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Achat Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Achat - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: agate | französisch: agate


Achat
Blauer Achat (eingefärbt)

Der Name Achat ist auf den Fluss Achates, der sich auf der italienischen Insel Sizilien befindet, zurückzuführen. Hier wurden laut den Aufzeichnungen von Theophrast von Eresos (372/370 bis 288/286 v.Chr.), seines Zeichens Naturforscher aus Griechenland, Achate zum ersten Mal entdeckt und von ihm nach dem gleichnamigen Fluss benannt.


Inhaltsverzeichnis


Eigenschaften von Achat

Chemisch betrachtet bestehen Achate aus Siliciumdioxid (SiO2), die der Systematik der Minerale zufolge den Oxiden zugeordnet werden. Innerhalb der Oxid-Minerale sind Achate eine Varietät von Quarz, zu denen unter anderem auch die Minerale Rosenquarz, Tigerauge, Bergkristall, Amethyst oder Opal zählen.
Achate kristallisieren nach dem trigonalen Kristallsystem, deren Aggregate in dichter Packung, unregelmäßig gelagert und feinkörnig sind (mikrokristalline Kieselsäure/Varietät von Chalcedon). Achate weisen glasartigen bis fettigen Glanz bei undurchsichtiger bis durchscheinender Transparenz auf. Der Bruch von Achaten ist wie bei allen Quarzen muschelig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden - auch nicht entlang der Bänderung bzw. der einzelnen Lagen. Die Mohshärte des Minerals beträgt 6,5 bis 7; die Dichte wird mit 2,5 bis 2,6 g/cm3 angegeben.


Die Farbe von Achaten

Die Farbe von Achat variiert zwischen weiß, grau, schwarz, braun über rot und grün. Mitunter können alle Achatfarben auch zusammen in einem Exemplar auftreten.
Typisch für Achate ist die bänderartige, konzentrische Anordnung der Farben, die aus der Entstehung von Achaten resultiert (siehe weiter unten im Text). Die Strichfarbe von Achaten ist unabhängig von der Farbe weiß.
Viele der im Handel angebotenen, farbenfrohen Achate kommen allerdings so nicht in der Natur vor. Vielmehr sind Achate in kräftigen, leuchtenden Farben wie Pink, Violett/Lila oder Blau das Ergebnis einer nachträglichen Farbbehandlung.
Um Achate künstlich ein- und umzufärben, macht man sich die hohe Porosität des siliciumhaltigen Minerals zunutze. Das Mineral wird regelrecht geimpft, indem Achate in die farbgebenden Lösungen getränkt werden. Das charakteristische Achatmuster bzw. die Struktur bleibt dennoch erhalten, denn Achate bestehen aus harten Lagen mit dicht gepackten Quarzkristallen und weichen Lagen. Die harten Achatlagen sind im Mineral in Form von weißen Bändern oder Lagen erkennbar und lassen sich nur schwer einfärben. Anders verhält es sich mit den weichen Lagen, die mühelos eine andere Farbe annehmen.

Bei einigen Achaten genügt allein das Brennen, um eine andere Farbe zu erhalten.
In der Regel müssen Farbveränderungen oder Farbbehandlungen bspw. zwecks Intensivierung der Farbe beim Kauf angegeben werden, bspw. in Form von gebrannter Amethyst, bestrahlter Diamant. Hinter diesem Hinweis steht der Gedanke der CIBJO (Internationale Vereinigung Schmuck, Silberwaren, Diamanten, Perlen und Steine, französisch: Confédération International de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie des Diamantes, Perles et Pierres), dass ein wichtiges Kriterium der Preisbildung von Edelsteinen die Farbe ist. Naturbelassene Farben sind in der Regel von höherem Wert als ein- und umgefärbte Steine. Allerdings wird bei Achaten eine Ausnahme gemacht, sodass die Farbveränderung nicht angegeben werden muss und Verwirrung stiftet hinsichtlich der Echtheit der Farbe.


Entstehung und Verbreitung von Achat

Hinsichtlich der Entstehung existieren mehrere Theorien.
Die Theorie der rhythmischen Kristallisation beschreibt, dass die charakteristische Bänderung auf verschiedene Spurenelemente, enthalten in der siliciumhaltigen Anfangslösung in Hohlräumen von Gasblasen in Gesteinen, sowie eine etappenweise, schichtartige Aushärtung zurückzuführen ist.
Anders lautet die Theorie, dass Achate synchron mit dem umgebenden Muttergestein gebildet werden. Beim Erkalten der Lava kühlen sich in den gasgefüllten Blasen in der Gesteinsschmelze lagenweise auch Tropfen von Kieselsäure ab.
Eine neuere Theorie beschreibt, dass Gesteinshohlräume, durch welche Kieselsäure diffundiert, nach und nach in zahlreichen Reifestadien auskristallisieren. Die unterschiedliche Färbung der einzelnen Lagen wiederum ist auf die wechselnde Zusammensetzung der Kieselsäure zurückzuführen, d.h. auf die vorhandenen Spurenelemente, die unterschiedliche Farben hervorrufen.
Begleitend zu den Achatvorkommen auf aller Welt werden neben Amethyst, Rauchquarz und Calcit auch Bergkristall, Siderit und Hämatit gefunden.

Die Möglichkeiten, Achate zu finden, sind weltweit gegeben. In Deutschland wurde der Fund von Achaten erstmals 1548 in Idar-Oberstein/Rheinland-Pfalz dokumentiert. Im Laufe der Jahre hat sich Idar-Oberstein einen Namen als Welthauptstadt der Achate gemacht. Nicht nur aufgrund der Funde, sondern auch, weil in Idar-Oberstein Achate in großem Umfang zu Schmuck und Dekorationsartikeln verarbeitet wurden und nicht zuletzt, weil in Idar-Oberstein das Verfahren zur Farbveränderung von Achaten durch Brennen im Jahr 1813 entdeckt wurde.
Weitere Vorkommen befinden sich zum Beispiel in Schottland; England; Frankreich; Ebersbach, Gnandstein, Rochlitz, Gehlberg, Finsterbergen, Friedrichroda, Hartkoppe, Hunsrück, Katzweiler, Reichweiler, Großer Horst, Waldhambach, Oberwolfach/Deutschland; Waldviertel, Oberwolfach, Graz/Österreich; Tschechien; Slowakei; Bulgarien; Kasachstan; Iran; Kenia; Botswana; Angola; Madagaskar; Australien; Neuseeland; Brasilien; Bolivien; Mexiko; Uruguay; Paraguay; USA und Kanada.



Achat
Achat

Verwendung und Bedeutung von Achat

Achate spielen in der Menschheitsgeschichte schon lange eine bedeutende Rolle. Bereits im Altertum und in der Antike wurden aus Achaten Amulette, Glücksbringer, Siegelringe und Gefäße hergestellt. Auch heute noch sind farbenfrohe Achate beliebte Schmucksteine, werden aber genauso zu Mörser, Besteckgriffen, Stifthaltern, Bücherstützen oder in Form von Achatscheiben zu ausgefallenen Untersetzern verarbeitet.
Daneben werden Achate als Chakrasteine und Heilsteine gehandelt, mit denen bereits Hildegard von Bingen arbeitete, ohne dass die Heilwirkung von Achaten in klinischen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Nachweis von Achat

Achate sind in Fluorwasserstoffsäure löslich. Die Fluoreszenz ist bei Achaten vorhanden, variiert mit den konzentrischen Bändern – gelb, hellblau. Der Pleochroismus ist nicht vorhanden.



Handelsnamen von Achaten

Achate gibt es unter vielen Bezeichnungen zu kaufen. Dabei handelt es sich nicht um neu entdeckte Arten, sondern um vom Mineralienmarkt geschaffene Namen, die sich beispielsweise an der Farbe, den Mustern oder der Herkunft von Achaten orientieren, z.B. :


Sonstiges

Vorsicht ist geboten, wenn es Achate unter der Bezeichnung Achates zu kaufen gibt. Hier handelt es sich nicht um eine falsche oder andere Schreibweise von Achat, sondern um Glas, das wie Achate eingefärbt wurde.


Siehe auch:
Die Achate von Idar-Oberstein
Bodeachate
Korallenachat



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*

Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag*
- http://www.mindat.org - agate

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Letzte Aktualisierung: 13. Dezember 2018

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