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Amethyst Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Amethyst - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: amethyst | französisch: améthyste

Amethyst Der Name Amethyst geht auf die altgriechischen Wörter a und methustos zurück, die mit nicht vergiftend übersetzt werden. Einem altertümlichen Volksglauben zufolge wurde angenommen, dass man nicht betrunken wird bzw. von den Folgen des Alkoholkonsums verschont bleibt, wenn man Amethyste mit sich trägt oder aus Gefäßen trinkt, die aus dem violetten Mineral gefertigt wurden.

Eigenschaften von Amethyst
Chemisch betrachtet handelt es sich beim Amethyst um Siliciumdioxid (SiO2). Damit wird das Mineral zur Mineralklasse der Oxide gezählt, und innerhalb der Oxidminerale ist Amethyst eine Varietät von Quarz, zu denen auch Rosenquarz, Bergkristall, Achat, Citrin und Tigerauge zählen.
Die Farbe von Amethysten variiert von rosa (sog. Rose de France Amethyst) über rotviolett bis hin zum typischen Violett in diversen Intensitätsstufen. Als besonders wertvolle gelten Deep Russian Amethyste bzw. Sibirische Amethyste, die sich durch eine dunkelviolette Farbe auszeichnen, die abhängig vom Lichteinfall und der Lichtquelle einen Stich ins Blau und Rote aufweisen. Die Bezeichnung Deep Russian Amethyst bezieht sich unlängst nicht nur auf russische/sibirische Amethyste, auch wenn der Name in der Vergangenheit wegen der einzigartigen Farbe vor allem mit russischen Amethysten in Verbindung gebracht wurde. Entscheidend für den Titel Sibirischer Amethyst ist die Farbe.
Im Mineralienhandel gibt es bisweilen Amethyste unter dem Namen "grüner Amethyst" zu kaufen. Grüne Amethyste sind keine Varietät von Amethysten, sondern eine irrtümliche Bezeichnung für das grüne Quarzmineral Prasiolith.
Ausschlaggebend für die Farbe von Amethysten sind Eisenoxide und Mangan, deren Gehalte aber zu gering sind, um in der Formel der Zusammensetzung erwähnt zu werden. Oftmals kann man beobachten, dass die Kristallspitzen von Amethysten am deutlichsten und kräftigsten gefärbt (sog. Spitzenamethyst) und zum unteren Ende bzw. Kristallbasis hin heller werden.
Werden Amethyste mit ungleichmäßiger Farbverteilung vorsichtig erhitzt, erstrahlt das Mineral in einem homogenen lila Farbton. Allerdings sollte dieser Vorgang mit Vorsicht ausgeführt werden, denn bei höheren Temperaturen - beim Brennen von Edelsteinen - d.h. beim Amethyst bei ca. 470 °C schlägt die lila-violette Farbe in gelb um; es entsteht das Mineral Citrin. Wird die Temperatur sogar bis auf 750 °C gesteigert, verlieren Amethyste ihre Farbe oder werden grün. Mit Hilfe von Radiumstrahlung erhalten hitzebehandelte Amethyste die ursprüngliche Farbe zurück.
Aber auch einfaches Sonnenlicht kann dem Mineral zusetzen und der Amethyst kann verblassen. Aus diesem Grund sollte insbesondere Amethystschmuck vor Licht geschützt beispielsweise in einem Schmuckkästchen oder Schmuckschrank aufbewahrt werden, wenn man verhindern möchte, dass die Farbe des Minerals verblasst.
Die Strichfarbe. d.h. die Farbe, die sich zeigt, wenn man das Mineral über eine unglasierte Porzellantafel reibt, ist in allen Fällen weiß. Amethyst
Amethyste kristallisieren im trigonalen Kristallsystem und bilden prismatische, lange und pseudohexagonale Kristalle aus. Die Aggregate erscheinen als Ansammlung von Kristallspitzen, können aber auch als kugelige Aggregate auftreten.
Amethyste weisen keine Spaltbarkeit auf, der Bruch ist muschelig. Der Glanz ist glasartig bei durchsichtiger bis undurchsichtiger Transparenz ist. Mit einer Mohshärte von 7 zählen Amethyste zu den harten Mineralen. Die Dichte liegt zwischen 2,63 und 2,65 g/cm³.

Entstehung und Verbreitung von Amethyst
Amethyste sind hydrothermalen Ursprungs und kristallisieren aus schwach eisenhaltigen Lösungen bei Temperaturen von 100 bis 250 °C aus. Entsprechend finden sich Amethystkristalle in Ergussgesteinen, in Gängen und Klüften, oder als Füllung in Drusen oder Geoden. Begleitende Minerale von Amethysten sind weitere Vertreter der Quarzfamilie.
Amethyste sind weltweit sehr häufig verbreitet. Schöne Exemplare stammen unter anderem aus Schottland; Irland; England; Frankreich; Erzgebirge, Schnellbach (bei Friedrichroda), Sauerland, Hunsrück, Odenwald, Oberwolfach/Deutschland; Wallis und Graubünden/Schweiz; Hohe Tauern, Graz/Österreich; Portugal; Spanien; Italien; Polen; Tschechien; Slowakei; Griechenland; Kenia; Namibia; Südafrika; Russland; Kasachstan; Afghanistan; Indien; China; Japan; Kambodscha; Thailand; Australien; Neuseeland; Süd-, Mittel- und Nordamerika.

Amethyst Verwendung/Bedeutung von Amethyst
Amethyste sind vor allem für die Fertigung von Schmuck von Bedeutung, wobei minderwertige Qualitäten im Rundschliff gehalten oder zu Cabochons oder Trommelsteinen verarbeitet werden, oder farblich schwache Exemplare durch lila Schmuckfassungen respektive farbig unterlegte Folien als wertvollere, farbintensivere Amethyste ausgegeben werden. Ebenfalls gängig ist die Methode, hellviolette Amethyst mit eingefärbtem Öl oder Wachs einzufärben. Aus Amethysten werden aber auch Gegenstände aus dem Kunsthandwerk gefertigt.

Nachweis von Amethyst
Die Gefahr der Verwechslung besteht insbesondere mit Fluorit, Apatit, Beryll, Kunzit, Topas, Spinell, Turmalin, Korund, Cordierit sowie Skapolith. Um die Echtheit des Amethyst zu überprüfen bzw. synthetische Amethyste zu entlarven, werden die mineralspezifischen Eigenschaften herangezogen. Ein weiterer Test ist die Löslichkeit von Amethysten in Flußsäure. Der Pleochroismus ist schwach vorhanden, erscheint in violett bis grauviolett, gebrannte Amethyste weisen diesen nicht auf. Zudem fluoreszieren Amethyste grünlich.

Sonstiges: Amethyst und Onyx sind die Monatssteine/Geburtssteine für den Monat Februar.

Siehe auch:
Rose de France Amethyst
Mineralien als Wertanlage
Hildegard von Bingen und die Heilsteine
Mineralien reinigen


Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - amethyst

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