Logo

Smaragd Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 




Smaragd - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: emerald | französisch: émeraude


Smaragd
Bild 1: Smaragd


Lange Zeit wurden alle grünen Steine unter dem Namen Smaragd zusammengefasst, da der aus dem Altgriechischen stammende Name (smáragdos) mit grün übersetzt wird. Heutzutage wird ausschließlich die grüne Varietät der Beryll-Gruppe als Smaragd bezeichnet.


Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften von Smaragd

Smaragde sind Silikatmineralien mit der chemischen Zusammensetzung Al2Be3(Si6O18), die in der weiteren Unterteilung zu den Beryllen gezählt werden, die neben Smaragden durch die Mineralien Goldberyll/Heliodor, Aquamarin, Morganit, Goshenit und Bixbit/Roter Beryll repräsentiert wird.
Die Farbe von Smaragden ist grün in verschiedenen Intensitäten; farbgebend sind Chrom und Spuren von Eisen. In seltenen Fällen wird das Mineral auch durch Vanadium grün gefärbt. Sowohl die Farbe als auch die Art der Einschlüsse im Smaragd – Heilungsrisse, Gase, Flüssigkeiten oder andere Minerale - ermöglichen Aussagen hinsichtlich der Herkunft.

Die Strichfarbe von Smaragd ist immer weiß.
Smaragde kristallisieren sowohl im trigonalen als auch hexagonalen System.
Der Glanz des grünen Minerals ist glasartig bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Smaragde weisen einen muschelig-unebenen Bruch auf, die Spaltbarkeit ist unvollkommen. Mit einer Mohshärte von 7,5 bis 8 erfüllen Smaragde das Kriterium der Edelsteinhärte. Die Dichte beträgt 2,6 bis 2,8 g/cm3.



Smaragd
Bild 2: Wohlfahrtsmarke der Post aus dem Jahr 2012 mit einem Smaragd


Smaragd und Smaragdit

Smaragd und Smaragdit sind trotz der namentlichen Ähnlichkeit und vergleichbarer Farbe zwei verschiedene Mineralien.

Tabelle: Smaragd und Smaragdit im Vergleich
EigenschaftSmaragdSmaragdit
Chemische Zusammensetzung Al2Be3(Si6O18)Ca2(Mg, Fe)5Si8O22(OH)2
Mineralklasse Silikatmineral/Beryll-VarietätSilikatmineral/Aktinolith-Varietät
Farbe grüngrün
Strichfarbe weißweiß
Glanz glasartigglasartig
Transparenz durchsichtig bis durchscheinenddurchsichtig bis durchscheinend
Bruch uneben, muscheligmuschelig-spröde
Spaltbarkeit unvollkommenvollkommen
Mohshärte 7,5 bis 86
Dichte 2,6 bis 2,8 g/cm³3,3 g/cm3


Werbung: Smaragd kaufen - Unsere Empfehlung

*

Trapiche-Smaragd

Trapiche-Smaragde sind eine Varietät von Smaragd, deren wesentliches Merkmal schwarze, strahlenförmig vom Zentrum des Minerals ausgehende Zeichnungen sind - eingebettet in die smaragdgrüne Matrix.
Aufgrund der Ähnlichkeit mit Wagenrädern erhielten jene Smaragde den aus dem Spanischen stammenden Namen Trapiche für Wagenrad. In Untersuchungen wurde festgestellt, dass es sich bei den schwarzen Einlagerungen um das Mineral Lutit oder Kohlenstoffverbindungen handelt.
Die Entstehung von Trapiche-Smaragd ist noch nicht endgültig erforscht, wobei als wahrscheinlich gilt, dass räumliche Einschränkungen beim Kristallwachstum die Ursache sind. Trapiche-Smaragde kommen vor allem in Kolumbien vor und sind an das Gestein Schiefer gebunden.


Entstehung und Verbreitung von Smaragd

Smaragde entstehen infolge der Gesteinsmetamorphose oder kristallisieren aus aufsteigendem Magma aus.
Die Voraussetzung für die Entstehung metamorpher, sekundärer Smaragde sind neben Temperaturen um 500 °C und Druckverhältnissen um 7.000 bar auch die Existenz von berylliumhaltigen Pegmatiten und Chrom. Die Smaragdkristalle wachsen dabei entweder in Gesteinsgängen oder auf Gesteinswänden.
Die Vorkommen von Smaragden werden z.B. von Albit, Apatit, Aragonit, Baryt, Calcit, Dolomit, Fluorit sowie Pyrit begleitet.
Nennenswerte Vorkommen befinden sich in Norwegen; Frankreich; Hohe Tauern/Österreich; Schweiz; Italien; Tschechien; Bulgarien; Nigeria; Namibia; Mosambique; Simbabwe; Tansania; Südafrika; Madagaskar; Russland; Kasachstan; Pakistan; Afghanistan; Indien; China; Australien; Kolumbien; Brasilien; Kanada und in den USA.



Verwendung und Bedeutung von Smaragd

Der grüne Edelstein Smaragd wird vorwiegend zu Schmuck (Ketten, Ringe, Ohrringe, Armbänder oder Anhänger) verarbeitet, erfreut sich aber auch der Beliebtheit als Mineral in Sammlungen. Umfangreiche Smaragdsammlungen befinden sich beispielsweise im British Museum of Natural History in London, American Museum of Natural History in New York, im russischen Staatschatz oder in der Wiener Schatzkammer. Die weltweit größte Sammlung von Smaragden lagert in der Zentralbank von Bogota/Kolumbien.
Daneben wird Smaragd als Chakrastein/Heilstein gehandelt, mit dem bereits Hildegard von Bingen arbeitete, ohne dass die Heilwirkung von Smaragden in klinischen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Smaragd-Schmuck und Smaragdschliff

Als Stein für Schmuck werden Smaragde insbesondere in Facettenschliffen gehalten. Eigens für den grünen Edelstein wurde in der Vergangenheit ein Schliff entwickelt, der als Smaragdschliff (englisch: emerald cut) bekannt wurde. Das Kennzeichen des Smaragdschliffs ist die rechteckige Grundform und die treppenartig ausgearbeiteten Facetten. Ursprünglich fand der Smaragdschliff nur bei Smaragden Anwendung, wird heute aber auch auf andere klare Mineralien übertragen.
Die Bearbeitung bzw. das Schleifen von Smaragden gestaltet sich mitunter schwierig. Das Mineral ist von spröde-splitterndem Charakter infolge möglicher Einschlüsse und Risse. Um Smaragden mehr Härte zu verleihen, werden die Steine nachträglich mit einer feinen Schicht aus Kunststoff oder Harz zum Schutz "versiegelt".


Große Smaragdkristalle

Smaragde bilden teilweise sehr große und schwere Kristalle aus. Der größte Smaragdkristall trägt den Namen Bahia-Smaragd, stammt aus den Beryll-Minen in Bahia/Brasilien, wurde 2005 entdeckt und wiegt 341 kg.
Im Januar 2018 sorgte die Entdeckung eines 1,6 kg schweren Smaragdkristalls in Russland für Aufsehen. Der grüne Kristall wurde im Malyschew Smaragd- und Berylliumwerk in Swerdlowsk gefunden, ist 17 cm bei einem Durchmesser von 7 cm.
Eine Sensation waren zudem zwei Smaragdkristalle, die 2018 in Sambia entdeckt wurden: der 6.225 Karat (= 1,245 kg)schwere Insofu-Smaragd alias Der Elefantenstein sowie der Inkalamu-Smaragd bzw. Löwen-Smaragd mit einem Gewicht von 5.655 Karat (= 1,131 kg).


Nachweis und Bestimmung von Smaragden

Smaragde lösen sich nicht in Säuren auf. Durch Brennen, d.h. vorsichtiges Erhitzen, bei 750 °C ändert sich die Farbe von Smaragden. Smaragde weisen keine Fluoreszenz auf, erscheinen im Chelsea-Filter intensiv rot. Charakteristisch ist der smaragdeigene Dichroismus, der in Grünblau und Grüngelb erscheint.



Smaragd-Fälschungen und ähnlich aussehende Mineralien

Wie bei nahezu jedem Mineral gibt es auch bei Smaragden Steine, die aufgrund der Farbe dem grünen Edelstein zu Verwechseln ähnlich sind. Insbesondere das Grün von Demantoid, Diopsid, Dioptas, Grossular, Hiddenit, Peridot, grünem Turmalin sowie Uwarowit kommt der Farbe von Smaragden sehr nahe.
Daneben sind im Handel bisweilen smaragdgrün eingefärbter Quarz, Spinell oder Glas sowie Smaragdsynthesen im Umlauf. Die erste erfolgreiche Synthese erfolgte 1848 in Frankreich.
Verwirrend sind zudem die Handelsnamen zahlreicher Mineralien und Smaragdsynthesen, die im Namen den Begriff Smaragd tragen, auch wenn es sich um ein anderes Mineral handelt und den Anschein einer Varietät erwecken. Die Motivation hinter Handelsnamen ist verschieden. In den meisten Fällen wird durch den Namenszusatz Smaragd eine Wertsteigerung scheinbar minderer Mineralien bezweckt; bspw.:


Sonstiges

Im Januar 2012 erschien bei der Deutschen Post eine Briefmarken-Serien mit dem Titel "Edelsteine". Neben einem geschliffenen Smaragd (siehe Bild) werden auf den Wohlfahrtsmarken auch ein Rubin und Saphir abgebildet.



Siehe auch:
Die Smaragde vom Habachtal in Österreich
Grüne Diamanten
Pinker Smaragd, oder Smaragde, die keine sind



Quellen:
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- News-Eintrag www.steine-und-minerale.de (2. Januar 2012): Wohlfahrtsmarken Edelsteine
- www.de.sputniknews.com - Kiloschwerer Smaragd im Ural entdeckt
- www.mindat.org - emerald
- https://gemfields.com - GEMFIELDS introduces ‘Inkalamu’, the 5,655 carat Lion Emerald

Lesetipp: www.lapisphilatelie.de - eine Sammlung von Briefmarken mit dem Themenschwerpunkt Mineralien und Geologie

* = Affiliate Link, d.h. beispielhafte Links, die zum Partnerprogramm von Amazon führen und bei erfolgreichem Verkauf mit einer Provision vergütet werden, ohne dass für Sie Mehrkosten entstehen.


Letzte Aktualisierung: 16. April 2019

Unsere Mineralien-Empfehlungen

Grüner Fluorit Oktaeder

Fluorit Oktaeder in grüner Farbe

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Börsenkalender

Mineralienboersen Kalender
Hier gelangen Sie direkt zum Börsenkalender

Unsere Buchmpfehlung

Der neue Kosmos-Mineralienführer: 700 Mineralien, Edelsteine und Gesteine

Kosmos Mineralienführer

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Mineralien-Steckbriefe