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Moissanit

Moissanit Foto
Moissanit

Moissanit - Die Diamantalternative

Namenspate des Minerals Moissanit ist Henri Moissan (1852 bis 1907), wobei der Name dem US-amerikanischen George Frederick Kunz (1856 bis 1932) zu verdanken ist.
Moissan, ein Chemiker aus Frankreich, entdeckte das bis dato unbekannte Mineral 1893 im Barringer Krater in Arizona/USA, der durch den Einschlag des 183 kg schweren Diabolometeoriten entstanden war. Wie aus seinem Aufsatz "Étude du siliciure de carbone de la météorite de Cañon Diablo" hervorgeht, dachte Moissan bei der minralogischen Untersuchung des Meteoriten zunächst, dass unter den Bestandteilen auch Diamanten wären. Spätere Analysen zeigten jedoch, dass er ein bis dato unbekanntes Mineral gefunden hatte, das er zunächst Siliciumcarbid nannte.

Den Ausführung von Kunz zufolge hätte es auch keinen passenderen Namenspaten als Moissan geben können. Moissan setzte sich seinerzeit intensiv mit der Erforschung von Meteoriten und Karbiden, Kohlenstoffverbindungen, auseinander.


Eigenschaften von Moissanit

Moissanit ist mit der chemischen Zusammensetzung SiC ein Nichtmetall, das zur Mineralklasse der Elemente zählt.

Die eigentliche Farbe von Moissanit ist farblos – in das Kristallgitter zusätzlich eingebaute Elemente bzw. Verunreinigungen, beispielsweise mit Stickstoff, Bor oder Aluminium sind der Grund für gelben, grauen, grünen, blauen oder schwarzen Moissanit. Teilweise ist das Mineral auch zonar gefärbt, d.h. ein Kristall weist verschiedene Farben gleichzeitig auf, die aber voneinander blockartig getrennt und nicht vermischt erscheinen.
Die Moissanit, die Moissan seinerzeit fand, waren von grüner Farbe.
In Verbindung mit dem metallischen bis diamantartigem Glanz wirkt die Farbe von Moissanit vor allem im Licht brillant-glänzend.
Die Strichfarbe von Moissanit ist graugrün, d.h., wird Moissanit über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen, erscheint ein graugrüner, pulverisierter Abrieb.

Moissanit kristallisiert in mehreren Kristallsystemen. Entsprechend den Ausprägungen hexagonaler, kubischer und rhomboedrischer Kristalle weist Moissanit sehr umfangreiche Kristallformen auf.

Der Glanz von Moissanit ist intensiv metallisch bis diamantartig bei durchsichtiger Transparenz. Der Bruch ist muschelig, die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Mit einer Mohshärte von 9,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) ist Moissanit nach dem Diamant das härteste Mineral auf der Welt. Die Dichte von Moissanit beträgt 3,1 bis 3,3 g/cm³.


Moissanite - Mineral und Kristalle
Moissanit

Entstehung und Verbreitung von Moissanit

Die Entstehung von Moissanit findet im Hochtemperaturbereich statt (ca. 2.000 °C).
Moissanit kristallisiert typischerweise im Bereich des Erdmantels, kann aber auch das Ergebnis von Einschlägen von Meteoriten sein, bei denen durch den Druck des Aufpralls vergleichbar hohe Temperaturen vorliegen.

Die Vorkommen von Moissanit werden unter anderem von Diamanten, Rutil, Quarz, Klinopyroxenen, Granat, Coesit, Eisen, Graphit und Pyrrhotin begleitet. Als mineralischer Bestandteil, sog. Gemengteil, ist Moissanit, neben Meteoriten auch in den Gesteinen Kimberlit, Xenolith und Lamproit vertreten.

Moissanit ist ein seltenes Mineral. Nennenswerte Vorkommen von Moissanit befinden sich z.B. in Norwegen; Nördlinger Ries/Deutschland; Böhmen/Tschechien; Halbinsel Kola, Kamtschatka, Ural, Nowgorod, Ostsibirien/Russland; Ungarn; Izmir/Türkei; Ukraine; Aserbaidschan; China; Australien; Quebec/Kanada und in den USA.


Bedeutung und Verwendung von Moissanit

Aufgrund der Seltenheit des Minerals ist natürlicher Moissanit hauptsächlich für Mineraliensammlungen von Interesse.

Moissanite in schleifwürdiger Größe werden als Edelstein in Schmuck verarbeitet. Besonders begehrt sind farblose Varianten, die aufgrund der Härte und der Brillanz als Diamantenduplikat zu hohen Preisen gehandelt werden. Unter dem Mikroskop sind jedoch Unterschiede zwischen beiden Mineralen erkennbar.

Ferner wird Moissanit unter dem Name Carborund als Schleifmittel verwendet, in Keramik verarbeitet oder in Leuchtdioden sowie Transistoren verwendet.


Synthetischer Moissanit

Die ersten Experimente zur Herstellung von künstlichem Siliciumcarbid werden auf das späte 19. Jahrhundert datiert.
1891 gelang dem Chemiker Edward Goodrich Acheson (1856 bis 1931) der Durchbruch. Das Rezept zur Herstellung ist denkbar einfach: Kohle und Quarzsand sind die einzigen Zutaten, die zusammen mit 12 Prozent Chlornatrium im Elektroofen auf eine Temperatur von 3.500 °C erhitzt werden, so der Chemiker Hugo Erdmann (1862 bis 1910). Die Mischung wird solange erhitzt, bis diese weiß glüht, nach der abschließenden Phase der Abkühlung liegen tafelförmige Siliciumcarbid-Kristalle und Kohlenmonoxid vor.

Bis Moissanit in schleifwürdiger Edelsteinqualität und Größe seit der Erfindung hergestellt werden konnten und die Steine für die Schmuckbranche, insbesondere als Alternative für echte Diamanten, interessant wurden, vergingen noch gut 100 Jahre. Seit 1997 wurden dann schließlich "Moissanit-Diamanten" zu Schmuck verarbeitet und haben sich seitdem als valide Alternative etabliert.

Optisch sind sich Diamanten und Moissanit sehr ähnlich, wenn auch Diamanten etwas härter sind. In einem Punkt unterscheiden sich beide Edelsteine dennoch: im Preis. Der Wert von natürlichen Diamanten und auch im Labor gezüchteten Diamanten ist deutlich höher gegenüber dem Wert von synthetischem Moissanit.


Nachweis von Moissanit

Moissanit ist ein ausgesprochen widerstandsfähiges Mineral. Weder Säuren noch Laugen sind in der Lage, Moissanit aufzulösen. In der Flamme zeigt Moissanit keine Reaktionen, erst im Elektroofen bei 2.300 °C verflüssigt sich das Siliciumcarbid.


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Quellen:

Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 16.01.2025

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