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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 28.04.2020


Saphir

Saphir - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: sapphire | französisch: saphir


Saphir = Blauer Korund

Saphir - der Name ist Programm. Sappheiros wird aus dem Griechischen mit blau übersetzt.
Lange Zeit, noch bis in das Mittelalter hinein, wurde deshalb nahezu jedes blaue Mineral oder Gestein allein aufgrund der blauen Farbe als Saphir bezeichnet, auch wenn es sich um andere Mineralien oder Gesteine wie bspw. Lapislazuli handelte.

saphir_briefmarke - Mineral und Kristalle
Bild 1: Wohlfahrtsmarke Saphir


Inhaltsverzeichnis Saphir


Eigenschaften von Saphiren

Das Mineral Saphir wird mit der chemischen Zusammensetzung Al2O3 zur Klasse der Oxidmineralien gezählt. Zusammen mit rotem Rubin und farblosem Leukosaphir bilden Saphire die Korundgruppe.

Saphire kristallisieren dem trigonalen Kristallsystem folgend und bilden tafelige, pyramidale und rhomboedrische Kristalle. Die entsprechenden Aggregate erscheinen körnig oder massig.

Saphire weisen keine Spaltbarkeit auf, der Bruch des Minerals ist splittrig und muschelig. Die Transparenz von Saphir ist durchsichtig bis durchscheinend. Der Glanz ist glas- oder diamantartig, teilweise auch seidig infolge im Kristall eingelagerten Mineralien wie feine Rutilnadeln. Jene Einschlüsse bewirken auch den sogenannten Asterismus von Saphiren, die sich in Form eines sechsstrahligen Sterns äußern. Der Grund: im Saphir eingewachsene Rutilnadeln, die einander überkreuzen und im Handel als Sternsaphir verkauft werden.

Saphire sind mit einer Mohshärte von 9 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Carl Friedrich Christian Mohs (1773 bis 1839) sehr harte Mineralien, die das Kriterium der Edelsteinhärte erfüllen. Nicht jedes Mineral ist gleichzeitig ein Edelstein. Lediglich Mineralien mit einer Mohshärte höher als 7 werden als Edelstein definiert. Die Dichte von Saphir beträgt 3,9 bis 4,1 g/cm3.


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Die Farbe von Saphir

Die Farbe von Saphiren ist nicht ausschließlich blau.

Auch wenn der Großteil aller zutage geförderten Saphire von blauer Farbe ist, kommt das Korundmineral auch in farblos, schwarz, rotviolett, grün, gelb und orange vor, die unter dem Namen Fancy Saphire geführt werden.

In vielen Fällen gibt die Farbe von Saphiren bzw. der Blauton einen Aufschluss über den Fundort.

Fundort Farbe
Thailand grünblau
Montana/USA hell- bis graublau
Kaschmir/Indien kornblumenblau
Sri Lanka hellblau, violett, gelb, farblos, grün, rosa
Australien dunkelblau bis schwarz, gelbgrün

Der farblichen Ähnlichkeit wegen können blaue Saphire insbesondere mit Zirkon, Cordierit, Kyanit, Spinell, Turmalin, Topas sowie Tansanit verwechselt werden.

Rosafarbene Saphire werden ebenfalls als Saphire bezeichnet - trotz der farblichen Ähnlichkeit mit Rubinen. Entscheidend ist die Basisfarbe, die bei Rubinen rot ist, während bei rosafarbenem Korund pink bzw. rosa dominiert.
Dass rosa Saphire als Saphire gewertet werden, wird mit dem Wert der Edelsteine begründet. Die Farbe Rot ist das wichtigste Qualitätsmerkmal von Rubinen. Rubine in einem ausgeprägtem Rosa würden als Steine von geringer Farbqualität und dementsprechend weniger wertvoll gewertet werden.

Um eine Verwechslung mit anderen farbigen Mineralien und Edelsteinen auszuschließen bzw. um darauf hinzuweisen, dass Saphire nicht nur in der bekannten blauen Farbe existieren, wird bei andersfarbigen Saphiren zur Identifizierung im Namen zusätzlich die Farbe erwähnt, z.B. Pink Saphir.

Die farbgebenden Elemente, die ursächlich für das typische Saphirblau sind, sind Titan und Eisen.
Bei vergleichsweise geringem Eisengehalt ist Saphir grün oder orange. Dahingegen färbt Vanadium färbt Saphire violett.

Trotz der vielen verschiedenen Farben ist die Strichfarbe bei allen Saphiren weiß, d.h., wird Saphir über ein unglasiertes Porzellantäfelchen (sog. Strichtafel) gestrichen, entsteht ein weißer pulverisierter Abrieb.


Entstehung und Verbreitung von Saphir

Saphire kommen sowohl unter magmatischen wie auch metamorphen Bedigungen entstehen (Näheres siehe: Entstehung von Mineralien.
Saphir magmatischen Ursprungs geht aus silikatischen Gesteinsschmelzen magmatischer Tiefengesteine hervor.
Voraussetzung für metamorph gebildete Saphire sind aluminiumreiche Ausgangsgesteine, die infolge von hohen Temperaturen und hohem Druck, beispielsweise bei tektonischen oder gebirgsbildenden Prozessen, aufgeschmolzen werden und anschließend rekristallisieren.

Saphire zeichnen sich durch eine hohe Verwitterungsresistenz aus, d.h. Saphir gilt als besonders beständig gegenüber dem Einfluss der chemischen und/oder physikalischen Zersetzung. Deshalb lagern sich Saphire oftmals in Form von Seifen ab - nach vorheriger Verwitterung des saphirhaltigen Muttergesteins. Seifen werden in der Geologie als Anreicherung von Mineralien in Sand oder anderen lockeren Sedimenten verstanden.

Neben Granat und Rubin sind Zirkon sowie Spinell die häufigsten Begleitmineralien von Saphir.

Bedeutende Saphir-Vorkommen befinden sich in Norwegen; Finnland; Schottland; Irland; England; Frankreich; Eifel/Deutschland; Tessin/Schweiz; Griechenland; Slowakei; Russland; Kenia; Malawi; Tansania; Mosambique; Südafrika; Madagaskar; Afghanistan; Pakistan; Indien; Sri Lanka; Burma; Kambodscha; China; Australien; Neuseeland sowie in den USA.


Handelsnamen und weitere Namen von Saphiren

Im Handel werden bisweilen Saphire im Namen um die Herkunft ergänzt, und andere Mineralien, bei denen es sich nicht um Saphire handelt, als Saphire ausgegeben.
Hinter diesen sog. Handelsnamen steckt die Idee, einem Mineral mit einem geringerem Wert ein scheinbar kostbareres Image zu verleihen, z.B. Cordierit, der als Wassersaphir bezeichnet wird.

Verwendung und Bedeutung von Saphir

Saphire zählen zu den bedeutendsten Industriemineralien der Welt.
Der blaue Edelstein wird nicht nur als Stein für Schmuck verwendet; auch in Uhren und vielen elektrischen Präzisionsgeräten werden Saphire als Stabilisator eingesetzt. Weiterhin findet das Mineral aufgrund der Infrarot- und UV-Durchlässigkeit Einsatz in optischen Geräten wie z.B. in Lasern oder LED-Leuchten.

Die Porzellanindustrie nutzt mitunter pulverisierten Saphir zusammen mit Silikaten, um feuerfeste Keramik zu fertigen.
Die Härte künstlich hergestellter Saphirkristalle macht sich die Industrie schon lange zunutze. Vor allem für Uhren wird synthetisches Saphirglas verwendet, um das Uhrenglas vor Kratzern zu schützen, aber um auch Displays von Smartphones mit kratz- und stoßfesten Bildschirmen aus synthetischem Saphir auszustatten.


Berühmte Saphire

Viele bekannte und geschichtsträchtige Saphire befinden sich in den Sammlungen des American Museum of Natural History in New York/USA, wie bspw. „Stern von Indien/Star of India“, der mit 536,35 Karat weltweit größte geschliffene Sternsaphir.
Der größte ovalförmig geschliffene Sternsaphir trägt den Namen Star of Adam. Nahezu handtellergroß bringt der Sternsaphir ein Gewicht von 1404,49 Karat auf die Feinwaage, was einem Gewicht von 280,89 Gramm entspricht.


Saphir und Schmuck

Saphire, Rubine, Smaragde und Diamanten gelten in der Schmuckbranche seit Jahrhunderten als die klassischen Farbedelsteine. Die vier großen Edelsteine werden seit jeher zu Schmuck verarbeitet und die Beliebtheit hält immer noch an.

Abhängig von der Reinheit finden bei Saphiren sowohl Facetten- wie auch Glattschliffe Anwendung. Trübe Saphire oder Sternsaphire werden bevorzugt zu Cabochons, Trommelsteinen oder Donuts verarbeitet.

Kristallklare Saphire, deren Reinheit, Farbe und den mit Spiel im Licht daraus resultierenden Farbnuancen im Mittelpunkt steht, werden mit Facettenschliffen versehen. Besonders häufig sieht man bei Saphiren folgende Schliffe: Antikschliff, Ovalschliff, Tropfenschliff, Hexagonal-Schliff, Oktagon-Schliff, Brillant-SchliffHerzschliff, Princess-SchliffNavette/Marquise-Schliff, Briolett, quadratischer Schliff, Rundschliff, Smaragdschliff, Kissenschliff oder Asscherschliff.

Saphire galten lange Zeit als der Stein überhaupt, der in Verlobungsringe eingefasst wurde, da die Farbe Blau mit Treue assoziiert wurde.
Einer der populärsten Verlobungsringe mit Saphir ist in England beheimatet. Im Jahr 1981 steckte Prinz Charles Lady Diana einen Ring mit einem 12 Karat schweren Saphir plus 14 ringförmig diesen verzierenden an den Finger. Im Oktober 2010 erlangte das Schmuckstück erneut die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, als Prinz William Kate Middleton den Saphirring überreichte.


Heilstein Saphir

Ebenso lange wie Saphir in Schmuck eingefasst wird, kommt das Mineral als Heilstein zur Anwendung.

Bereits Hildegard von Bingen setzte ihrer zeit auf die Heilkraft von Saphir. Bei der Auswahl der Heilsteine, die im Rahmen ihrer Heilsteinkunde von Bedeutung waren, bezog sich Hildegard von Bingen auf Steine, die sowohl in der Bibel erwähnt wurden, ihr als auch via Visionen zugetragen wurden.

Im Exodus 28: 17 bis 21 der Bibel wird Saphir neben Rubin, Topas, Smaragd, Türkis, Jaspis, Hyazinth, Achat, Amethyst, Chrysolith, Karneol und Onyx aufgeführt, die den Brustschurz des Hohepriesters Aaron zieren und symbolisch für die zwölf Stämme Israels stehen. Hildegard von Bingen erweiterte die Steine, sodass sie zusätzlich auch mit der vermeintlichen Heilkraft von Sardonyx, Prasem, Chalcedon, Chrysopras, Karfunkel, Diamant, Magnetit, Ligurius, Kristall, Flußperlen, Perlen, Alabaster, Kalk, Ziegelstein, Gold, Kupfer, Silber, Stahl, Blei und Messing arbeitete.

Heutzutage wird Saphir immer noch als Chakrastein/Heilstein angeboten, ohne dass die Heilwirkung von Saphir in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Synthetischer Saphir und falscher Saphir

Nicht jeder Saphir, der auf dem Edelsteinmarkt angeboten wird, ist ein echter Saphir. Ein erster Anhaltspunkt ist der Preis, der bei echten Saphiren wesentlich höher ist als der von Imitationen, Synthesen oder eingefärbten, anderen Mineralien. Auskunft über die Echtheit eines Saphirs bietet ein Zertifikat.

Sehr häufig werden Saphire imitiert, indem an die Unterseite von Spinell, eingefärbtes Glas, Granat oder Rosenquarz blaue Folie angebracht wird, so dass der Eindruck eines blauen Saphirs entsteht. Eingefasst in Schmuck und verdeckt von Krappen ist es schwer, die Täuschung auf den ersten Blick zu entlarven.

Die erste Saphir-Synthese gelang im Jahr 1902, indem ein Pulver, bestehend aus Korund, Eisen und Titan, zusammengeschmolzen wurden. Der im sogenannten Verneuil-Verfahren gebildete Saphir ist echten Saphiren hinsichtlich Aussehen und Härte sehr ähnlich.


Nachweis von Saphir

Saphire weisen einen ausgeprägten Pleochroismus auf. Blaue Saphire erscheinen grünblau bis intensiv blau, während gelber Saphir gelb bis gelbgrün wird und violette Saphire rotviolett bis hellrot erscheinen. Die Fluoreszenz ist mit Ausnahme von blauen Saphiren gegeben. Gelbe Saphire fluoreszieren orange, farblose Saphire in orange und violett.
Saphire sind in Säuren nicht löslich. Bei Temperaturen von 2.050 °C fängt die Korund-Varietät an zu schmelzen.


Sonstiges

Saphir, Diamant und Bergkristall sind die Monatssteine/Geburtssteine für den Monat April.
Ein geschliffener Saphir zierte zudem eine Briefmarke, die im Jahr 2012 von der Deutschen Post herausgebracht wurde. Unter dem Titel "Edelsteine" wurden auf den Wohlfahrtsmarken neben einem Saphir (siehe Bild 1) auch ein Smaragd und Rubin thematisiert.


Auch interessant:
Der Wert von Saphir
Blaue Diamanten
Lapislazuli


Quellen:
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag
- News-Eintrag www.steine-und-minerale.de (2. Januar 2012): Wohlfahrtsmarken Edelsteine
- www.mindat.org - sapphire
- www.dailymail.co.uk

Lesetipp: www.lapisphilatelie.de - eine Sammlung von Briefmarken mit dem Themenschwerpunkt Mineralien und Geologie

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