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Saphir Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Saphir - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: sapphire | französisch: saphir

Saphir - der Name ist Programm. Sappheiros wird aus dem Griechischen mit blau übersetzt.
Lange Zeit, noch bis in das Mittelalter hinein, wurde nahezu jedes blaue Mineral oder Gestein als Saphir bezeichnet, auch wenn es sich um andere Minerale oder Gesteine wie bspw. Lapislazuli handelte. Saphir

Eigenschaften von Saphiren
Saphir gehört mit der Zusammensetzung Al2O3 zur Klasse der Oxide. Zusammen mit Rubinen bilden Saphire die Korundgruppe.

Die Farbe von Saphiren ist nicht ausschließlich blau. Bekannt sind auch farblose, schwarze, rotviolette, grüne, gelbe und orange-farbene Varianten, die unter dem Namen Fancy Saphire geführt werden. Dabei gibt die Farbe oftmals Aufschluss über den Fundort.

Fundort Farbe
Thailand grünblau
Montana/USA hell- bis graublau
Kaschmir/Indien kornblumenblau
Sri Lanka hellblau, violett, gelb, farblos, grün, rosa
Australien dunkelblau bis schwarz, gelbgrün


Ebenfalls zu den Saphiren werden rosafarbene Korunde gezählt, da diese als Rubin verkauft von geringer Farbqualität wären. Um eine Verwechslung mit anderen Mineralen/Edelsteinen auszuschließen bzw. um darauf hinzuweisen, dass Saphire nicht nur in der bekannten blauen Farbe existieren, wird bei andersfarbigen Saphiren zur Identifizierung die qualifizierende Farbbezeichnung hinzugefügt, z.B. Pink Saphir.
Die farbgebenden Elemente, auf welche die Blaufärbung von Saphiren zurückzuführen ist, sind Titan und Eisen. Ist der Eisengehalt vergleichsweise gering, entsteht eine grüne oder orangefarbene Saphirfarbe. Dahingegen färbt Vanadium färbt Saphire violett. Trotzdem ist die Strichfarbe bei allen Saphiren weiß.
Saphire kristallisieren im trigonalen Kristallsystem und bilden tafelige, pyramidale und rhomboedrische Kristalle. Die entsprechenden Aggregate erscheinen körnig oder massig.
Saphire werden aufgrund der Härte von 9 als Minerale mit Edelsteinqualität gewertet. Das spezifische Gewicht beträgt 3,9 bis 4,1. Saphire weisen keine Spaltbarkeit auf, der Bruch ist splittrig und muschelig. Die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Der Glanz ist glas- oder diamantartig, teilweise auch seidig infolge von Einlagerungen und Rutilnadeln. Jene Einschlüsse bewirken auch den sogenannten Katzenaugeneffekt (sechsstrahliger Sternsaphir).

Entstehung und Verbreitung von Saphir
Saphire kommen sowohl in magmatischen, sedimentären als auch metamorphen Lagerstätten vor.
Saphir magmatischen Ursprungs geht aus silikatischen Gesteinsschmelzen magmatischer Tiefengesteine hervor.
Voraussetzung für metamorph gebildete Saphire sind aluminiumreiche Ausgangsgesteine, die infolge von hohen Temperaturen und hohem Druck, beispielsweise bei tektonischen oder gebirgsbildenden Prozessen, aufgeschmolzen werden und anschließend rekristallisieren.
Der hohen Verwitterungsresistenz von Saphiren wegen lagern sich Saphire als Seifen - nach vorheriger Verwitterung von saphirhaltigen Muttergesteinen - alluvial ab.
Neben Granat und Rubin sind Saphire mit Zirkon sowie Spinell vergesellschaftet.
Bedeutende Vorkommen befinden sich in Norwegen; Finnland; Schottland; Irland; England; Frankreich; Eifel/Deutschland; Tessin/Schweiz; Griechenland; Slowakei; Russland; Kenia; Malawi; Tansania; Mosambique; Südafrika; Madagaskar; Afghanistan; Pakistan; Indien; Sri Lanka; Burma; Kambodscha; China; Australien; Neuseeland sowie in den USA.

Verwendung von Saphir
Saphiren sind von weitaus größerer Bedeutung; nicht nur als Schmuckstein wird der blaue Edelstein verwendet. Auch in Uhren und vielen elektrischen Präzisionsgeräten werden Saphire als Stabilisator eingesetzt. Weiterhin findet das Mineral aufgrund der Infrarot- und UV-Durchlässigkeit Einsatz in optischen Geräten wie z.B. in Lasern oder LED-Leuchten.
Da Saphire alle Kriterien erfüllen, um als Edelstein definiert zu werden, ist das blaue Mineral von großer Bedeutung als Schmuckstein. Am begehrtesten sind dabei kornblumenblaue Saphire, bspw. in Form von Yogo-Saphiren. Saphire, die in der Yogo-Gulch-Schlucht in Montana/USA vorkommen und durch ihre bestechend blaue Farbe beeindrucken. Durch den richtigen Schliff, der die verschiedenen Blaunuancen durch das reflektierte Licht an den geschliffenen Kristallflächen betont, kann die Wirkung und der Wert von Saphiren erheblich gesteigert werden.
Die Porzellanindustrie nutzt mitunter pulverisierten Saphir zusammen mit Silikaten, um feuerfeste Keramik zu fertigen.
Als Edelstein ist der Saphir ebenso begehrt wie als Sammlerstück. Bekannte Saphire befinden sich in den Sammlungen des American Museum of Natural History in New York – „Stern von Indien/Star of India“, der mit 536,35 Karat weltweit größte geschliffene Sternsaphir – und im anonymen Privatbesitz – „Stern von Adam/Star of Adam“, der größte ovalförmig geschliffene Sternsaphir der Welt. Der blaue Stern von Adam ist nahezu handtellergroß und bringt ein Gewicht von 1404,49 Karat auf die Feinwaage, was einem Gewicht von 280,89 Gramm entspricht.
Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang ein populärer Saphir, der in England beheimatet ist. 1981 überreichte Prince Charles zur Verlobung mit der späteren Lady Diana einen Ring, der einen 12 Karat schweren Saphir und 14 einzelne Diamanten trägt. Seit Oktober 2010 schmückt der Saphirring nun den Ringfinger von Kate Middleton.

Ein geschliffener Saphir zierte außerdem eine Briefmarke, die es im Jahr 2012 unter dem Titel Wohlfahrtsmarken Edelsteine bei der Deutschen Post zu kaufen gab (siehe Foto). Ferner werden auf den beiden anderen Briefmarken die Edelsteine Smaragd und Rubin thematisiert.

Viele der im Handel angebotenen Saphire sind nicht echt, und sind teilweise am Preis zu kennen (der Preis von Saphiren ist wesentlich höher als der von Imitationen oder eingefärbten, anderen Mineralen). Oftmals handelt es sich um Spinell, eigefärbte Gläser, Granate oder Rosenquarz mit Katzenaugeneffekt, an dessen Unterseite blaue Folie angebracht wurde. 1902 gelang erstmals die Synthese von Saphir, indem ein Pulver, bestehend aus Korund, Eisen und Titan, zusammengeschmolzen wurden. Der im sogenannten Verneuil-Verfahren gebildete Saphir ist echten Saphiren hinsichtlich Aussehen und Härte sehr ähnlich.
Die Härte künstlich hergestellter Saphirkristalle macht sich schon lange die Industrie zunutze. Vor allem für Uhren wird synthetisches Saphirglas verwendet, um das Uhrenglas vor Kratzern zu schützen. Aktuell (Stand Anfang 2014) ist das Saphirglas aus dem Labor auch im Gespräch, um die Displays von iPhones mit kratz- und stoßfesten Bildschirmen auszustatten.

Der farblichen Ähnlichkeit wegen können Saphire mit Zirkon, Cordierit, Kyanit, Spinell, Turmalin, Topas sowie Tansanit verwechselt werden.

Nachweis von Saphir
Saphire sind pleochroitisch. Blauer Saphir erscheint grünblau bis intensiv blau, gelber Saphir wird gelb bis gelbgrün und violette Saphire werden rotviolett bis hellrot. Die Fluoreszenz ist mit Ausnahme von blauen Saphiren gegeben. Gelbe Saphire fluoreszieren orange, farblose Saphire in orange und violett.
Saphire sind in Säuren nicht löslich. Bei Temperaturen von 2050 °C fängt die Korund-Varietät an zu schmelzen.

Sonstiges: Saphir, Diamant und Bergkristall sind die Monatssteine/Geburtssteine für den Monat April.

Siehe auch:
The Pride of Kashmir
Buying Guide für den Saphir
Mineralien als Wertanlage - Reich werden mit Edelsteinen
Gefälschte Edelsteine und Minerale


Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- News-Eintrag www.steine-und-minerale.de (2. Januar 2012): Wohlfahrtsmarken Edelsteine
- www.mindat.org - sapphire
- www.dailymail.co.uk

Lesetipp: www.lapisphilatelie.de - eine Sammlung von Briefmarken mit dem Themenschwerpunkt Mineralien und Geologie

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