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Rubin Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Rubin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: ruby | französisch: rubis


Rubin
Rubine in Glimmerschiefer

Der Name Rubin wird von lateinischen Wort ruber abgeleitet und bezieht sich auf die rote Farbe des Minerals.


Eigenschaften von Rubin

Rubine sind mit der chemischen Zusammensetzung Al2O3 Vertreter der Mineralklasse der Oxide. Innerhalb der Oxide zählen Rubine zur Gruppe der Korunde, zu denen auch der blaue Saphir sowie der farblose Leukosaphir gehören.
Die Farbe von Rubin ist rot, die sowohl einen Stich ins Braune oder Bläuliche (sog. Pigeon Blood Ruby/Taubenblutroter Rubin) aufweisen kann. Als besonders schön gilt die Farbe von Rubinen aus Madagaskar, deren intensives Rubinrot auch ohne Farbkorrektur intensiv und gleichmäßig ist. Das farbgebende Element für das Rot von Rubinen ist Chrom. Mitunter ist die Farbe in Rubinen ungleichmäßig verteilt und wirkt fleckig. Durch vorsichtiges, fachkundiges Erhitzen des Minerals (sog. Brennen) kann die Farbverteilung und auch die Farbe selbst korrigiert werden. Vor allem braunstichige, minderwertige Rubine werden durch das Brennen in das begehrte Rubinrot "umgefärbt". Die Strichfarbe von Rubinen ist weiß.
Rubine kristallisieren dem trigonalen Kristallsystem folgend. Die gerieften Kristalle sind pyramidal, säulenförmig und tafelig. Die entsprechenden Aggregate sind fein- oder grobkörnig, spätig oder derb.
Der Glanz von Rubinen reicht von Glas- bis Diamantglanz bei undurchsichtiger, durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Inbesondere Einschlüsse von Gasen, Flüssigkeiten oder anderen Mineralien beeinträchtigen die Transparenz. In einigen Fällen sind Einschlüsse von Mineralien jedoch begehrt, wie im Fall von Rubinen mit Asterismus. Ein Effekt, der bei Rubinen und Saphiren beobachtet wird und der auf im Kristall eingelagerte, sich überkreuzende Rutilnadeln zurückgeführt wird. In der Folge erscheint im Stein ein sechsstrahliger Stern. Die entsprechenden Korunde werden als Sternrubin oder Sternsaphir bezeichnet. Der Bruch des roten Minerals ist muschelig-spröde, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden. Rubine sind mit einer Mohshärte von 9 sehr harte Mineralien, nur noch Diamanten sind härter als Rubine. Die Dichte der roten Korund-Varietät beträgt 3,97 bis 4,1 g/cm3.


Rubin
Rubin

Entstehung und Verbreitung von Rubin

Rubine sind Mineralien metamorphen Ursprungs und deshalb häufig in Schiefern und Marmoren zu finden. Aufgrund der Härte des Minerals sind Rubine gelegentlich auch in Sedimentgesteinen und weiterhin in Magmatiten zu finden.
Die Vorkommen von Rubinen sind u.a. mit Topas, Spinell, Saphir, Turmalin, Mondstein, Chrysoberyll, Beryll und Granat vergesellschaftet.
Bedeutende Vorkommen des Edelsteins befinden sich z.B. in Grönland; Norwegen; Frankreich; Polen; Schweiz; Malawi; Kenia; Tansania; Madagaskar; Russland; Afghanistan; Pakistan; Indien; Nepal; China; Sri Lanka; Burma; Thailand; Kambodscha; Australien; Neuseeland; Kolumbien und in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Rubin

Rubine sind vor allem begehrte Mineralien in Sammlungen, aber auch in der Lasertechnologie kommen Rubine in Form von Rubinlasern zum Einsatz.
Weit größere Verwendung finden Rubine als Schmucksteine, die in Ringe, Ohrringe, Ketten, Anhänger und Armbänder eingefasst werden. Rubine werden vorrangig in Facettenschliffen (z.B. Brillantschliff, herzförmig, tropfenförmig) gehalten, da mit diesen Schliffen die Farbe und Reinheit des roten Edelsteins betont wird. Sternrubine hingegen werden mit Glattschliffen (z.B. Cabochon) versehen, um den Sterneffekt zu unterstreichen.
Viele große, geschliffene Rubine sind heute im Besitz von Museen, wissenschaftlichen Instituten oder verschiedenen Königshäusern.
Der Edward-Rubin ist der größte, geschliffene Rubin (167 Karat), ausgestellt im British Museum of Natural History in London, gefolgt von Rosser-Reeves-Sternrubin mit einem Gewicht von 138,72 Karat - zu sehen im Smithsonian Institute in Washington/USA. Der bislang größte Rubin mit einem Gewicht von 1734 Karat wurde in Myanmar gefunden.
Daneben werden Rubine als Chakrasteine/Heilsteine gehandelt, mit denen bereits Hildegard von Bingen arbeitete, ohne dass die Heilwirkung von Rubinen in klinischen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Rubin
Wohlfahrtsmarke Rubin

Falsche Rubine

Genau wie bei anderen Mineralien gibt es auch bei Rubinen Synthesen, Imitationen, Fälschungen oder Mineralien, die im Namen den Zusatz Rubin tragen, obwohl es sich um ein anderes Mineral handelt.
Die erste Rubin-Synthese wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Frankreich von Auguste Verneuil, seines Zeichens Chemiker, entwickelt (weiteres unter: Gefälschte Edelsteine und Mineralien).
Ebenfalls gängig sind Rubin-Dubletten. Auf eine Glasunterlage werden Rubinsplitter aufgebracht, die eingefasst in eine Schmuckfassung den Eindruck erwecken, es läge ein großer Rubin vor. Daneben wird Glas rubinrot eingefärbt und als Rubin verkauft.
Besonders verwirrend sind Mineralien, die im Namen das Wort tragen - in Fachkreisen werden irreführende Namen als Handelsnamen bezeichnet. Hinter dem scheinbaren Rubin steht in Wirklichkeit ein anderes Mineral, dessen Wert durch den Begriff erhöht werden soll.

Hinter all diesen Handelsnamen verbergen sich andere rote Mineralien und keine regionalen Varietäten des Minerals.


Nachweis von Rubin

Rubine sehen der Farbe wegen zahlreichen anderen roten Mineralien zum Verwechseln ähnlich, so zum Beispiel roten Diamanten, Almandin, Fluorit, Spinell, Hyazinth, Pyrop, Turmalin und Topas - Mineralien, die allein aufgrund der geringeren Mohshärte von echten Rubinen unterschieden werden können.
Zudem sind echte Rubine in Säuren unlöslich. Der Schmelzpunkt des Minerals liegt bei 2.050 °C.
Außerdem zeichnen sich Rubine durch einen ausgeprägten Pleochroismus aus, der in intensivem Rot bis gelbrot erscheint. Ferner fluoreszieren Rubine dunkelrot.


Sonstiges

Im Jahr 2012 brachte die Deutsche Post eine Wohlfahrtsmarke heraus, die einen geschliffenen Rubin zeigte. Die Rubin-Briefmarkt war Teil der Serie "Edelsteine", die neben dem Rubin noch einen Smaragd und Saphir thematisierte.
Aufgrund der Härte erfüllen Rubine das Kriterium der Edelsteinhärte. Lediglich Steine mit einer Mohshärte ab 7 werden als Edelsteine definiert.
Lange Zeit, bevor die Mineralien Rubin, roter Spinell und die Granat-Varietäten Pyrop und Almandin als eigenständige Mineralien identifiziert wurden, wurden diese roten Steine unter dem Namen Karfunkelstein zusammengefasst.



Siehe auch:
- Farbedelsteine und die Bewertung der Qualität von farbigen Edelsteinen
- Rubellit oder Rubin?
- Rubine aus Mosambik
- Pigeon Blood Ruby - Taubenblutroter Rubin


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*

Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - ruby
- News-Eintrag www.steine-und-minerale.de (2. Januar 2012): Wohlfahrtsmarken Edelsteine

Lesetipp: www.lapisphilatelie.de - eine Sammlung von Briefmarken mit dem Themenschwerpunkt Mineralien und Geologie

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Letzte Aktualisierung: 27. September 2018

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