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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 12.10.2023


Celadonit

Celadonit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: celadonite | französisch: céladonite


Grünerde und Celadonit

Die meeresgrüne Farbe des Minerals Celadonit (alternativ: Seladonit) ist die Eigenschaft, auf die der aus dem Französischen stammende Name Celadonit bzw. Seladonit zurückzuführen ist

Erstmals erwähnt wurde Celadonit bzw. Seladonit – nicht zu verwechseln mit Caledonit – im Jahr 1847 bei Ernst Friedrich Glocker (Mineraloge und Geologe, 1793 bis 1858). Als Typlokalität, d.h. Ort der Erstentdeckung, gelten drei Fundorte: Planitz in Sachsen/Deutschland sowie zwei verschiedene Stellen am Monte Baldo in Italien. Zuvor wurde das Mineral unter dem Namen Grünerde geführt


Eigenschaften von Celadonit

Mit der Zusammensetzung K(Mg,Fe2+)(Fe3+,Al)Si4O10(OH)2 ist Celadonit ein Mineral der Klasse der Silikate.
Innerhalb der Silikate wird Celadonit der Glimmergruppe zugeordnet, speziell den Hellglimmern, zu denen auch Muskovit zählt.

Celadonit ist hauptsächlich von grüner Farbe: hellgrün, apfelgrün, braungrün, blaugrün bis schwarzgrün.
Die Strichfarbe von Celadonit ist hellgrün.

Das kristallwasserhaltige Silikatmineral kristallisiert im monoklinen Kristallsystem. Die Kristalle sind prismatisch, schuppenartig. Die Aggregate von Celadonit sind massig, büschelförmig, erdig oder pulverig.

Celadonit ist von durchscheinender bis undurchsichtiger Transparenz bei mattem Glanz. Der Bruch ist uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Mit einer Mohshärte von 1 bis 2 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) ist Celadonit ein sehr weiches Mineral, dessen Dichte 2,9 bis 3,05 g/cm³ beträgt.


Entstehung und Verbreitung von Celadonit

Celadonit wird durch hydrothermale Substitution mafischer Minerale gebildet, kristallisiert bevorzugt in Hohlräumen von Basalten oder in Andesit, kann aber auch in Kalksteinen vorkommen.

Entsprechende Begleitminerale von Celadonit sind Prehnit, Montmorillonit, Calcit, Chlorit, Cerussit und Quarz, aber auch Zeolithe wie Klinoptilolith, Heulandit sowie Laumontit.

Bedeutende Seladonit-Vorkommen befinden sich z.B. in Island; Schottland; England; Schweden; Frankreich; Hartkoppe, Großer Horst, Oberwolfach und Hegau/Deutschland; Italien; Polen; Tschechien; Slowakei; Ungarn; Indien; Australien; Neuseeland; Uruguay; Brasilien; Bolivien; Peru; Mexiko; Kanada und in den USA.


Bedeutung und Verwendung von Celadonit

Auch heute noch kommt Celadonit als farbgebendes, grünes Pigment in Farben und Lacken zum Einsatz – mitunter bekannt unter dem Namen Grüne Erde, bei der sich um eine Mischung aus Celadonit und Glaukonit handelt.


Nachweis von Celadonit

Celadonit weist einen gelbgrünen bis blaugrünen Pleochroismus auf.


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Auch interessant:


Quellen:
⇒ Glocker, E. F. (1839): Grünerde. IN: Grundriß der Mineralogie mit Einschluß der Geognosie und Petrefactenkunde
⇒ Glocker, E. F. (1847): Seladonites. IN: Generum et specierum mineralium, secundum ordines naturales digestorum Synopsis
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
www.mindat.org - celadonite

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