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Rosa Edelsteine und Mineralien – Rote Edelsteine und Mineralien



Einige Mineralien werden aufgrund des Namens unmittelbar mit einer bestimmten Farbe verbunden: Rubinrot, Granatrot, Zinnoberrot, Kupferrot oder Rosenquarzfarben. Fernab dessen lässt sich die Liste der rosafarbenen und roten Mineralien fortsetzen.





Die Farbe von rosa und roten Mineralien

Die Mineralienfarben Rot und Rosa sind sehr abwechslungsreich. Reinrote Farben und klare Rosatöne sind unter den über 5300 weltweit bekannten Mineralien ebenso vertreten wie Rottöne, die ins Bräunliche, Gelbliche, Orangefarbene, Schwarze, Graue oder Blaue gehen.

Ebenso verhält es sich mit der Farbe rosa. Mineralien, die so hell sind, dass die Steine beinahe farblos wirken oder einen Hauch von blau, grau, gelb oder violett aufweisen, sind genauso vertreten.

So unterschied der Mineraloge Friedrich Mohs (1773 bis 1839) seinerzeit beispielsweise 14 „Varietäten von Roth“, deren Obertöne er genauestens definierte und mit Bezeichnungen versah, die in der heutigen Literatur nicht mehr üblich sind:

Kunzite - Mineral und Kristalle
Kunzit

Der Ursprung der Farbe von Mineralien ist auf zweierlei Begründungen zurückzuführen.
Idiochromatische Mineralien sind aufgrund von Fehlern bzw. Defekten im Gitterbau der Kristalle farbig.
Dahingegen sind allochromatisch gefärbte Mineralien aufgrund des „Einflusses von außen“ farbig: Fremdelemente im Mineral, eingelagerte Mineralien oder radioaktive Strahlung.

Die Elemente Lithium, Mangan, Kobalt, Chrom und Eisen sind als Elemente häufig in rosafarbenen und roten Mineralien vertreten, bspw. Bixbit bzw. Roter Beryll weist Lithium und Mangan auf. Eisenkiesel, rosa Halit und Karneol sind rosa oder rot aufgrund von Eisen. Eisen ist neben Titan und Mangan farbgebendes Element in Rosenquarz. Kobalt findet sich in Erythrin und Kobaltcalcit wieder. Lithium färbt Kunzit rosa-violett, Morganit enthält Mangan und Rubine sind aufgrund von Chrom rot.

Rosafarbene und rote Diamanten sind Beispiele für Mineralien, die idiochromatischen Farbursprungs sind. Im Fall von roten Diamanten sind es Deformationen im Kristallgitter, die Diamanten rot werden lassen. Die Farbe von rosafarbenen und pinken Diamanten ist auf Wachstumslinien, sog. Grain lines, zurückzuführen.


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Künstliche rosa und rote Mineralien

Die Farbe von Mineralien kann aber auch nachträglich verändert werden. Die Gründe sind vielfältig: die Farben der Ursprungskristalle entsprechen nicht dem Farbton wie aus dem Lehrbuch, sind zu hell, ungleichmäßig gefärbt und weisen einen unerwünschten Oberton auf. Daneben können Mineralien gänzlich umgefärbt werden.

Die gängigen Verfahren der Farbkorrektur und -änderung heißen

Im Handel findet man oft Achate in kräftigen Farbtönen: Grün, Blau, Violett und Pink, die fast neonartig leuchten. Solche Farben sind bei naturbelassenen Achaten nicht üblich und deuten auf eine Farbänderung hin. Um Achate pink einzufärben, wird das hochporöse Quarzmineral mit einer Lösung auf Eisenoxid und -hydroxid sowie Eisennitrat geimpft und abschließend erhitzt.

Diamanten in rosa und rot sind eine Seltenheit. 0,01 % aller in den Diamantminen der Welt abgebauten Diamanten sind farbig (gelb, braun, grün, violett, blau, rot, rosa, schwarz, grau, orange). Zudem dominieren die Farben braun und gelb mit einem Anteil von 80 % unter allen Farbdiamanten. Um der Nachfrage nach rosafarbene und roten Diamanten dennoch gerecht werden zu können, werden gelbe Diamanten hohen Druck- und Temperaturbedingungen ausgesetzt, die die natürliche Entstehung von Fancy Diamanten bzw. Diamanten allgemein simulieren. Das als High Pressure High Temperature (HPHT, hoher Druck, hohe Temperaturen) verursacht in den Kristallen Deformationen und Unregelmäßigkeiten, die wiederum in der Änderung der Farbe resultieren.


Ohrring mit Rubing
Rubin-Ohrstecker mit ungeschliffenen Rohsteinen

Rosafarbene und rote Mineralien - Liste

Liste der roten und rosa Edelsteine und Mineralien ist nicht vollständig

Tabelle: Rote und rosa Edelsteine und Mineralien
Farberosa/pinkrot
Mineral


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Quellen:
⇒ Mohs, F. (1822): Grund-Riß der Mineralogie. Erster Theil. Terminologie, Systematik, Nomenklatur, Charakteristik
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag

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Letzte Aktualisierung: 7. Juli 2021




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