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Achat Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Achat - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: agate | französisch: agate
Achat Namensgebend für das Mineral Achat ist der Fluss Achates auf der italienischen Insel Sizilien, wo Achate erstmals gefunden wurde.

Eigenschaften von Achat
Bei Achaten handelt es sich chemisch betrachtet um SiO2, die in der Systematik der Minerale den Oxiden zugeordnet werden. Ferner sind Achate eine Varietät von Quarz.
Die Farben von Achaten variieren zwischen weiß, grau, schwarz, braun über rot und grün, die mitunter auch zusammen in einem Exemplar auftreten können. Typisch dabei ist die bänderartige, konzentrische Anordnung der Farben. Die Strichfarbe ist unabhängig von der Farbe weiß.
Viele der im Handel angebotenen, farbenfrohen Achate kommen allerdings so nicht in der Natur vor. Aufgrund der hohen Porosität des siliciumhaltigen Minerals können Achate künstlich mit Farben, vorzugsweise mit beständigeren anorganischen Farben, geimpft werden. Sogenannte harte Lagen, aus dicht gepackten Quarzkristallen bestehend und im Achat als weißes Band erkennbar, lassen sich nur schwer färben im Gegensatz zu den weichen Lagen.
Künstlich gefärbte rote Achate erhalten ihre Farbe durch Eisenoxide oder –hydroxide und Tränken in Eisennitratlösung mit abschließender Wärmebehandlung. Eisenoxid und Salzsäure färben Achate gelb. Beimengungen von zweiwertigem Eisen, Kaliumferrocyanid und Eisenvitriol färben blau. Zweiwertiges Eisen, Chromsalzlösung und Hitze sorgen für eine grüne Färbung. Manganoxide färben Achate schwarz, ebenso wie Kohlenstoff zusammen mit konzentrierter Zuckerlösung und Schwefelsäure.
Bei einigen Achaten genügt allein das Brennen, um eine andere Farbe zu erhalten.
Achate kristallisieren nach dem trigonalen Kristallsystem, deren Aggregate in dichter Packung, unregelmäßig gelagert und feinkörnig sind (mikrokristalline Kieselsäure/Varietät von Chalcedon).
Achate sind mit einer Härte von 6,5 bis 7 harte Minerale.
Weder entlang der Bänderung noch an anderen Stellen sind Achate spaltbar; der Bruch hingegen ist muschelig. Typisch für Achat ist der Glas- bis Fettglanz bei undurchsichtiger bis durchscheinender Transparenz und einer Dichte von 2,5 bis 2,6 g/cm3.
AchatEntstehung und Verbreitung von Achat
Hinsichtlich der Entstehung existieren mehrere Theorien.
Die Theorie der rhythmischen Kristallisation beschreibt, dass die charakteristische Bänderung auf verschiedene Spurenelemente, enthalten in der siliciumhaltigen Anfangslösung in Hohlräumen von Gasblasen in Gesteinen, sowie eine etappenweise, schichtartige Aushärtung zurückzuführen ist.
Anders lautet die Theorie, dass Achate synchron mit dem umgebenden Muttergestein gebildet werden. Beim Erkalten der Lava kühlen sich in den gasgefüllten Blasen in der Gesteinsschmelze lagenweise auch Tropfen von Kieselsäure ab.
Eine neuere Theorie beschreibt, dass Gesteinshohlräume, durch welche Kieselsäure diffundiert, nach und nach in zahlreichen Reifestadien auskristallisieren.
Begleitende Minerale sind neben Amethyst, Rauchquarz und Calcit auch Siderit und Hämatit.

Die Möglichkeiten, Achate zu finden, sind weltweit gegeben. In Deutschland wurde der Fund von Achaten erstmals 1548 in Idar-Oberstein dokumentiert. Weitere Vorkommen befinden sich zum Beispiel in Schottland; England; Frankreich; Ebersbach, Gnandstein, Rochlitz, Gehlberg, Finsterbergen, Friedrichroda, Hartkoppe, Hunsrück, Katzweiler, Reichweiler, Großer Horst, Waldhambach, Oberwolfach/Deutschland; Waldviertel, Oberwolfach, Graz/Österreich; Tschechien; Slowakei; Bulgarien; Kasachstan; Iran; Kenia; Botswana; Angola; Madagaskar; Australien; Neuseeland; Brasilien; Bolivien; Mexiko; Uruguay; Paraguay; USA und Kanada.

AchatVerwendung von Achat
Achate werden nicht nur als Schmuck und für Ziergegenstände verwendet. Viele Mörser und Stößel sowie Polierstücke und Besteckgriffe sind aus Achat gefertigt.

Nachweis von Achat
Achate sind in Fluorwasserstoffsäure löslich. Die Fluoreszenz ist bei Achaten vorhanden, variiert mit den konzentrischen Bändern – gelb, hellblau. Der Pleochroismus ist nicht vorhanden.


Siehe auch:
Die Achate von Idar-Oberstein
Bodeachate
Korallenachat

Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- http://www.mindat.org - agate

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