Ankerit

Ankerit - Ein Carbonatmineral
Namenspate des Minerals Ankerit, das erstmals an der Rohwand am Erzberg in der Steiermark/Österreich gefunden wurde, ist der österreichische Mineraloge Matthias Joseph Anker (1771 bis 1843), der sich Christian Keferstein (Mineraloge, 1784 bis 1866) zufolge „um die Mineraloge der Alpen große Verdienste erworben hat“.
Zwei Jahre zuvor zog das Mineral 1824 als Paratomes Kalkhaloid in die Literatur ein, wobei der Name auf den Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) zurückgeht.
Eigenschaften von Ankerit
Ankerit ist mit der Zusammensetzung Ca(Fe,Mn,Mg)(CO3)2 ein Vertreter der Mineralklasse der Carbonate.
Die für Ankerit typischen Farben sind weiß, grau, gelb und braun, wobei die Intensität des Brauns mit steigendem Eisengehalt zunimmt. Der Mineraloge Carl Justus Andrae (1817 bis 1885) ist der Meinung, dass Ankerit im Zuge der Verwitterung braun wird.
Mitunter wird Ankerit aufgrund der braunen Farbe auch Braunspat genannt.
Die Strichfarbe von Ankerit - d.h. die Farbe, die entsteht, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird - ist weiß.
Ankerit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem. Die Kristalle sind rhomboedrisch-tafelig, dabei leicht gekrümmt und teilweise auch zu Zwillingen miteinander verwachsen. Die entsprechenden Ankerit-Aggregate sind massig, körnig oder stalaktitisch.
Der Glanz von Ankerit ist glas- bis perlmuttartig, die Transparenz ist durchscheinend bis undurchsichtig. Der Bruch von Ankerit ist muschelig, die Spaltbarkeit ist vollkommen.
Die Mohshärte beträgt 3,5 bis 4 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs bei einer Dichte von 2,93 bis 3,1 g/cm³.

Entstehung und Verbreitung von Ankerit
Ankerit entsteht meist aus hydrothermalen Lösungen oder während der Umwandlung karbonatischer Sedimente. Dabei werden Calcium, Eisen und Magnesium in die Kristallstruktur eingebaut. Häufig bildet sich Ankerit durch die Umwandlung von Dolomit oder Calcit und tritt daher oft gemeinsam mit anderen Karbonatmineralen auf.
Die Vorkommen von Ankerit sind mit weiteren Mineralen wie Dolomit, Gold, Galenit, Sphalerit (Zinkblende), Chalkopyrit, Siderit, Brianyoungit, Fluorit, Goethit und Bergkristall/Quarz vergesellschaftet.
Bedeutende Vorkommen von Ankerit befinden sich bspw. in Lancashire/England; Freiberg (Erzgebirge), Schwarzwald/Deutschland; Steiermark, Salzburg/Österreich; Turin/Italien; Kapnik/Rumänien; Slowakei; Ungarn; Australien; Neuseeland; Kanada sowie in den USA.
Bedeutung und Verwendung von Ankerit
Ankerit ist insbesondere für Mineraliensammlungen von Bedeutung.
Nachweis von Ankerit
Ankerit weist eine weißgelbe bis rote Fluoreszenz auf und ist Salzsäure löslich.
Auch interessant:
Quellen:
- Keferstein, C. (1828): Teutschland, geognostisch-geologisch dargestellt, mit Charten und Durchschnittszeichnungen erläutert. Sechsten Bandes 1. Heft
- Mohs, F. (1825): Paratomes Kalk-Haloid. IN: Grund-Riß der Mineralogie: Register zu dem Grund-Riß der Mineralogie in zwei Bänden
- Leonhard, C. C. (1826): Ankerit. IN: Handbuch der Oryktognosie
- Beudant, F. S. (1826): Paratomes Kalkhaloid, Ankerit (Haidinger). IN: Lehrbuch der Mineralogie
- Andrae, C. J. (1864): Ankerit. IN: Lehrbuch der gesammten Mineralogie
- Bauer, M. (1886): Ankerit. IN: Lehrbuch der Mineralogie
- Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
- Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
- Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
- Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
- Okrusch, M. und Matthes, S. (2013): Mineralogie. Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
- www.mindat.org - Ankerite

