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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 10.08.2022


Mückenstein

Mückenstein - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

Mückenstein - Ein Fossil?

Der Name Mückenstein ist dem Aussehen des Minerals zu verdanken, das viele kleine scheinbar im Kristall eingeschlossene Mücken aufweist.


Eigenschaften von Mückenstein

Mückensteine sind eine Varietät von Chalcedon, die wiederum zur Gruppe der Quarze zählen. In der Mineralogie werden Quarze in die Mineralklasse der Oxide eingeordnet, da die Mineralien aus Siliciumdioxid (SiO2) bestehen.

Die Grundfarbe von Mückenstein ist milchig weiß, gräulich bis beige durchzogen von grau-schwarzen Einsprenglingen, die an Einschlüsse von Mücken erinnern.
Tatsächlich handelt es sich bei Mückensteinen aber nicht um Fossilien, sondern um im Kristall eingelagertes Manganhydroxid.
Die Strichfarbe von Mückenstein ist weiß.

Mückenstein kristallisiert wie für Chalcedon typisch dem trigonalen Kristallsystem folgend und bildet stalaktitische, trauben- oder nierenförmige Aggregate aus.

Der Glanz von Mückenstein ist glas- bis wachsartig, die Transparenz ist durchscheinend bis undurchsichtig. Der Bruch des Quarz-Minerals ist muschelig bis uneben bei nicht vorhandener Spaltbarkeit.

Mit einer Mohshärte von 6,5 bis 7 auf de 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) gelten Mückensteine als harte Mineralien, deren Dichte zwischen 2,6 bis 2,7 g/cm3 beträgt.



Entstehung und Verbreitung von Mückenstein

Mückenstein geht aus der Kristallisation silikatreicher Lösungen bei Temperaturen von ca. 120 °C hervor. Im Zuge der Bildung der Kristalle wird Manganhydroxid eingelagert, das sich in Form von mückenähnlichen Zeichnungen präsentiert.
Die Vorkommen von Mückenstein stehen in engem Zusammenhang mit den Fundorten von Chalcedonen.


Verwendung und Bedeutung von Mückenstein

Mückenstein ist im Vergleich zu anderen Quarzen wie Amethyst, Opal, Rosenquarz, Bergkristall, Citrin oder Tigerauge selten.
Das Mineral wird vorrangig zu Schmuck verarbeitet, wobei Glattschliffe wie Cabochons, Donuts oder Trommelsteine angewendet werden, um die Optik von Mückensteinen zu betonen.


Nachweis von Mückenstein

Mückensteine sind in Flusssäure löslich.


Mückenstein und Dendritenacht

Mückensteine und Dendritenachate werden oftmals als ein und dasselbe Mineral bezeichnet. Der wesentliche Unterschied beider Steine sind die Zeichnungen. Während Mückensteine filigrane „Mücken“ aufweisen, sind die feinen Ästchen und Bäumchen von Dendritenachaten größer und umfangreicher ausgeprägt.


Auch interessant:


Quellen:
⇒ Bolmann, J. (1943): Mückenstein. IN: Welcher Edel- oder Schmuckstein ist das?
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Rau, W. (!941): Die Edelsteine. Verlagsbuchhandlung J.J. Weber in Leipzig


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