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Korund Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Korund - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

KorundDer Name Korund stammt ursprünglich aus dem Tamilischen. Das Wort kuruntam wird mit roter Stein übersetzt - ein Hinweis auf die Farbe des Minerals.

Eigenschaften von Korund
Korunde sind Mineralien, die mit der Zusammensetzung Al2O3 der Mineralklassse der Oxide zugeordnet werden und außerdem eine eigenständige Gruppe bilden: die Korundgruppe mit den bekannten Vertretern Leukosaphir, Saphir und Rubin als Varietäten.
Reiner Korund ist farblos und wird in der Mineralogie als Leukosaphir bezeichnet. Farbige Korunde in rot, blau, gelb, grün und rosa kommen weitaus häufiger vor, wobei die Korundfarbe auf Fehlern im Kristallgitterbau basiert oder mit Beimengungen von Eisen, Titan und Chrom zu erklären ist.
Korund kristallisiert im trigonalen Kristallsystem. Die Kristalle bilden flache Tafeln, sind säulig, pyramidenförmig oder stark gerieft. Nicht selten erreichen Korundkristalle eine Länge von einem Meter. Die Zwillingsbildung bei Korundkristallen tritt häufig auf. Die Aggregate sind derb und körnig ausgebildet.
Der Bruch von Korund ist muschelig-uneben, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden. Korunde weisen Glas- bis Diamantglanz auf, die Transparenz ist opak bis durchscheinend.
Das Mineral Korund ist nach dem Diamant mit einer Mohshärte von 9 die zweithärtesten Minerale der Erde. Die Dichte beträgt 3,95 bis 4,10 g/cm3.

Korund Entstehung und Verbreitung von Korund
Korunde entstehen unter hohen Druck- und Temperaturverhältnissen, die beispielsweise im Zuge der Regional- und Kontaktmetamorphose auftreten. Ferner wurden die Mineralien der Korundgruppe in Gesteinen magmatischen Ursprungs gefunden, die durch einen hohen Aluminium-Anteil geprägt sind.
Die Vorkommen von Korund sind entsprechend an typische magmatische und metamorphe Gesteine gebunden, darunter unter anderem Marmor, Gneis, Granit und Pegmatite.
Neben Diamanten und Graphit sind Rutil, Calcit, Kyanit, Pyrop, Hornblende, Chlorit, Spinell, Dumortierit, Magnetit, Nephelin und Phlogopit weitere Mineralien, die zusammen mit Korunden gefunden werden können. .
Weltweit sind zahlreiche Fundorte von Korund bekannt, darunter zum Beispiel Grönland, Norwegen, Schweden, Finnland, Schottland, England, Wales, Frankreich, Eifel, Drachenfels, Stenzelberg, Minderberg und Dungberg/Deutschland, Castione/Schweiz, Bad Radkersburg, Fischbacher Alpen und Waldviertel/Österreich, Italien, Griechenland, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Mazedonien, Rumänien, Ukraine, Russland, Slowenien, Türkei, Kenia, Malawi, Simbawe, Südafrika, Madagaskar, Kasachstan, Afghanistan, Pakistan, Myanmar, Vietnam, Kambodscha, Indonesien, China, Australien, Neuseeland, Argentinien, Chile, Surinam, Mexiko, Kanada und in den USA.

Korund Verwendung/Bedeutung von Korund
Die hohen Gehalte an Aluminium machen Korund zu einem begehrten Material in Aluminum-Rohstoffgewinnung.
Pulverisierter Korund wird als Bestandteil von Polier- und Schleifmitteln (z.B. in Form von Korundpapier/Schleifpapier oder Schleifsteinen aus Korund) eingesetzt. Ebenso dient Korund als Lagerstein für Uhren und Präzisionsgeräte und ist als Schmuckstein vom Edelsteinmarkt nicht mehr wegzudenken.
Genau wie bei anderen Farbedelsteinen bestimmt die Qualität des Korunds den Preis. Dazu werden neben der Farbe (d.h. Farbintensität, gleichmäßige Farbverteilung, künstliche Nachbesserung) auch noch das Gewicht in Karat, die Reinheit (Einschlüsse von anderen Mineralien, Gasen oder Risse) sowie bei geschliffenen Steinen die Güte des Schliffs betrachtet. In der Edelsteinbranche ist es nicht unüblich, der Farbe und Reinheit durch Ölen, Wachsen oder Wärmebehandlungen (sog. Brennen) die Farbe von Mineralien bzw. Edelsteinen nachträglich zu verbessern. Eine derartige Behandlung muss beim Kauf deklariert werden.
Und auch beim Korund gilt; ein naturbelassener, nicht veränderter Korund von brillanter Farbe und hoher Reinheit hat einen höheren Wert als ein behandeltes Pendant.

Nachweis von Korund
Korund fluoresziert violett und rotblau, teilweise auch gelb. Pleochroismus ist nicht vorhanden. Das Mineral ist nicht in Säuren löslich und schmilzt im Elektroofen bei einer Temperatur von 2050 °C.

Siehe auch:
Pailin-Saphir
Rubine, die keine sind
Berühmte Edelsteine - Star of Adam Saphir
Pigeon Blood Ruby - Taubenblutrubin
Farbiger Saphir - Fancy Saphir
Yogo-Saphir

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
- www.mindat.org - corundum

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