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Feldspat-Gruppe Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Feldspat-Gruppe - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: feldspar | französisch: feldspath

Feldspat-GruppeDie Bezeichnung Feldspat geht auf den Mineralogen Abraham Gottlob Werner zurück, dem bei geologischen Untersuchungen in Norddeutschland auffiel, dass dortige Feldsteine über einen besonders hohen Anteil an spaltbaren Mineralen verfügten.

Feldspat-Minerale gehören zu den Mineralen, die weltweit am häufigsten vorkommen. Dementsprechend oft sind Feldspate als Haupt- und Nebengemengteil am Aufbau zahlreicher Gesteine beteiligt, wie bspw. Pechstein, Phonolith, Grauwacke, Larvikit, Granit, Troktolith, Rogenstein, Trondhjemit, Granodiorit, Anorthosit, Andesit und Gneis.

Die Feldspatgruppe zählt zur Mineralklasse der Silikate und wird unterschieden in die Gruppe der Kalifeldspäte sowie der Kalknatronfeldspäte (Plagioklase).

Die Minerale der Feldspatgruppe werden aufgrund ähnlicher chemischer Zusammensetzung und Eigenschaften als Gruppe zusammengefasst. Die Farbe von Feldspäten ist verschieden, kann weiß, farblos, gelblich, grau, grün, rot oder braunrot sein, stets geprägt von Glasglanz. Die Härte der Minerale beträgt 6 bis 6,5. Feldspäte zeigen eine sehr vollkommene Spaltbarkeit, der Bruch ist muschelig.

Feldspäte kristallisieren sowohl im monoklinen als auch triklinen Kristallsystem.
Monokline Kristalle werden bei Orthoklas, Adular und Sanidin ausgebildet. Mikroklin, die End- und Zwischenglieder der Plagioklase kristallisieren im triklinen Kristallsystem.

Kalifeldspäte sind besonders kalium- und natriumreich, zeichnen sich durch ein- und aufgewachsene, kurzprismatische Kristalle aus. Zwillingsbildungen sind bei Kalifeldspäten möglich, z.B. in Form von Karlsbader, Bavenoer und Manebacher Zwillinge.
Die bekanntesten Kalifeldspäte sind Orthoklas und Mikroklin. Als Varietät von Orthoklas bekannt sind Sanidin und Adular mit Mondstein. Amazonit ist eine Varietät von Mikroklin.

Kalifeldspäte sind als gesteinsaufbauende Minerale in vielen Gesteinen vertreten, die mitunter beachtliche Größen annehmen. Fundorte von Kalifeldspäten wurden u.a. in Hagendorf (Fichtelgebirge), Eifel, Drachenfeld/Deutschland; Iveland, Tysfjord/Norwegen; Schottland; Russland; Karlsbad/Tschechien; Insel Elba, Baveno/Italien; Spanien und Colorado/USA dokumentiert.

Einsatz finden Kalifeldspäte vor allem als Zuschlagstoff in Glasuren, Porzellan und in der Elektrotechnik als Isolator.


Kalknatronfeldspäte sind geprägt durch ein- und aufgewachsene, tafelige Kristalle, deren Farbe weiß, grün, grau, rot oder farblos sein kann.

Plagioklase bilden eine magnesium-, calcium- und natriumreiche Mischreihe von Mineralen mit den Endgliedern Albit (Varietät: Peristerit) und Anorthit. Mitunter findet sich bei der Charakterisierung der Zwischenglieder – Oligoklas (Varietät: Aventurin-Feldspat), Andesin, Labradorit und Bytownit – eine Angabe der prozentualen Anteile an Albit (Ab) und Anorthit (An).

Plagioklas Anteil Ab und An
Albit Ab100-90An0-10
Oligoklas Ab90-60An10-30
Andesin Ab70-50An30-50
Labradorit Ab50-30An50-70
Bytownit Ab30-10An70-90
Anorthit Ab10-0An90-100


Plagioklase sind in vielen kieselsäurereichen, magmatischen (z.B. Schriftgranit) und metamorphen Gesteinen als Gemengteile enthalten.
Als Fundort von Plagioklasen bekannt sind neben Rauris, Tirol/Österreich; Graubünden/Schweiz auch Strzegom /Polen; Fichtelgebirge/Deutschland; Länder mit Alpen- sowie Pyrenäenanteil; Korsika/Frankreich; Italien; Ojamo/Finnland; Labrador/Kanada; Madagaskar und Indien.

Der Unterschied von Gesteinen und Mineralen
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"Feldspat, Quarz und Glimmer - die drei vergess´ ich nimmer" - Was bedeutet das?


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
Booth, B. (1999): Steine und Mineralien. Könemann Verlag Köln
⇒ Altaba, M. F. und G. Tanelli (1995): Wissen heute auf einen Blick - Mineralogie. Neuer Kaiser Verlag GmbH, Klagenfurt

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