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Der Wert von Saphir



Saphire gehören zu den schönsten, begehrtesten und teuersten Edelsteinen der Welt. Der blaue Edelstein ist längst nicht nur ausschließlich für die Schmuckbranche interessant. Hochwertige Exemplare haben sich zunehmend auch als Sachwert herauskristallisiert und spielen im Segment farbiger Edelsteine eine Rolle als Anlageobjekt.



Gleichzeitig ist der Markt sehr differenziert: Saphire bewegen sich schon lange nicht mehr in einem einheitlichen Preisbereich, sondern in mehreren parallel existierenden Segmenten: angefangen von kommerzieller Schmuckware bis hin zu seltenen Steinen eigens für Sammlungen oder als Investment.


Inhaltsverzeichnis: Der Wert von Saphir

Saphir kaufen - Die wichtigsten Faktoren

Die Frage, wie teuer ein Edelstein ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Der Preis eines Edelsteins ist die Summe mehrerer Faktoren, sodass Edelsteine wie Rubin, Tansanit, Diamant, Morganit und Kunzit in völlig unterschiedliche Preiskategorien fallen.

In erster Linie sind für den Preis folgende Kriterien maßgeblich:

Diese Kriterien werden bei der Preisgestaltung nicht einzeln betrachtet, sondern gegeneinander abgewogen. Allerdings wird bei Farbedelsteinen die Farbe als wichtigstes Merkmal priorisiert. Gleichzeitig ist die Farbe von farbigen Edelsteinen bislang nicht normiert, sodass es zu verschiedenen Einschätzungen hinsichtlich der Einstufung der Farbqualität kommen kann.

Darüber hinaus spielen die Marktverfügbarkeit, Seltenheit und geographische Herkunft eine bedeutende Rolle, die zu astronomischen Preisen führen können.


Saphir
Ein Saphir im perfekten Kornblumenblau, doch auf dem zweiten Blick sind Einschlüsse zu erkennen, die den Wert mindern

Die Farbe von Saphir

Saphire kommen in vielen Farben vor. Am bekanntesten sind blaue Saphire, die Farbe, die zugleich die namensgebende Eigenschaft ist. Die Vokabel sappheiros wird aus dem Griechischen mit blau übersetzt.

Etwas weniger verbreitet, aber nicht minder beliebt sind Saphire in anderen Farben. Alle nicht-blauen Saphire – schwarz, rotviolett, pink, grün, gelb sowie orange – werden als Fancy Saphir definiert. Dass es sich trotz der ungewöhnlichen bzw. ungewohnten Farbe um Saphire handelt, wird oftmals nur anhand des Namens deutlich, bspw. Pink Saphir oder Padparadscha-Saphir.

Im internationalen Handel wird die Qualität der Farbe noch etwas detaillierter aufgeschlüsselt, wobei das Blau von Saphiren nach der Grundfarbe (Hue), Sättigung (Saturation; rein oder mit Farbstich) und dem Farbton (Tone; Helligkeit, Intensität der Basisfarbe) bewertet wird.

Als besonders wertvoll gilt ein reines, strahlendes Kornblumenblau und Saphire, deren Blau im Bereich zwischen mittel- und dunkelblau liegt, ohne dass ein Hauch einer anderen Farbe erkennbar ist. Zu helle oder graustichige Steine werden niedriger bewertet.

Schon 1887 veröffentlichte der Mineraloge Johann Reinhard Blum (1802 bis 1883) eine Rangliste der wertvollsten Blaunuancen von Saphiren.
An der Spitze stehen kornblumenblaue Saphire, gefolgt von indigoblauen Steinen, während hellblaue und weiße Saphire die Schlußlichter darstellen.
Unter den Fancy Saphiren gilt pink als die exklusivste Farbe. Im späten 19. Jahrhundert galt aber gelber Saphir als das Nonplusultra unter allen Farbigen Saphiren.


Farbveränderter und -korrigierter Saphir

Zahlreiche Saphire entsprechen von Natur aus nicht dem Ideal: die Steine sind entweder zu grau- oder braunstichig, zu hell oder zu dunkelblau, beinahe schwarz.

Schätzungen zufolge sind 90 % aller Saphire, die auf dem Edelsteinmarkt gehandelt werden, farbverändert. Eine Tatsache, die sich auf den Preis auswirkt: naturbelassene, unbehandelte Saphire werden höher eingeschätzt als durch das Brennen bei 1800 °C veredelte Steine.

Neben dem Brennen wurde sich in der Vergangenheit weiteren Methoden bedient, um die Farbe zu optimieren. 1773 schreibt der Mineraloge Urban Friedrich Benedict Brückmann (1728 bis 1812), dass die Farbe von Saphiren blauer erscheint, wenn einem Saphir in der Fassung blaue Enten- oder Pfauenfedern, alternativ blaue Folie, unterlegt wird. Die "Kästchen" der Fassung verdecken den Schwindel, nur in der Seitenansicht wirkt der Stein etwas heller, während sich der Saphir in der Aufsicht im typischen Saphirblau präsentiert.


Die Reinheit von Saphir

Kleine Unreinheiten sind beim Saphir die Regel, die während der Kristallisation des Minerals entstanden sind.
Naturbelassene Saphire von sehr hoher Transparenz stellen besondere Kostbarkeiten dar und das Prädikat augenrein (Einschlüsse sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen) gilt als das Optimum.


Reinheitsverbesserung von Saphiren

Gebrannte Saphire hingegen sind oftmals wesentlich reiner als unbehandelte. Parallel zum Brennen werden störende Inklusionen wie andere Mineralien, Heilungsrisse, Gase oder Flüssigkeiten, die die Reinheit mindern, infolge der Hitzezufuhr eliminiert.

Entstehungsbedingt sind viele Saphire häufig von feinen Rissen durchzogen oder weisen "Wolken, milchartige, halbdurchsichtige Flecken, weisse, glasartige Streifen, Risse, Sprünge und Knoten" auf (Blum, 1887), die den Stein unrein und trüb wirken lassen.

Ein Verfahren, das seit Jahrzehnten Standard ist, ist das Auffüllen mit Bleiglas. Farbloses oder zwecks Intensivierung des Blautons auch eingefärbt. Bleiglas hat einen vergleichbaren Brechungsindex wie Saphir, sodass die nachträgliche Füllung nicht auffällt und der Stein im Ganzen gleichmäßiger und reiner erscheint.


Samtartiger und Sternsaphir

In einigen Fällen können Einschlüsse zu erwünschten Effekten führen und zur Charakteristik beitragen.
So verleihen feine Rutileinschlüsse in Kaschmir-Saphiren ein samtartiges Aussehen, während Sternsaphire Kristall haarfeinen Rutilnadeln die sternförmige Lichterscheinungen, sog. Asterismus, verdanken.


Der Schliff von Saphir

Der Schliff dient dazu, die Farbe sowie Brillanz optimal zur Geltung zu bringen.

Die Wahl des jeweiligen Schliffs bestimmt einzig und allein der Stein. Trübe, undurchsichtige Exemplare werden mit Glattschliffen (z.B. Cabochonschliff) versehen, während kristallklare Saphire in Facettenschliffen (z.B. Rundschliff, Ovalschliff, Navette/Marquise, Tropfenschliff, Baguetteschliff, Smaragdschliff) gehalten werden.

Der Schliff macht sich ebenfalls im Preis bemerkbar. Saphir-Cabochons sind technisch weniger aufwändig und zeitintensiv als Facettenschliffe. Das Schleifen von Saphiren setzt viel Erfahrung und Präzision voraus, da die blauen Steine häufig verschieden intensive Farbzonen aufweisen. Edelsteinschleifer und -schleiferinnen mit jahrelanger Praxis verstehen es, den Edelstein so zu formen, dass der Stein in einer möglichst kräftigen und ebenmäßig verteilten Farbe erstrahlt und der Materialverlust dabei so gering wie möglich ausfällt.


Saphir und Karat

Wie bei allen Edelsteinen steigt auch beim Saphir der Preis mit zunehmendem Gewicht überproportional.

Hochkarätige Saphire sind sehr viel seltener und deswegen auch höherpreisig im Vergleich zu „Leichtgewichten“, wobei blaue Saphire im zweistelligen Karatbereich häufiger zu finden sind als Fancy Saphirr mit vergleichbarem Gewicht.
Ein 5 Karat schwerer Paparadscha-Saphir ist die Ausnahme.


Tab. 1: Preisbildende Größen von Farbedelsteinen
EigenschaftBeschreibung
Farbe
  • naturbelassen oder behandelt/gebrannt
  • gleichmäßige Farbverteilung oder fleckig
  • Intensität der Farbe
Reinheit
  • Einschlüsse vorhanden
  • Art und Anzahl der Einschlüsse
  • Reinheitskorrektur erfolgt
Gewicht
Schliff
  • Korrekte Anzahl der für jeweiligen Schliff vorgegebenen Facetten
  • fehlende oder zusätzliche Facetten
  • Harmonie der Proportionen
  • abgeschnittene Facetten
  • unsaubere Arbeit


Geographische Herkunft

Die Herkunft eines Saphirs ist heute mehr als eine geographische Angabe. In vielen Fällen bestimmt das Abbaugebiet die Qualität und den Wert deutlich.

Klassische Fundorte wie Kaschmir, Myanmar (Burma) oder Sri Lanka (Ceylon) sind mit bestimmten, unverwechselbare und typischen Farben verbunden.
Kaschmir-Saphire zeichnen sich durch ein samtiges Kornblumenblau aus, während Saphire aus Sri Lanka häufig durch klare, leuchtende Farben gekennzeichnet sind.

Allein von der Farbe auf die Herkunft zu schließen, wäre allerdings oberflächlich, da jeder Saphir einzigartig ist und individuelle Feinheiten in allen Abbaugebieten rund um den Globus möglich sind.

Trotzdem haben sich Herkunftsbezeichnungen als Wertmerkmal auf dem Markt etabliert und wirken preisbildend. Neben geologischen Besonderheiten, die Ausdruck in der Reinheit und Farbe finden, sind viele Saphir-Lagerstätten von historischer Bedeutung oder von begrenzter Verfügbarkeit.
Saphire, die mit einem Zertifikat verkauft, bezeugen gesichert die geographische Herkunft durch Untersuchungen renommierter gemmologischer Institute, was sich letztendlich auch im Preis niederschlägt.


Synthetische Saphire

Synthetische Saphire sind künstlich hergestellte Korunde, die dieselbe chemische Zusammensetzung wie natürliche Saphire aufweisen. Im Gegensatz zu Imitationen, die zwar wie ein Saphir aussehen, aber weder chemisch noch in puncto physikalische Eigenschaften mit echten Saphiren verwandt sind.

Seit nunmehr fast 100 Jahren ermöglichen verschiedene Verfahren die Herstellung von Saphiren und anderen Edelsteinen in jeder erdenklichen Farbe, Reinheit und Größe. Die Steine sind von gleichbleibender Qualität und immer wieder reproduzierbar.

Im Vergleich zu natürlichen Saphiren sind synthetische Exemplare deutlich günstiger, weshalb die perfekten Steine aus dem Labor insbesondere im Schmuckbereich verbreitet sind.

Daraus resultierend erhöhen Saphirsynthesen den Wert und die Wertschätzung natürlicher, unbehandelter Steine.


Der Preis von Saphir

Jeder Stein ist einzigartig und ebenso individuell ist der Preis. Einheitliche Preislisten existieren nicht.

Anders sah es in der Vergangenheit aus, als der Wert von Edelsteinen über die "arithmetische Progression" ermittelt wurde. Jedem Edelstein wurde ein bestimmter Wert bei einem festgelegten Karatgewicht zugeordnet und der Einzelpreis im Verhältnis dazu berechnet. Der Lexikograph Johann Georg Krünitz (1728 bis 1796) dazu: "Man quadrirt die Anzahl der Karat, welche ein Stein wiegt, und dividirt dieses Quadrat durch die Hälfe des Werthes eines Karates". Tatsächlich fließt in diese Formel zur Berechnung nur das Gewicht mit ein. Die Frage nach der Qualität der Farbe des Saphir findet keine Berücksichtigung, weshalb diese Rechnung nach heutigen Maßstäben nicht mehr anwendbar ist.


Tab. 2: Saphir-Preise, Angaben sind nicht verbindlich, sondern stellen einen Querschnitt verschiedener Anbieter von Saphiren dar
Farbe Preis/Karat
blau (ungebrannt) 1000 bis 6000 Euro
blau (gebrannt) 1 bis 3000 Euro
grün (gebrannt) 75 bis 100 Euro
grün (ungebrannt) 1000 Euro
gelb (gebrannt) 100 bis 150 Euro
rotorange (gebrannt) 100 bis 150 Euro
Ceylon-Saphir (gebr./ungebr.) 600 bis 50000 Euro

Die Schere geht weit auseinander. Schönheitsbehandelte Saphire von kommerzieller Qualität sind für unter 1000 Euro pro Karat erhältlich, während naturbelassene Spitzensteine mit herausragender Farbe und aus Sri Lanka, Kaschmir oder Burma mehrere Tausend bis über 100.000 Euro pro Karat kosten können.


Auch interessant:

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  3. Weißer Saphir - Eine unbekannte Saphirvarietät


Quellen:

  • Brückmann, U. F. B. (1773): Von dem Saphir. IN: Abhandlung von Edelsteinen
  • Krünitz, J. G. (1788): Edelstein. IN: Oeconomische Encyklopädie, oder allgemeines System der Staats-Stadt-Haus- und Landwirthschaft, in alphabetischer Ordnung
  • Blum, J. R. (1834): Handel und Wert der Edelsteine. Der Preis der Edelsteine. IN: Taschenbuch der Edelsteinkunde für Mineralogen, Techniker, Künstler und Liebhaber der Edelsteine
  • Groth, P. (1887): Werth des edlen Korundes. IN: Grundriss der Edelsteinkunde. Ein allgemeinverständlicher Leitfaden zur Bestimmung und Unterscheidung roher und geschliffener Edelsteine
  • Doelter y Cisterich, C. (1893): Werth der edlen Korund-Varietäten. IN: Edelsteinkunde. Bestimmung und Unterscheidung der Edelsteine und Schmucksteine. Die künstliche Darstellung der Edelsteine
  • Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
  • Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
  • Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
  • Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
  • Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag
  • www.thenaturalsapphirecompany.com - Sapphire 4Cs | Determining Value in Sapphires | The 4Cs of Quality
  • www.gia.edu - Sapphire Quality Factors
  • www.mindat.org - sapphire

Letzte Aktualisierung: 20.04.2026



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