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Aquamarin Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Aquamarin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: aquamarine | französisch: aigue-marine


Aquamarin
Aquamarin

Das Mineral Aquamarin wurde nach der meeresblauen Farbe des Minerals benannt, aqua mare (lat.) wird mit Wasser des Meeres übersetzt.


Eigenschaften von Aquamarin

Aquamarin ist die blaue Varietät der Beryll-Gruppe, die außerdem folgende Mineralien umfasst:

Chemisch betrachtet handelt es sich bei Aquamarin um ein Silikatmineral mit der Zusammensetzung Al2Be3[Si6O18].
Aquamarin kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und bildet lang- sowie kurzprismatische Kristalle. Die Aggregate können massig, körnig, säulig oder radialstrahlig sein.
Die Farbe von Aquamarinen variiert von hell- über mittelblau bis hin zu blaugrün, weshalb das Mineral bisweilen auch als blauer Beryll bezeichnet wird. Das farbgebende Element von Aqumarin ist zweiwertiges Eisen, das mit einem Anteil von bis zu zwei Prozent an der Zusammensetzung des blauen Minerals beteiligt sein kann. Eine Ausnahme hinsichtlich der Entstehung der Farbe stellen Maxixe-Aquamarine dar, die in der Maxixe-Mine in Brasilien seit dem frühen 20. Jahrhundert abgebaut werden. Die Farbe der Maxixe-Aquamarine ist ein tiefes, dunkleres Blau, das durch radioaktive Strahlung zurückzuführen ist. Die Farbe ist allerdings nicht beständig, sodass die Kristalle binnen weniger Tage die Tage verlieren und weiß-gelb erscheinen.
In der Regel ist die Farbe in Aquamarinen gleichmäßig verteilt; eventuell vorhandene Unregelmäßigkeiten der Farbverteilung und blasse Farbtöne können durch Brennen bei 400 °C korrigiert bzw. intensiviert werden.
Jene Reaktion wird genutzt, um grüne Berylle auf Aquamarine zu trimmen. Aufgrund der hohen Temperaturen reduziert dreiwertiges zu zweiwertigem Eisen und das Mineral wird blau. Die Strichfarbe ist bei allen Exemplaren weiß. Einige Aquamarine verfügen über feine Kanäle, infolge dessen das Aluminium-Beryllium-Silikat weiße Streifen aufzeigt. Die genannten Kanäle können sowohl hohl als auch mit Flüssigkeiten, Gasen oder anderen Mineraleinschlüssen wie z.B. Muskovit, Ilmenit oder Hämatit, gefüllt sein.
Mit einer Härte von 7,5 bis 8 ist der Aquamarin ein hartes Mineral. Das spezifische Gewicht beträgt 2,63 bis 2,91. Die Spaltbarkeit ist unvollkommen, der Bruch ist spröde und muschelig. Die Transparenz ist durchsichtig bis undurchsichtig, der Glanz ist glasartig.


Aquamarin
Beryll-Varietät Aquamarin

Entstehung und Verbreitung von Aquamarin

Aquamarine sind vorrangig magmatischen Ursprungs, können aber auch in Metamorphiten und Sedimenten auftreten.
Aquamarin kann als Nebengemengteil in Graniten vorkommen, begleitende Minerale sind u.a. Quarz, Feldspat, Muskovit, Topas, Granat, Biotit und Phenakit.
Nennenswerte Vorkommen existieren unter anderem in Grischun/Schweiz; Hohe Tauern und Moschkogel/Österreich; Italien; Ukraine; Nigeria; Sambia; Simbabwe; Tansania; Madagaskar; Südafrika; Afghanistan; Pakistan; Myanmar; Australien; Argentinien; Brasilien sowie in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Aquamarin

Aquamarin sind beliebte Sammlerminerale, werden aber auch zu Schmuck verarbeitet und zählen genau wie Tansanit, Saphir, Rubin und Smaragd zu den teuersten Farbedelsteinen. Vor allem der aus Nigeria stammende hellblaue, leicht grünstichige Bauchi-Aquamarin wird auf dem Edelsteinmarkt geschätzt.
Daneben werden Aquamarine als Chakrasteine und Heilsteine gehandelt, wobei die Heilwirkung von Aquamarin in klinischen Studien nicht bestätigt werden konnte.


Aquamarin-Fälschungen und ähnlich aussehende Mineralien

Gefälschte Aquamarine bestehen vor allem aus synthetischem Spinell, gefärbtem Glas, Quarz oder Achat. Elbait, Euklas, Kyanit, Turmalin, Topas und Zirkon sind Mineralien, mit denen Aquamarin verwechselt werden kann.


Nachweis von Aquamarin

Aquamarine weisen keine Fluoreszenz auf, der Pleochroismus ist stark ausgeprägt und erscheint von nahezu farblos-hellblau bis intensiv blau. In der Flamme ist das Mineral schwer schmelzbar, reagiert hingegen auf Flußsäure.


Sonstiges

Aquamarin und Blutjaspis sind die Monatssteine/Geburtssteine für den Monat März.


Siehe auch:
Aquamarin und Blautopas unterscheiden
A, AA und AAA: Die Bewertung der Qualität von Farbedelsteinen
Blaue Diamanten - Fancy Diamanten


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Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag
- www.mindat.org - aquamarine

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Letzte Aktualisierung: 8. Oktober 2019

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