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Bergkristall Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Bergkristall - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

Bellbergitenglisch: rock crystal | französisch: cristal de roche



Bergkristall
Bergkristall

Das Mineral Bergkristall wurde lange Zeit für gefrorenes oder versteinertes Eis gehalten; daher auch der aus dem Griechischen stammende Name (griech: krýstallos = Eis).
Bereits Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832) befasste sich seinerzeit mit Bergkristallen. Ihm zu Ehren befindet sich in Aš/Tschechien ein Denkmal, das Goethe zeigt, wie er einen Bergkristall in den Händen hält.



Eigenschaften von Bergkristall

Das Mineral Bergkristall handelt ist eine Varietät von Quarz (chemische Formel: SiO2). Die Mineralien der Quarzgruppe zeichnen sich durch die gleiche Zusammensetzung und dieselben physikalischen sowie chemischen Eigenschaften aus. Übergeordnet zählt Bergkristall zu der in der Mineralogie gängigen Mineralklasse der Oxide.
Bergkristall ist die reinste Form von Quarz. Die Farbe von Bergkristall ist farblos, weil keinerlei farbgebende oder farbverändernde Beimengungen im Mineral enthalten sind. Dadurch lässt sich Bergkristall eindeutig von anderen Quarzvarietäten wie violettem Amethyst, gelbem Citrin, grünem Prasem oder Rosenquarz unterscheiden. Gelegentlich sind jedoch im Bergkristall Gase, Flüssigkeiten oder Mineralien eingeschlossen. Die Strichfarbe von Bergkristall ist weiß.
Bergkristall kristallisiert dem trigonalen Kristallsystem folgend und bildet prismatische Kristalle mit sechs Seiten aus, deren Enden pyramidal zulaufen. Sehr häufig treten die Kristalle von Bergkristallen auch in Form eines Doppelenders auf. Doppelender sind Kristalle, bei denen die Kristallenden vollständig ausgebildet sind. Im Fall von Bergkristallen sitzen auf einem Kristall beidseitig die typischen Pyramiden auf. Weit häufiger wachsen die Kristalle von Bergkristallen auf einer Gesteinsmatrix oder in einer Druse auf, sodass nur ein Kristallende ausprägt ist. Zwillinge sind häufig. Die Aggregate von Bergkristallen sind derb und körnig, oft längs gestreift, häufig als Gruppe aufgewachsen.
Der Bruch des Silikatminerals ist muschelig und spröde, die Spaltbarkeit unvollkommen. Der Glanz von Bergkristall ist glasartig, die Transparenz ist durchsichtig. Bergkristall ist mit einer Mohshärte von 7 ein hartes Mineral, dessen Dichte 2,65 g/cm3 beträgt.



Bergkristall
Bergkristalle

Entstehung und Verbreitung von Bergkristall

Bergkristall entsteht wie alle Quarze während der Abkühlung silikatreicher Schmelzen. Gut ausgebildete Kristalle finden sich vorzugsweise in Gängen, Klüften, Drusen und Geoden.
Bergkristall ist nicht nur Bestandteil magmatischer Gesteine, z.B. Granit, auch metamorphe und sedimentäre Gesteine enthalten Bergkristalle, wie u.a. Gneis, Kalkstein, Sandstein oder Marmor.
Das Quarzmineral ist ein weltweit sehr häufig verbreitetes Mineral mit zahlreichen Vorkommen. Die Chancen, Bergkristall zu finden, stehen hoch; neben den Mineralien der Feldspat-Gruppe sind Quarze die am häufigsten vorkommenden Minerale der Erde.



Bergkristall
Bergkristall in Rhyolith

Verwendung und Bedeutung von Bergkristall

Bergkristall dient nicht nur als Rohstoff für Glas, Lampen oder optische Linsen, das Mineral wird auch zu Schmuck aller Art (Ketten, Anhänger, Ringe, Ohrstecker, Armbänder) und Form (zu Kugeln und Perlen, Cabochons oder facettierten Steinen), Trommelsteinen und Handschmeichlern verarbeitet. Als besonders begehrt gelten Bergkristalle von hoher Reinheit und perfekten Kristalle bei naturbelassenen Exemplaren; vor allem Doppelender werden nicht weiter verarbeitet, sondern lediglich mit einer Fassung versehen, damit der Stein als Kettenanhänger oder Ring getragen werden kann.
Oberflächlich verschmutzten Bergkristallschmuck kann man mit einem angefeuchtetem, weichen Tuch reinigen.
Ebenfalls begehrt sind unter Sammlern Bergkristalle mit Einschlüssen von anderen Mineralien. Ein Mineral, das häufig als Einschluss in Bergkristall zu sehen ist, ist feinnadeliger Rutil.



Diamant-Imitation Bergkristall

Als Schmuckstein ist Bergkristall ebenso von Bedeutung wie das Quarzmineral auch für die Imitation von Diamanten genutzt wird - auch wenn ein geschliffener Bergkristall nicht an die Wirkung des Farbenspiels von Diamanten (das sogenannte Feuer) herankommt.
Vorsicht ist besonders dann geboten, wenn es Diamanten unter dem Namen Herkimer Diamant, Schaumburger Diamant, Böhmischer Diamant, Marmarosch-Diamant oder Arkansas-Diamant zu kaufen gibt. Hinter jenen Handelsnamen verbirgt sich "nur" ein Bergkristall (siehe auch: Falsche Diamanten - Diamanten, die keine sind).
Nicht zuletzt zeigt sich der Unterschied zwischen Bergkristall und Diamant am Preis, der beim härtesten Mineral der Welt um etliches höher ist.



Bergkristall-Varietät Regenbogenbergkristall?

In letzter Zeit gewinnt zunehmend eine scheinbare Varietät von Bergkristall an Popularität: Regenbogenbergkristall oder auch Aqua Aura. Hierbei handelt es sich um Bergkristall, der im Labor mit Gold bedampft wurde. Der hauchdünne Goldüberzug sorgt - je nach Lichteinfall - für einen metallischen Farbton, der in allen Farben des Regenbogens erscheint - vergleichbar mit dem farbigen Schimmern von Buntkupferkies.
Ein oberflächlich, farblich veränderter Bergkristall, der aber keine Varietät von Bergkristall darstellt.



Nachweis von Bergkristall

Bergkristall löst sich in Flußsäure auf und verändert die Farbe, wenn das Mineral auf 300 bis 400 °C erhitzt wird. Wird Bergkristall einer Bestrahlung mit Radium ausgesetzt, schlägt die Farbe ins Grau-Braune um und es entsteht Rauchquarz. Durch Bestrahlung mit Röntgenstrahlen kann man diesen Vorgang rückgängig machen.



Sonstiges

Bergkristall, Diamant und Saphir sind die Monatssteine/Geburtssteine für den Monat April.



Siehe auch:
Diamant und Bergkristall unterscheiden
Alltägliches - Quarzuhren
Persönlichkeiten der Mineralogie und Geologie: Johann Wolfgang von Goethe




Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - rock crystal

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 29. August 2017

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