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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 29.04.2024


Karfunkelstein

Karfunkelstein - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: carbuncle


Almandin
Karfunkelstein Almandin

Karfunkel = Historische Bezeichnung für rote Mineralien

Der Name Karfunkelstein bzw. Karfunkel stammt aus dem Lateinischen und wird mit brennende Kohle übersetzt . Der Paläontologe Johann Samuel Schröter (1735 bis 1808) begründet den Namen Karfunkel folgendermaßen: "Dieser Stein ist von rother Farbe, und wenn man ihn gegen die Sonne hält, gleichet er einer glühenden Kohle".


Eigenschaften von Karfunkelstein

Karfunkelstein ist kein bestimmtes, definiertes Mineral, sondern ein umgangssprachlicher Sammelbegriff für ausgewählte rote Mineralien.

Lange Zeit, bevor Mineralien eindeutig bestimmt werden konnten, wurden die Mineralien Rubin, roter Spinell sowie Granat - allen voran die Granat-Varietäten Pyrop und Almandin - unter dem Begriff Karfunkelstein zusammengefasst; siehe Schröter (1792), wonach Karfunkel "bey den Alten die hochrothen Rubinen genennnet" wurden und "Andere zählen die Granaten auch unter die Karfunkelsteine", weshalb laut es laut Schröter sinnvoll ist, "alle röthlich strahlende Edelsteine mit diesem Namen zu belegen".

Sowohl Granat wie auch Rubin und roter Spinell unterscheiden sich deutlich im Hinblick auf die chemische Zusammensetzung, Form der Kristalle, Glanz, Spaltbarkeit und Bruch, Transparenz, Mohshärte und Dichte.

Die Gemeinsamkeit aller Karfunkelsteine ist die rotschwarze Farbe der genannten Mineralien.


Verwendung und Bedeutung von Karfunkelstein

In der Vergangenheit dienten Karfunkelsteine als Inspiration für Märchen, bspw. "Das Märchen vom Karfunkelstein" von Ludwig Ganghofer aus dem Jahr 1905 oder "Die Frau mit den Karfunkelsteinen" von Eugenie Marlitt (1885).

Ebenso findet sich der Begriff Karfunkelstein im Mittelalter bei Hildegard von Bingen wider. Die heilkundige Nonne setzte bei der Behandlung von Krankheiten unter anderem auf Karfunkelsteine, im Sinne von Rubinen.

Heutzutage sind die Karfunkelsteine Rubin, roter Spinell und Pyrop sowie Almandin nach wie vor beliebte Steine für Schmuck.


Auch interessant:


Quellen:

  • Schröter, J. S. (1792): Karfunkel. IN: Lithologisches Real- und Verballexikon, in welchem nicht nur die Synonymien der deutschen, lateinischen, französischen und holländischen Sprachen angeführt und erläutert, sondern auch alle Steine und Versteinerungen beschrieben werden
  • Worterbuch der Deutschen Sprache. Veranstaltet herausgegeben von Joachim Heinrich Campe (1808)
  • Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
  • Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
  • Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
  • Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
  • Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München

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