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Famatinit

Chemische Formel
Cu3SbS4
Bestandteile
Schwefel Kupfer Antimon
Systematik nach Strunz (2024)
Klassifikation: 2.KA.10
Klasse: Sulfide und Sulfosalze
Unterklasse: Sulfarsenate
Familie: Sulfarsenate mit (As,Sb)S4-Tetraedern

Famatinit - ein Kupfer-Sulfoantimonat

Das Mineral Famatinit wurde im Jahr 1873 vom deutschen Geo- und Mineralogen Alfred Wilhelm Stelzner (1840 bis 1895) im argentinischen Sierra de Famatina entdeckt. Bezugnehmend auf den ersten Fundort wurde das Mineral Famatinit genannt.


Famatinit
Famatinit bildet meist hellgraue bis braungraue Überzüge aus

Eigenschaften von Famatinit

Famatinit ist mit der Zusammensetzung (Cu3SbS4) ein Vertreter der Mineralklasse der Sulfide. In Anlehnung an Gehalte von Antimon (Stibium – Sb) und der Zugehörigkeit der Luzonit-Gruppe wird Famatinit auch Stibioluzonit genannt.

Die Farbe von Famatinit variiert zwischen grau und grauschwarz, kann aber auch violett-schwarz und intensiv rosa-braun sein, oder wie der Geologe Ferdinand Zirkel (1838 bis 1912) meinte: "zwischen kupferroth und grau, bisweilen stahlfarbig angelaufen". Dass Famatinit an der Luft nachdunkelt, stellte seinerzeit auch Stelzner fest.
Die Strichfarbe von Famatinit ist schwarz.

Das Kupferantimonsulfid kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem – die Kristalle sind rhomboedrisch und laut Stelzner "äusserst selten krystallisirt". Die Aggregate sind körnig, krustenartig oder derb. Mitunter sind die Kristalle auch zu Zwillingen miteinander verwachsen.

Der Glanz von Famatinit ist metallisch, die Transparenz ist undurchsichtig. Der Bruch ist uneben bis muschelig, die Spaltbarkeit ist gut.

Die Mohshärte beträgt 3 bis 4 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) bei einer Dichte von 4,57 bis 4,63 g/cm³.


Übersicht der Eigenschaften von Famatinit
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung Cu3SbS4
Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze
Kristallsystem
  • tetragonal
  • häufig körnige bis massige Aggregate
  • selten gut ausgebildete Kristalle
Farbe dunkelgrau bis schwarz, oft mit rötlichem Stich
Strichfarbe schwarz
Glanz metallisch
Transparenz undurchsichtig
Bruch uneben
Spaltbarkeit unvollkommen
Mohshärte 3 bis 3,5
Dichte 4,5 bis 4,7 g/cm³

Famatinit und Luzonit

Sehr oft bildet Famatinit zusammen mit dem Mineral Luzonit Mischkristalle. Chemisch reiner Famatinit ist in der Natur derzeit praktisch nicht bekannt. Diese Famatinit/Luzonit-Mischkristalle zeigen sich durch ründliche kleine Halbkugeln auf der Oberfläche von Mineralen wie Chalkopyrit, Covellin oder Fahlerzen. Diese kleinen Kügelchen sind silbrig bis leicht rötlich gefärbt und haben einen metallischen Glanz.

Famatinit mit Luzonit
Dieser Famatinit bildet zusammen mit dem Mineral Luzonit eine Mischkristallreihe (Fundort: Grube Clara)

Entstehung und Verbreitung von Famatinit

Die Entstehung von Famatinit steht in engem Zusammenhang mit Kupferlagerstätten, in denen Famatinit unter gering- bis mitteltemperierten hydrothermalen Lösungen auskristallisiert.

Mit Famatinit sind u.a. Baryt, Arsenopyrit, Sphalerit (Zinkblende), Chalkopyrit (Kupferkies), Pyrit, Enargit, Markasit, Quarz, Silber, Gold, Tetraedrit und Covellin vergesellschaftet.

Nennenswerte Famatinit-Vorkommen befinden sich z.B. in Kitaa/Grönland; Auvergne, Limousin, Bretagne/Frankreich; Oberpfälzer Wald, Schmiedeberg (Erzgebirge), Oberwolfach (Schwarzwald)/Deutschland; Salzburg, Hüttenberg (Kärnten), Brixlegg (Tirol)/Österreich; Toskana, Sardinien/Italien; Laurion, Thrakien, Kykladen/Griechenland; Jakutien/Russland; Usbekistan; Kasachstan; Tsumeb/Namibia; New South Wales/Australien; Bolivien; Atacama, Antofagasta/Chile; Mexiko; Peru; Cordoba, Catamarca/Argentinien; Japan; China; Wyoming, Idaho, Missouri, Utah, Washington, Arizona, Kalifornien, Colorado/USA und New Brunswick/Kanada.


Verwendung und Bedeutung von Famatinit

Famatinit ist vorrangig für die Wissenschaft und Mineraliensammlungen von Interesse.


Nachweis von Famatinit

Famatinit weist einen Pleochroismus in violett-pink bis hellorange auf.

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Quellen:

Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

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