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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 16.01.2024


Euklas

Euklas - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: euclase


Euklas
Euklas (Quelle: Reinhard Brauns: Das Mineralreich, 1903)

Euklas

Die älteste Beschreibung des Minerals Euklas gehen auf den französischen Mineralogen René-Just Haüy (1743 bis 1822) zurück.

In seinen Aufzeichnungen "De l´Euclase" setzt sich Haüy 1792 genauer mit den Eigenschaften des Minerals auseinander, das laut James Sowerby (Naturforscher, 1757 bis 1822) 1785 aus Peru nach Europa kam.
Dabei fiel Haüy die sehr ausgeprägte Spaltbarkeit von Euklas auf, sodass er dem Mineral den aus dem Griechischen stammenden Namen Euklas gab, der mit gutes Zerbrechen übersetzt wird.


Eigenschaften von Euklas

Euklas ist mit der chemischen Zusammensetzung BeAlSiO4(OH) ein Vertreter der Mineralklasse der Silikate.

Die Farbe von Euklas ist eigentlich farblos, oder wie der Mineraloge Nikolai Koksharov (1818 bis 1893) im Jahr 1859 schrieb: "ganz wasserhell". Beimengungen von Fremdelementen können aber auch weiße, hellgrüne, grünblaue, bellblaue, hellgrüne oder gelbgrüne Farbvarianten hervorrufen; Koksharov berichtete aber auch von Euklas aus Russland, der sich durch eine "schöne dunkelbläulich grüne Farbe" auszeichnet, die er mit Kyanit verglich, während sein Kollege Cornelio August Doelter y Cisterich (1850 bis 1930) 1893 den Vergleich von hellblauem Euklas mit Aquamarin zieht. Max Bauer (1844 bis 1917) fügte noch die Ähnlichkeit mit Blautopas hinzu.
Die Strichfarbe von Euklas - die Farbe, die entsteht, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird - ist weiß.

Euklas kristallisiert im monoklinen Kristallsystem. Euklaskristalle sind prismatisch, die Aggregate sind körnig oder radialstrahlig angeordnet.

Euklas ist von durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz, der Glanz ist glasartig, auf frischen Spaltflächen auch perlmuttartig. Der Bruch ist muschelig, die Spaltbarkeit ist – wie aus dem Namen hervorgeht – sehr vollkommen.

Euklas ist ein sehr hartes Mineral, die Mohshärte beträgt 7,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839), was der Definition der Edelsteinhärte entspricht. Die Dichte von Euklas wird mit 2,99 bis 3,10 g/cm³ angegeben.


Entstehung und Verbreitung von Euklas

Euklas ist ein Mineral hydrothermalen Ursprungs, entsprechend häufig zu finden in Greisen und Pegmatiten; der Verwitterungsbeständigkeit wegen lagert sich Euklas ebenso in alluvialen Seifen – angeschwemmt als Mineral in Sedimenten – ab.

Die Vorkommen von Euklas werden u.a. von Beryll, Topas, Quarz, Chlorit, Feldspat, Glimmer, Calcit und Ankerit begleitet.

DieVorkommen des seltenen Minerals sind auf wenige Fundorte beschränkt, wie bspw. in Norwegen; Schweden; England; Finnland; Fichtelgebirge und Vogtland/Deutschland; Hohe Tauern und Zillertal/Österreich; Schweiz; Russland; Ukraine; Italien; Portugal; Simbabwe; Madagaskar; Namibia; Tansania; China; Myanmar/Burma; Peru; Brasilien; Kolumbien und in den USA.


Bedeutung und Verwendung von Euklas

Euklas ist vor allem als Schmuckstein von Bedeutung, auch wenn die Bearbeitung der sehr vollkommenen Spaltbarkeit wegen mitunter schwierig ist und das Mineral sehr zum Splittern neigt.


Nachweis von Euklas

Euklas ist nicht in Säuren löslich und nur schwer zu schmelzen. Der Pleochroismus ist nur schwach ausgeprägt und erscheint in hellgrünen bis blau- und gelbgrünen Farbtönen.


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Auch interessant:


Quellen:
⇒ Haüy, R. J. (1792): De l´Euclase. IN: Journal de physique, Observations sur la Physique, sur l`Histoire naturelle et sur les Arts. Tome XLI, Juillet 1792
⇒ Haüy, R. J. (1801): Euclase, c´est-à-dire, facile à briser. IN: Traité de Minéralogie
⇒ Sowerby, J. (1811): Silex Euclasius. Euclase. IN: Exotic Mineralogy: or, coloured figures of foreign minerals, as a supplement to British Mineralogy
⇒ Koksharov, N. (1859): Über den russischen Euklas
⇒ Doelter y Cisterich, C. A. (1893): Euklas. IN: Edelsteinkunde. Bestimmung und Unterscheidung der Edelsteine und Schmucksteine. Die künstliche Darstellung der Edelsteine
⇒ Bauer, M. (1896): Euklas. IN: Edelsteinkunde. Eine allgemein verständliche Darstellung der Eigenschaften, des Vorkommens und der Verwendung der Edelsteine, nebst einer Anleitung zur Bestimmung derselben für Mineralogen, Steinschleifer, Juweliere, etc · Band 2
⇒ Brauns, R. (1903): Euklas. IN: Das Mineralreich. Band 2
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
www.mindat.org - Euclase


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