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Pyknit


Pyknit Foto
Pyknit

Pyknit alias Stengeltopas

Der Name Pyknit taucht erstmals im Jahr 1806 in der mineralogischen Literatur auf. Der französische Mineraloge René-Just Haüy (1743 bis 1822) wählte den aus dem Griechischen stammenden Namen, der mit „ein dichtes, kompaktes Fossil“ übersetzt wird. Der Begriff Fossil war zur damaligen Zeit noch deutlich weiter gefasst als heute und umfasste sowohl Versteinerungen als auch Mineralien, Gesteine oder sogar pflanzliche Überreste, entsprechend der wörtlichen Bedeutung der lateinischen Vokabel fossilare („ausgegraben“).

In seiner Abhandlung setzt sich Haüy auch mit den zuvor gebräuchlichen Bezeichnungen für das Mineral auseinander. So war Pyknit beispielsweise unter dem Namen „schörlartiger Beryll“ oder dem französischen Ausdruck „schorl blanc prismatique“ (prismatischer weißer Schörl) bekannt. Haüy jedoch erkannte das Mineral als eigenständige Art, da sich sowohl die physikalischen Eigenschaften als auch die chemische Zusammensetzung deutlich von Schörl und Beryll unterschieden.

Ein weiterer Name, unter dem das Mineral in der Vergangenheit bekannt war, lautete Stangenstein. Der deutsche Mineraloge Dietrich Ludwig Gustav Karsten (1768 bis 1810) beschrieb das Mineral bereits 1789 als Vertreter der „Art Silex Beryllus“ – konkret als „gelblich-weißen Stangenstein“ von Altenberg.
Karsten wollte sich damit bewusst von der von Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817) geprägten Bezeichnung „Stangenschörl“ abgrenzen, da er aus chemischer Sicht wesentliche Unterschiede zum Schörl erkannte.


Eigenschaften von Pyknit

Pyknit ist eine Varietät von Topas, der mit der chemischen Zusammensetzung Al2SiO4(F,OH)2 zur Mineralklasse der Silikate zählt.

Die Farbe von Pyknit ist gelb, gelbgrün, gelbbraun oder grün, oder wie der wie der Mineraloge Ludwig Emmerling (1765 bis 1841) im Jahr 1799 schreibt: "eine gelblich- oder grünlichweiße Farbe, welche letztere sich bald dem Spargelgrün, bald dem Schwefelgelben nähert. Zuweilen geht er durchs Röthlichweiße ins Blaßfleischrothe und zieht sich auch manchmal mehr oder weniger ins Perlgraue".
Die Strichfarbe von Pyknit ist weiß - d.h., wenn Pyknit über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird, die Strichtafel, erscheint ein weißer, pulverisierter Abrieb.

Pyknit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem. Die Aggregate sind parallel ausgerichtet und stengelig, deshalb auch gelegentlich die Bezeichnung Stengeltopas.

Der Glanz von Pyknit ist glasartig, die Transparenz ist durchscheinend bis durchsichtig. Pyknit weist einen muscheligen Bruch auf, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen.

Mit einer Mohshärte von 8 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) ist das Mineral sehr hart und erfüllt das Kriterium der Edelsteinhärte. Die Dichte beträgt 3,5 g/cm³.


pyknite - Mineral und Kristalle
Stengeltopas

Entstehung und Verbreitung von Pyknit

Pyknit ist ein Mineral magmatischen Ursprungs. Im pneumatolytischen Stadium reagieren aluminiumhaltige Minerale oder Gesteine mit fluorreichen, wässrigen Lösungen.

Die Vorkommen von Pyknit sind neben Quarz und Muskovit auch mit Kassiterit und Wolframit sowie Zinnwaldit vergesellschaftet.

Als Fundort von Pyknit sind das Erzgebirge/Deutschland; Schweden; Norwegen; Schweiz; Tschechien; Afghanistan; Pakistan; Japan; Sri Lanka; Myanmar; Algerien; Mexiko; USA und Japan bekannt.


Pyknita - Aufnahme des Minerals
Topasvarietät Pyknit

Verwendung und Bedeutung von Pyknit

Aufgrund der Seltenheit und des spröden Charakters ist Pyknit nicht von wirtschaftlichem Interesse, findet vielmehr Einsatz in der Schmuckverarbeitung und als Sammelobjekt.


Nachweis von Pyknit

Pyknit weist eine deutliche Fluoreszenz auf. Unter langwelligem UV-Licht zeigt sich das Mineral hell- bis weißgelb, unter kurzwelligem UV-Licht leuchtet Pyknit goldgelb auf.
Pyknit ist sowohl gegen Säure als auch Hitze resistent.


Auch interessant:


Quellen:

  • Karsten, D. L. G. (1789): Silex Beryllus, Stangenstein. IN: Des Herrn Nathanaël Gottfried Leske hinterlassenes Mineralienkabinet systematisch geordnet und beschrieben
  • Emmerling, L. A. (1799): Stangenstein. IN: Lehrbuch der Mineralogie, Ersten Theils erster Band
  • Haüy, R.-J. (1806): Pyknit. IN: Lehrbuch der Mineralogie, Dritter Theil
  • Hausmann, J. F. L. (1847): Pyknit. IN: Handbuch der Mineralogie
  • Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
  • Okrusch, M. und Matthes, S. (2013): Mineralogie. Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
  • www.mindat.org - Pyknite

Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 18.07.2025

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