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Smaragd Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Smaragd - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: emerald | französisch: émeraude

SmaragdBild 1: Smaragd

In der Antike wurden alle grünen Steine Smaragde genannt, da smáragdos (altgr.) mit grün übersetzt wurde. Heutzutage wird ausschließlich die grüne Varietät der Beryll-Gruppe als Smaragd bezeichnet.

Eigenschaften von Smaragd
Smaragde sind Silikate mit der Zusammensetzung Al2Be3(Si6O18).
Die Farbe von Smaragden ist grün in verschiedenen Intensitäten; farbgebend sind Chrom und Spuren von Eisen. In seltenen Fällen färbt auch Vanadium grün. Sowohl Farbe als auch Art der Einschlüsse – Heilungsrisse, Gase, Flüssigkeiten oder andere Minerale - ermöglichen Aussagen hinsichtlich der Herkunft. Smaragde aus Simbabwe sind strahlend grün mit eingeschlossenen Tremolitnadeln. Brasilianische Smaragde sind gelbgrün und haben feine Einschlüsse von Flüssigkeiten sowie Gasen. Glimmer bedingt, dass Smaragde aus Südafrika trübe erscheinen. Eingelagerte Minerale lassen australische Smaragde blass und verunreinigt erscheinen. Am variabelsten sind indische Smaragde, erkennbar an deren charakteristischen eckigen Hohlräumen, in denen sich Gase oder Flüssigkeiten befinden.
Die Strichfarbe von Smaragd ist weiß.
Smaragde kristallisieren sowohl im trigonalen als auch hexagonalen System aus.
Die Mohshärte von Smaragd beträgt 7 bis 8 bei einem spezifischen Gewicht von 2,6 bis 2,8. Der Glanz ist glasartig, die Transparenz ist undurchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch von Smaragden ist muschelig-uneben, die Spaltbarkeit ist unvollkommen.

SmaragdBild 2: Wohlfahrtsmarke der Post aus dem Jahr 2012 mit einem Smaragd

Entstehung und Verbreitung von Smaragd
Smaragde entstehen infolge der Gesteinsmetamorphose oder kristallisieren aus aufsteigendem Magma. Bedingung für die Bildung metamorpher, sekundärer Smaragde sind neben Temperaturen um 500 °C und Druckverhältnissen um 7000 bar auch die Existenz von berylliumhaltigen Pegmatiten und Chrom. Das Mineral wächst dabei entweder in Gesteinsgängen oder auf Gesteinswänden.
Begleitminerale von Smaragden sind z.B. Albit, Apatit, Aragonit, Baryt, Calcit, Dolomit, Fluorit sowie Pyrit.
Nennenswerte Vorkommen befinden sich in Norwegen; Frankreich; Hohe Tauern/Österreich; Schweiz; Italien; Tschechien; Bulgarien; Nigeria; Namibia; Mosambique; Simbabwe; Tansania; Südafrika; Madagaskar; Russland; Kasachstan; Pakistan; Afghanistan; Indien; China; Australien; Kolumbien; Brasilien; Kanada und in den USA.

Verwendung von Smaragd
Smaragd wird vorwiegend als Edelstein in der Schmuckindustrie eingesetzt, erfreut sich aber auch der Beliebtheit als Mineral in Sammlungen, beispielsweise im British Museum of Natural History in London, American Museum of Natural History in New York, im russischen Staatschatz oder in der Wiener Schatzkammer. Die weltweilt größte Sammlung von Smaragden lagert in der Zentralbank von Bogota/Kolumbien.

Bei gefälschten Smaragden handelt es sich häufig um grün gefärbten Quarz, Spinell oder Glas. Die erste erfolgreiche Smaragdsynthese erfolgte 1848 in Frankreich.
Verwechslungsgefahr besteht aufgrund der intensiv grünen Farbe mit Demantoid, Diopsid, Dioptas, Grossular, Hiddenit, Peridot, grünem Turmalin sowie Uwarowit.

Seit dem 2. Januar 2012 ist in Deutschland bei der Deutschen Post außerdem eine Wohlfahrtsmarke erhältlich, die einen geschliffenen Smaragd zeigt (siehe Foto). Die Briefmarke ist Teil der Serie Edelsteine, weitere Motive der Wohlfahrtsmarken 2012 sind Rubin und Saphir.

Nachweis von Smaragd
Smaragde sind säureresistent. Durch Brennen bei 750 °C ändert sich die Farbe von Smaragden. Smaragde weisen keine Fluoreszenz auf, erscheinen im Chelsea-Filter intensiv rot. Die Lumineszenz ist bei südafrikanischen und indischen Exemplaren dumpf, durch Filter betrachtet grün. Charakteristisch ist der smaragdeigene Dichroismus, der in Grünblau und Grüngelb erscheint.

Siehe auch:
Die Smaragde vom Habachtal
Grüne Mineralien
Berühmte Edelsteine - Devonshire-Smaragd

Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- News-Eintrag www.steine-und-minerale.de (2. Januar 2012): Wohlfahrtsmarken Edelsteine
- www.mindat.org - emerald

Lesetipp: www.lapisphilatelie.de - eine Sammlung von Briefmarken mit dem Themenschwerpunkt Mineralien und Geologie

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