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Zirkon Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Zirkon - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: zircon | französisch: zircon

Zirkon
Bild 1: Zirkon

Der Name Zirkon stammt ursprünglich aus dem persisch-arabischen Wortschatz und wird mit rotgold oder zinnober übersetzt.
Namensgebend für das Mineral Zirkon ist das Element Zirkonium, das der Chemiker Martin Heinrich Klapproth (1743 bis 1817) im Jahr 1789 im Mineral nachweisen konnte.



Eigenschaften von Zirkon

Zirkon ist ein Silkatmineral mit folgender chemischer Formel: ZrSiO4.
Die Farbe von Zirkon variiert zwischen farblos, weiß, violett, blau (Varietät Starlith), rot oder orange (Varietät Hyazinth) über gelb (Varietät Jargon) bis grün und braun. Die Ursache für die Farbvielfalt von Zirkonen sind Fehler im Kristallgitter oder Beimengungen von Fremdelementen. Zirkon in der Reinform ist farblos bis weiß. Beimengungen von Thorium, Phosphor, Niob, Aluminium, Eisen, Calcium, Hafnium, Uran, Cer, Yttrium, Tantal und Seltene Erden färben das Mineral ein. Dennoch ist die Strichfarbe von Zirkon in allen Fällen weiß.
Die Farbe von Zirkon kann im Nachhinein verändert werden. Das gängigste Verfahren ist das Brennen. Dazu wird ein naturbelassener Zirkon unter reduzierenden Bedingungen auf Temperaturen zwischen 800 und 1.000 °C erhitzt, mit der Folge, dass die ursprüngliche Farbe umschlägt und/oder die Reinheit des Minerals verbessert bzw. korrigiert wird. Diese Behandlungen - sowohl die Farbveränderung als auch die Reinheitsverbesserung - müssen beim Kauf von Mineralien deklariert werden. Der Wert behandelter Zirkone ist wie bei allen anderen Mineralien und Edelsteinen geringer als bei naturbelassenen Exemplaren.
Das Silikatmineral kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem und bildet prismatische, kurzsäulige Kristalle aus, die sich durch einen quadratischen Querschnitt und an den Kristallenden aufsitzenden Pyramiden auszeichnen. Die Aggregate erscheinen körnig, strahlig oder massig.
Der Glanz von Zirkon ist glas- bis diamantartig, an Bruchstellen zuweilen auch fettig. Die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Zirkon weist einen muschelig-spröden Bruch auf, die Spaltbarkeit ist unvollkommen.
Mit einer Mohshärte von 6,5 bis 7,5 verfügt Zirkon über Edelsteinhärte, die Dichte beträgt 3,9 bis 4,8 g/cm3.

Zirkon
Bild 2: Zirkoniakristalle

Varietäten von Zirkon

Die verschiedenen Zirkon-Varietäten unterscheiden sich hinsichtlich der Farbe, der Form der Kristalle, weiteren zusätzlich in der Zusammensetzung des Minerals enthaltenen Elementen oder aufgrund von lokalen Besonderheiten, in denen die Zirkonkristalle zu finden sind.

- Alvit: fluorwasserstoffhaltig
- Anderbergit: wasserhaltig
- Auerbachit
- Azorit: dipyramidaler Kristallhabitus
- Caldasit: Mischkristall aus Baddeleyit und Zirkon
- Calyptolith: Ort der Entdeckung
- Cyrtolith: gekrümmte Kristalle
- Engelhardit; Kristalle, die in Tomsk mit Gold vergesellschaftet sind
- Hyazinth: gelb-rote Farbe
- Jargon: farblose bis strohgelbe Farbe
- Malakon: undurchsichtige Kristalle
- Naegit: Yttrium-, thorium- und uranhaltig
- Nogizawalith: Mischkristall aus Xenotim und Zirkon
- Oerstedit
- Ostranit
- Polykrasilith: enthält u.a. Kupfer, Blei, Eisen, Calcium und Aluminium
- Ribeirit: yttriumhaltig
- Tachyaphaltit: dunkle rotblaue Kristalle
- Yamaguchilith

Entstehung und Verbreitung von Zirkon

Zirkone kristallisieren frühzeitig bei hohen Temperaturen aus silikatischen Gesteinsschmelzen aus, sind deshalb auch häufig Bestandteil in magmatischen Gesteinen. Daneben ist Zirkon auch in einigen metamorphen und sedimentären Gesteinen enthalten.
Die weltweiten Vorkommen von Zirkon werden von einer Reihe weiterer Mineralien begleitet, darunter unter anderem Quarz, Granat, Biotit/Glimmer, Amphibole, Spinell, Topas, Korund, Turmalin und Korund vorkommen.
Funde des Minerals wurden u.a. in Finnmark/Norwegen; Erzgebirge, Eifel/Deutschland; Frankreich; Belgien; Tschechien; Ukraine; Kasachstan; Ural/Russland; Afghanistan; Kongo; Kenia; Somalia; Tansania; Madagaskar; Vietnam; Kambodscha, Thailand; Sri Lanka; Indien; Israel; Iran; Bolivien; Brasilien; Ontario/Kanada; Florida, South Carolina, Colorado/USA und Queensland/Australien dokumentiert.

Verwendung und Bedeutung von Zirkon

Zirkon ist von großer Bedeutung im Alltag des Menschen wie auch für die Wissenschaft.
Zirkone sind auf dem Edelsteinmarkt sehr beliebt. Das Mineral kann in Hinsicht auf den Glanz mit dem von Diamanten mithalten - vor allem im Brillantschliff gehalten - und wird deshalb als preisgünstige Alternative zu Diamanten angeboten. Zu Schmuck verarbeitet, ist Zirkon ein dankbarer Stein, der aufgrund der hohen Härte nicht zum Zerkratzen auf der Steinoberfläche neigt.
Vorsicht ist geboten, wenn es Zirkone zu kaufen gibt, die als Diamant ausgegeben werden; vor allem farbloser Zirkon wird unter dem irreführenden Handelsnamen Ceylon-Diamant gehandelt, da das Silikatmineral geschliffen ein ähnliches Licht- und Farbspiel wie der Diamant aufzeigt.
Zudem ist Zirkon von Bedeutung in der Zahntechnik, insofern dieser als Zuschlagstoff in Zahnkronen und für Zahnimplantate verwendet wird.
Weiterhin findet Zirkon Einsatz in der Fertigung von Keramik, Glas und Stahl, um besagten Materialien mehr Härte und Widerstand sowie Feuerfestigkeit und Säurebeständigkeit zu verleihen. Da Zirkon sehr resistent gegen hohe Temperaturen ist, dient das Mineral auch der Verkleidung von Hochbrennöfen.
Für die Wissenschaft ist Zirkon vor allem aufgrund der enthaltenen radioaktiven Nuklide interessant, anhand derer Zerfallsreihen das Alter des Minerals oder zirkonhaltiger Gesteine ermittelt werden kann. So konnte nachgewiesen werden, dass Zirkone die ältesten Mineralien der Erde sind, deren Alter ca. 4,4 Mrd. Jahre beträgt.

Nachweis von Zirkon

Um die Gefahr der Verwechslung mit gefärbtem Glas, Zirkonia (synthetischer Zirkon) oder anderen Mineralien wie bspw. Spinell, Diamant, Kassiterit, Moissanit, Turmalin, Topas oder Aquamarin auszuschließen, kann der Pleochroismus von Zirkon herangezogen werden. Dieser erscheint bei roten Zirkonen in braunen bis roten Farbtönen und bei gelben Zirkonen ist der Pleochroismus gelbbraun. Die Fluoreszenz ist unterschiedlich: blaue Zirkonen fluoreszieren orange, rote Zirkonen zeigen sich gelb bis braun. Zudem sind Zirkone äußerst säureresistent. Lediglich heiße, konzentrierte Fluorwasserstoffsäure ist in der Lage, Zirkon leicht an-, nicht aber aufzulösen.

Sonstiges

Auch wenn namentlich ein gewisse Ähnlichkeit besteht, handelt es sich bei Zirkonia um keine andere Schreibweise oder ein Synonym von Zirkon. Zirkonia ist ein im Labor gezüchteter Kristall, der als Diamanten ebenbürtige Imitation angeboten wird.

Weitere Informationen zu Zirkonia:
- Zirkon und Zirkonia unterscheiden
- Zirkonia - Ein beliebter Schmuckstein
- Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Diamanten und Zirkonia
- Zirkonia und Brillanten

Siehe auch:
Handelsnamen von Mineralien und Mineraliensynthesen
Farbedelsteine und die Bewertung der Qualität von Farbedelsteinen
Gefälschte Edelsteine und Mineralien

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - zircon

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 18. September 2017



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