Schulenbergit mit zahlreichen Kupfermineralen vergesellschaftet, darunter Malachit, Serpierit, Linarit, Chalkopyrit, aber auch Hemimorphit, Quarz, Gips, Zinkblende, und Cerussit.

Schulenbergit mit Zinkblende
Schulenbergit in Paragenese mit Zinkblende (Fundort: Grube Kastor bei Ehreshoven)

Nennenswerte Vorkommen von Schulenbergit befinden sich unter anderem in Norwegen, England, Frankreich, Belgien, Deutschland, Schweiz, Österreich, Tschechien, Italien, Griechenland, Japan, Chile sowie in den USA


Schulenbergit beobachten und erkennen

Schulenbergit kommt meist nur in kleinen Kristallen vor, wodurch gut ausgebildete Exemplare nur unter einer Lupe oder Mikroskop beobachtet werden können. Dort bildet sie allerdings attraktive und ästhetische Gebilde aus, die bei Sammlern von Micromounts und Kleinstufen sehr begehrt sind.

Unter dem Mikroskop zeigen sie sechseckige Kristalle, die aussehen, als würden sie zu einer Art Sahnehäubchen verwachsen sein.

Derbe Ausbildungen sind meist sehr schwer zu erkennen, da sie oft mit anderen Mineralien wie Serpierit, Chalkoalumit oder Aurichalcit verwechselt werden können.

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Quellen:
⇒ Hodenberg, R. v., Krause, W. und Tauber, H. (1984): Schulenbergit, (CuZn)4(SO4,CO3)2(OH)10·3H2O, ein neues Mineral. IN: Neues Jahrbuch für Mineralogie
www.mindat.org - Schulenbergite.

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