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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 15.02.2020


Olivin

Olivin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: olivine | französisch: olivine


Olivin Bild
Olivin in Basalt

Der Name Olivin ist Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817), seines Zeichens Mineraloge aus Deutschland, zu verdanken. Für ihn war im Jahr 1790 die olivgrüne Farbe des Minerals (lat. oliva) ausschlaggebend für die Namensgebung von Olivinen.


Inhaltsverzeichnis


Eigenschaften von Olivin

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Mineral Peridot mit Olivin gleichgesetzt. Richtigerweise handelt es sich bei Olivin um eine Mineralreihe mit verschiedenen Gliedern, die alternativ als Olivin-Gruppe bezeichnet wird.
Die chemische Zusammensetzung von Olivinen variiert und lässt sich vereinfacht zusammenfassen: [(Mg,Fe,Mn,Ni,Ca)SiO4].

sind die jeweiligen Endglieder der Olivinreihe. Dabei sind die Endglieder durch einen bestimmten Eisen- und Mangangehalt gekennzeichnet, der beginnend von Fayalit zu Forsterit immer geringer wird. Des Weiteren existieren Zwischenglieder, zu denen auch Peridot, Monticellit, Kirschsteinit, Laihunit, Liebenbergit, Tephroit sowie Glaukochroit gehören.
Olivine werden der Mineralklasse der Silikate zugeordnet, sind demnach Verbindungen von Elementen der Metalle mit einzelnen oder verknüpften Silciumdioxid-Tetraedern. Mit steigendem Eisengehalt erhöht sich die Dichte von Olivinen von 3,27 bis auf 4,20 g/cm3.
Olivin kristallisiert dem orthorhombischen Kristallsystem folgend und bildet tafelige, oft keilförmige Kristalle. Die Aggregate des grünen Minerals können körnig, massig oder kompakt sein, stets mit ausgeprägtem Glasglanz.
Gegen das Licht gehalten, sind Olivine von durchsichtiger, durchscheinender bis undurchsichtiger Transparenz. Mit einer Mohshärte von 6,5 bis 7 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Geologen Carl Friedrich Christian Mohs zählt der Olivin zu den harten Mineralen. Der Bruch ist muschelig und die Spaltbarkeit vollkommen.


Mineral Olivin
Olivin


Die Farbe von Olivin

Die Farbe von Olivinevariiert von grün, grüngelb, flaschengrün, gelbbraun bis hin zu braun, aber auch weiß. , wobei Nickel als Spurenelement das farbgebende Element für grünen Olivin ist. Bräunlicher Olivin dagegen weist Spuren von Eisen auf.
Bedingt durch die Farbe liegt die Verwechslung der Mineralien der Olivingruppe u.a, mit Chromdiopsid/Diopsid, grünen Diamanten, Chrysoberyll, Demantoid, Dioptas, Epidot, Prasiolith und Tsavorit.
Die Strichfarbe von Olivin - d.h., die Farbe, die beim Streichen eines Minerals über ein unglasiertes Porzellantäfelchen entsteht - hingegen ist weiß, selten auch zartgelb und oxidiert rot.


Entstehung und Verbreitung von Olivin

Olivine sind Mineralien magmantischen Ursprungs. Aufgrund des hohen Schmelzpunktes sind Olivine mit die ersten Minerale, die aus der Gesteinsschmelze auskristallisieren, wobei Forsterit eher kristallisiert als Fayalit.
Oftmals ist Olivin entstehungsbedingt auch in magmatischen Gesteinen wie Gabbro, Diabas, Melaphyr oder Basalt als gesteinsbildendes Mineral enthalten.
Die Vorkommen von Olivin sind häufig mit anderen Mineralen wie Diopsid, Augit, Hornblende, Spinell und Pyrop vergesellschaftet.
Bedeutende Olivin-Vorkommen befinden sich zum Beispiel in Italien; Mosenberg, Daun/Eifel, Finkenberg/Siebengebirge, Hoher Hagen /Deutschland; Steiermark/Österreich, Ural, Transkaukasien, Südsibirien/Russland; Nordfjord/Norwegen auch Kanada; Island; Galapagos-Inseln, Brasilien; Vermont, North Carolina, Arizona, New Mexiko, Hawaii/USA sowie auf den Kanarischen Inseln/Spanien.


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Olivinhaltige Gesteine

Olivin als mineralischer Bestandteil findet sich unter anderem in folgenden Gesteinen wieder: Amphibolit, Anorthosit, Basalt, Basanit, Dunit, Essexit, Foidolith, Gabbro, Harzburgit, Kimberlit, Lamproit, Larvikit, Monzonit, Norit, Peridotit, Porphyr, Pyroxenit, Serpentinit und Troktolith.


Verwendung und Bedeutung von Olivin

Auch wenn Olivin als Schmuckstein am bekanntesten ist, hat sich Olivin als Zuschlagstoff in Baumaterialien bewährt, da das Mineral die Feuerfestigkeit positiv beeinflußt. Ferner ist Olivin, vor allem Fayalit und Forsterit, wesentlicher Bestandteil von Olivinsand, einem Strahlmittel (Sandstrahler).


Olivin-Schmuck

Olivin zählt zu den beliebtesten Steinen, die zu Schmuck (Ketten, Anhänger, Ohrringe, Ringe, Armbänder) verarbeitet werden. Glattschliffe wie Kugeln, Perlen oder in Form des Cabochonschliffs finden bei Olivin ebenso Anwendung wie Facettenschliffe, z.B. Tropfenschliff, Navette/Marquiseschliff, Rundschliff, Ovalschliff, Oktagonschliff, Antiker Kissenschliff, Trillantschliff oder Smaragdschliff. Die Wahl des Schliffes hängt in erster Linie von der Reinheit des Steins ab. Trüber, durchscheinender Olivin wird vorrangig in Glattschliffen gehalten, während lupenreiner Olivin mit facettenreichen Schliffen versehen wird.


Heilstein Olivin

Daneben wird Olivin als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Olivin auf die Gesundheit von Körper und Seele in wissenschaftlichen Untersuchungen bewiesen wurde.


Siehe auch:
Meteoriten
Zirkonia - Ein beliebter Schmuckstein
Verwitterung von Gesteinen und Mineralien


Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München

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Letzte Aktualisierung: 15. Februar 2020

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