Logo steine-und-minerale.de

Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 12.04.2024


Gelber Saphir

Gelber Saphir - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: yellow sapphire


Orientalischer Topas alias Gelber Saphir

Gelber Saphir als Edelstein
Ein gelber Saphir im Rundschliff

Saphir: der blaue Edelstein. Wenn Saphir mit einer Farbe in Verbindung gebracht wird, dann ist es blau. Der blauen Farbe ist nicht zuletzt der Name Saphir zu verdanken, insofern Saphir aus dem Griechischen mit blau übersetzt wird.

Dass Saphire auch in anderen, nicht-blauen Farben vorkommen können, war lange Zeit undenkbar. In historischen Mineralogiebüchern aus der Zeit vor etwa 1780 findet man deshalb auch keinerlei Hinweise zu gelben Saphiren. Einer der ersten, der die Farbe gelb im Zusammenhang mit Saphir nennt, ist der Mineraloge Ludwig August Emmerling im Jahr 1793: Die „Hauptfarbe (von Saphir) ist blau, und zwar berliner-, indig-, viol- und smalteblau (…), auch von kermesinrother, gelber und, wiewohl selten, von einer ins lichte Grasgrün fallenden Farbe“.

Ganz überzeugt waren die Gelehrten der Vergangenheit von der Existenz gelber Saphire dennoch nicht und nannten den Stein aufgrund der Ähnlichkeit mit gelbem Topas und der Vorkommen jenseits von Europas zunächst „orientalischer Topas“ (Reuss, 1803).

Reuss war es letztendlich auch, der Argumente dafür lieferte, dass gelber Topas und gelber Saphir zwei verschiedene Mineralien sind. Im Konkreten nennt er Unterschiede in „Strahlenbrechung, geringere Härte, das geringe geringere specifische Gewicht“ von Topas.


Gelber Saphir – Die Eigenschaften

Das Mineral Saphir wird in der Mineralogie übergeordnet der Korundgruppe (kurz: Korund) zugeordnet und neben Saphir auch von rotem Rubin sowie farblosem bzw. weißem Leukosaphir repräsentiert. Im Zusammenspiel mit der Farbe wird gelber Saphir deswegen auch mitunter als Gelber Korund bezeichnet.

Tabelle: Die Eigenschaften von gelbem Saphir
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung Al2O3
Mineralklasse Oxidmineral
Kristallsystem
  • trigonal
  • tafelige, pyramidale und rhomboedrische Kristalle
  • körnige oder massige Aggregate
Farbe gelb
Strichfarbe weiß
Glanz glasartig bis diamanten
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch splittrig, muschelig
Spaltbarkeit nicht vorhanden
Mohshärte 9
Dichte 3,9 bis 4,1 g/cm³


Schmetzer und Medenbach setzten sich 1988 mit den Arten der Einschlüsse in gelben Saphiren auseinander und konnten chevronartige, eckige Wölkchen und Wachstumszonen, Formationen, die Fingerabdrücken gleichen, die allesamt wiederum auf Einschlüsse von Gasen und Flüssigkeiten zurückzuführen sind, aber auch Heilungsrisse als Grund für die Trübung mancher gelber Saphire ausmachen.


Gelber Saphir – Die Farbe

Das Gelb von Saphir ist nicht nur einfach gelb. Die Nuancen variieren zwischen beinahe farblos über pastellgelb, sonnengelb, orangegelb, milchig-gelb, butterblumengelb gelb mit einem Hauch von grün oder gelb, das braunstichig ist, wie auch schon die Mineralogen Moritz und Karl Seubert 1883 wussten, kommt Saphir in „gelb in verschiedenen Abstufungen“ vor und laut den beiden der Schönheit von gelben Diamanten in nichts nach.
Hodder Michael Westropp zieht 1874 den Vergleich mit Stroh: „pale straw color“ (helle Strohfarbe).
Johann Samuel Schröter beschreibt die Farbe 1784 als „citronengelbliche Farbe“.

Auch wenn Seubert & Seubert einst die optische Nähe mit gelben Diamanten zogen, kann der gelbe Edelstein zudem auch mit Citrin/Quarz, Chrysolith, Chrysoberyll, Tsilaisit/Gelber Turmalin oder Imperialtopas/Topas verwechselt werden.

Wie Nassau und Valente 1987 herausfanden, kann die Farbe von gelbem Saphir auf verschiedenen Ursachen beruhen.
Zum einen wurde
Eisen als farbgebendes Element mit einem Anteil von 0,8 Volumenprozent in gelbem Saphir identifiziert, aber auch die Farbveränderung natürlicher Steine im Nachhinein spielt eine Rolle. Sie nennen explizit Bestrahlung (Cobalt-60-Gamma Strahlung) über mindestens acht Stunden sowie die oberflächliche Diffusionsbehandlung.

Abhängig vom Ursprung der Farbe ergeben sich unterschiedliche Ergebnisse hinsichtlich der Beständigkeit. Natürlich gelber Saphir erwies sich genau wie oberflächenbehandelter gelber Saphir als lichtstabil und zeigte keinerlei Verblassen der Farbe (Ausnahme: der Stein wird erhitzt, die Farbe kehrt allerdings bei Lagerung im Sonnenlicht wieder zurück, Sonne tanken über 3 Stunden), während bestrahlter gelber Saphir zum Farbverlust neigt.


Gelber Saphir – Entstehung und Verbreitung

Siehe Steckbrief Saphir
Die Hauptvorkommen von gelbem Saphir befinden sich in Kambodscha, Sri Lanka, Thailand, Myanmar, Indien, Australien sowie in den USA.


Verwendung und Bedeutung von gelbem Saphir

Seit der Entdeckung der ersten gelbe Saphire werden die Kristalle kunstfertig geschliffen und zu Schmuck verarbeitet. Abhängig von der Lichtdurchlässigkeit finden bei opaken gelben Saphire Glattschliff wie der Cabochonschliff Anwendung, während kristallklare Steine mit Facettenschliffen, besonders häufig: Ovalschliff und Rundschliff, versehen werden.


Der Wert von gelbem Saphir

Gelber Saphir ist ein teurer Edelstein. Abhängig von der Qualität, die bei geschliffenen Steinen, anhand der Farbe, Reinheit, dem Gewicht und dem Schliff bewertet wird – wobei wie bei allen Farbedelsteinen die Farbe im Fokus steht und das gewichtigste Argument für den Preis ist, schwankt der Preis von gelbem Saphir zwischen ca. 150 Euro pro Karat für sehr hellgelbe, fast farblose Exemplare, während intensiv-goldgelbe, kristallklare Steine bis zu 2.400 Euro/Karat kosten können.


Mehr zum Thema: Die Farben von Saphir:


Auch interessant:

Quellen:

Mineralien-Steckbriefe