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Korund Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Korund - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: corundum | französisch: corindon


Korund
Roter Korund

Der Name Korund stammt ursprünglich aus dem Tamilischen; wobei kuruntam mit roter Stein übersetzt wird - ein Hinweis auf eine der möglichen Farben des Minerals.


Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften von Korund

Unter dem Begriff Korund wird in der Mineralogie kein eigenständiges Mineral beschrieben, sondern eine Gruppe von Mineralien mit der chemischen Zusammensetzung Al2O3 zusammengefasst, die der Mineralklassse der Oxide zugeordnet werden. Die sogenannte Korundgruppe wird von drei Mineralien repräsentiert:

Die Farbe der einzelnen Korundvarietäten ist sehr abwechslungsreich. Reiner Korund ist farblos und wird in der Mineralogie als Leukosaphir bezeichnet. Farbige Korunde in Form von Saphir und Rubin in rot, blau, gelb, grün und rosa kommen weitaus häufiger vor, wobei die Korundfarbe auf Fehlern im Kristallgitterbau basiert oder mit Beimengungen von Eisen, Titan und Chrom zu erklären ist.
Während Rubine ausschließlich als roter Korund definiert werden, ist die Bandbreite der Farbe von Saphiren größer. Gelten Saphire als die blauen Edelsteine überhaupt, geht die Farbe dennoch über blau hinaus. Saphire in pink, orange, gelb, grün und violett werden als Fancy Saphire bezeichnet. Damit es vor allem bei pinkstichigen Exemplaren nicht zur Verwechslung mit Rubinen kommt, wird meist das Attribut Saphir hinzugefügt, bspw. Pink Saphir. Die Strichfarbe von Korund ist dennoch in allen Fällen weiß.
Korunde kristallisieren dem trigonalen Kristallsystem folgend. Die Kristalle gleichen flachen Tafeln, sind säulig, pyramidenförmig oder stark gerieft. Nicht selten erreichen Korundkristalle eine Länge von einem Meter. Die Zwillingsbildung bei Korundkristallen tritt häufig auf. Die Aggregate sind derb und körnig ausgebildet.
Der Bruch von Korund ist muschelig-uneben, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden. Korunde sind von glasartigem bis diamantenem Glanz, die Transparenz reicht von durchsichtig und durchscheinend bis hin zu undurchsichtigen Steinen.
Das Mineral Korund ist nach Diamanten mit einer Mohshärte von 9 das zweithärteste Mineral der Erde. Die Dichte beträgt 3,95 bis 4,10 g/cm3.



Korund
Korund

Entstehung und Verbreitung von Korund

Korunde entstehen unter hohen Druck- und Temperaturverhältnissen, die beispielsweise im Zuge der Regional- und Kontaktmetamorphose auftreten. Ferner wurden die Mineralien der Korundgruppe in Gesteinen magmatischen Ursprungs gefunden, die durch einen hohen Aluminium-Anteil geprägt sind.
Die Vorkommen von Korund sind entsprechend an typische magmatische und metamorphe Gesteine gebunden, darunter unter anderem Marmor, Gneis, Granit und Pegmatite.
Neben Diamanten und Graphit sind Rutil, Calcit, Kyanit, Pyrop, Hornblende, Chlorit, Spinell, Dumortierit, Sapphirin, Kornerupin, Magnetit, Nephelin und Phlogopit weitere Mineralien, die mit Korunden vergesellschaftet sind.
Weltweit sind zahlreiche Fundorte von Korund bekannt, darunter zum Beispiel Grönland, Norwegen, Schweden, Finnland, Schottland, England, Wales, Frankreich, Eifel, Drachenfels, Stenzelberg, Minderberg und Dungberg/Deutschland, Castione/Schweiz, Bad Radkersburg, Fischbacher Alpen und Waldviertel/Österreich, Italien, Griechenland, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Mazedonien, Rumänien, Ukraine, Russland, Slowenien, Türkei, Kenia, Malawi, Simbawe, Südafrika, Madagaskar, Kasachstan, Afghanistan, Pakistan, Myanmar, Vietnam, Kambodscha, Indonesien, China, Australien, Neuseeland, Argentinien, Chile, Surinam, Mexiko, Kanada und in den USA.



Korund
Korund mit Muttergestein

Verwendung und Bedeutung von Korund

Die hohen Gehalte an Aluminium machen Korund zu einem begehrten Material in Aluminum-Rohstoffgewinnung.
Pulverisierter Korund wird als Bestandteil von Polier- und Schleifmitteln (z.B. in Form von Korundpapier/Schleifpapier oder Schleifsteinen aus Korund) eingesetzt. Ebenso dient Korund als Lagerstein für Uhren und Präzisionsgeräte und ist als Schmuckstein vom Edelsteinmarkt nicht mehr wegzudenken.
Nicht zuletzt werden Korunde als Heilsteine gehandelt, ohne dass die Heilwirkung von Korund in wissenschaftlichen Untersuchungen belegt werden konnte.
Genau wie bei anderen Farbedelsteinen bestimmt die Qualität des Korunds den Preis. Dazu werden neben der Farbe (d.h. Farbintensität, gleichmäßige Farbverteilung, künstliche Nachbesserung) auch noch das Gewicht in Karat, die Reinheit (Einschlüsse von anderen Mineralien, Gasen oder Risse) sowie bei geschliffenen Steinen die Güte des Schliffs betrachtet. In der Edelsteinbranche ist es nicht unüblich, der Farbe und Reinheit durch Ölen, Wachsen oder Wärmebehandlungen (sog. Brennen) die Farbe von Mineralien bzw. Edelsteinen nachträglich zu verbessern. Eine derartige Behandlung muss beim Kauf deklariert werden.
Und auch beim Korund gilt; ein naturbelassener, nicht veränderter Korund von brillanter Farbe und hoher Reinheit hat einen höheren Wert als ein behandelter Stein.


Nachweis von Korund

Korund fluoresziert violett und rotblau, teilweise auch gelb. Pleochroismus ist nicht vorhanden. Das Mineral ist nicht in Säuren löslich und schmilzt im Elektroofen bei einer Temperatur von 2.050 °C.



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Siehe auch:
Pailin-Saphir
Rubine, die keine sind
Pigeon Blood Ruby - Taubenblutrubin
Yogo-Saphir



Quellen:
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg*
Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
- www.mindat.org - corundum

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Letzte Aktualisierung: 14. Februar 2019

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