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Trapiche-Smaragd

Smaragd mit wagenradähnlichem Muster

Der Trapiche-Smaragd ist eine besondere Varietät von Smaragd, bei der die kristalline Struktur durch ein auffälliges Muster geprägt ist: Sechs smaragdgrüne Segmente werden von dunklen, kohlenstoffhaltigen Einlagerungen getrennt, die wie Speichen strahlenförmig von der Mitte ausgehen. Diese Optik erinnert an Wagen- oder Zahnräder; daher der aus dem Spanischen stammende Name „trapiche“ für Mühl- oder Zahnrad.

Der Begriff „Smaragd“ wiederum geht auf die altgriechische Vokabel ´smaragdos´ zurück und wird mit „grün“ übersetzt.

Eine der ersten wissenschaftlichen Beschreibungen von Trapiche-Smaragd geht auf den französischen Mineralogen Émile Bertrand (1844 bis 1909) im Jahr 1879 zurück, der Smaragde in der kolumbianischen Fundstätte Muzo/Kolumbien dokumentierte.


trapiche smaragd
Trapiche-Smaragd mit typischem Wagenradmuster

Eigenschaften von Trapiche-Smaragd

Mit der chemischen Zusammensetzung Al2Be3(Si6O18) zählen Trapiche-Smaragde zu den Silikatmineralien. Innerhalb der Silikate ist Trapiche-Smaragd ein Vertreter der Beryll-Gruppe, zu der neben Smaragd auch die Mineralien Goldberyll/HeliodorAquamarinMorganit, Goshenit und Bixbit/Roter Beryll gehören.

Die Farbe von Trapiche-Smaragd ist grün: hell-, mittel- oder intensiv smaragdgrün mit Chrom, mitunter auch Eisen und Vanadium, als farbgebenden Elementen.
Die strahlenförmig angeordneten, vom kreisrunden Zentrum des Smaragds ausgehenden schwarzen Einlagerungen aus Lutit oder Kohlenstoffverbindungen sind deutlich voneinander abgegrenzt. Die schwarzen Bereiche sind nicht immer gleich breit. Teilweise ist nur eine feine schwarze Linie zwischen den grünen Smaragdkristallen erkennbar, während bei anderen Trapiche-Smaragden auffälligere schwarze "Balken" vorhanden sind.
Die Strichfarbe von Trapiche-Smaragd ist weiß, d.h. wird der Kristall über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen (sog. Strichtafel) erscheint ein weißer, pulverisierter Abrieb.

Trapiche-Smaragd kristallisiert dem hexagonalen Kristallsystem folgend und bildet säulenförmige Kristalle aus. Das Wagenrad wird oftmals erst richtig deutlich, wenn die Kristalle scheibchenartig aufgeschnitten werden.

Der Glanz des Minerals ist glasartig bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Die geschwärzten Bereiche von Trapiche-Smaragden sind von undurchsichtiger Transparenz. Der Bruch von Trapiche-Smaragd ist muschelig bis uneben, die Spaltbarkeit ist unvollkommen.

Trapiche-Smaragd weist eine Mohshärte von 7,5 bis 8 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) auf und fallen damit in den Bereich der Edelsteinhärte (Mohshärte über 7). Die Dichte beträgt 2,6 bis 2,8 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Trapiche-Smaragd

Die Entstehung von Trapiche-Smaragd ist bis heute nicht vollständig geklärt. Als wahrscheinlich gilt die Annahme, dass die hydrothermalen Lösungen, aus denen der Smaragd auskristallisierte, während des Wachstums durch das umgebende Muttergestein Schiefer kanalisiert und begrenzt wurden.
Vom Zentrum des Kristalls aus drangen die mineralführenden Lösungen in feine Spalten ein und kristallisierten dort aus. An den Stellen, an denen Raum vorhanden war, konnten Schieferfragmente verdrängt werden, sodass ein charakteristisches, sternförmiges Kristallgebilde entstand.

Die bekanntesten Vorkommen von Trapiche-Smaragd befinden sich in den kolumbianischen Smaragdminen von Muzo und Coscuez. Lange Zeit galt Kolumbien als einziger Fundort dieser besonderen Varietät, bis später Trapiche-Smaragde auch in Brasilien und Madagaskar entdeckt wurden.


Weitere Trapiche-Mineralien

Das sternenförmige Muster von Trapiche-Smaragden kommt nicht nur bei Smaragd vor. Auch bei Saphir, Granat, Amethyst und Turmalin wurden sternenartige Kristallanordnungen entdeckt.
Von Trapiche-Mineralien sind Mineralien mit Asterismus zu unterscheiden. Unter dem Begriff Asterismus werden in der Mineralogie Mineralien definiert, bei denen es durch Einlagerungen von anderen Mineralien – sehr häufig: Rutil – zu einem sternenförmigen Effekt im Mineral kommt. Die „Fremdmineralien“ sind oftmals von nadelförmiger Gestalt und sind im „Mutterkristall“ sich überkreuzend einlagert. Bei der Aufsicht erscheint ein weißer Lichtstern.


Verwendung und Bedeutung von Trapiche-Smaragd

Trapiche-Smaragde finden vor allem im Schmuckbereich Verwendung. Anders als konventionelle Smaragde, die in der Regel facettiert geschliffen werden, belässt man diese Varietät meist in polierter oder nur leicht bearbeiteter Form, um das unverwechselbare, sternartige Muster optimal zur Geltung zu bringen.

Da Trapiche-Smaragde eine Seltenheit unter den mehr als 6100 weltweit bekannten Mineralien sind, von der nicht viele Vorkommen bekannt sind, ist der Preis des grün-schwarzen Minerals hoch.
Entscheidend für den Wert sind sowohl die Intensität des Grüns als auch die Deutlichkeit und Regelmäßigkeit des sternförmigen Musters. Je nach Qualität bewegen sich die Preise zwischen 300 und 800 Euro pro Karat (1 Karat = 0,2 g).


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Quellen:

Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 15.09.2025

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