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Spinell Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Spinell - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

Der Name Spinell geht auf die lateinische Vokabel spina zurück, die mit Dorn übersetzt wird. Der Grund für die Namensgebung sind die spitzen, oktahedralen Spinellkristalle, die an scharfe Dornen erinnern.

Eigenschaften
Spinell wird mit der Zusammensetzung MgAl2O4 zur Mineralklasse der Oxide gezählt. Gleichzeitig ist Spinell die Bezeichnung der Spinellgruppe, die Minerale mit ähnlichem Chemismus und Kristallstrukturen zusammenfasst. Zur Spinellgruppe gehören neben dem Mineral Spinell auch Hercynit, Galaxit und Gahnit.
Das Farbvielfalt von Spinell ist groß und reicht von orange, rosa, rot, violett, blau, grün, braun bis schwarz, bedingt durch Beimengungen von Eisen, Chrom, Zink oder Kupfer. Im Handel tragen Spinelle zur Unterscheidung teilweise andere Namen:
Balas-Rubin: hellroter Spinell
Ceylanit bzw. Pleonast: dunkelgrüner bis schwarzer Spinell, eisenhaltig
Chlorospinell: grüner Spinell, kupfer- und eisenhaltig
Gahnospinell: blauer Spinell, zinkhaltig
Picotit: dunkelgrüner bis brauner Spinell, chromhaltig
Rubicell: gelber bis bräunlicher Spinell
Die Strichfarbe ist weiß.
Spinell kristallisiert im kubischen Kristallsystem. Die Kristalle sind sowohl oktaedrisch (wie eine vierseitige Doppelpyramide), würfelig oder dodekaedrisch(ähnlich wie ein Würfel mit zwölf Flächen). Die Aggregate erscheinen körnig, massig oder kompakt.
Spinell ist von durchsichtiger bis undurchsichtiger Transparenz, dabei weist das Mineral Glasglanz auf. Der Bruch ist muschlig bis spröde, die Spaltbarkeit ist unvollkommen. Spinell wird mit einer Mohshärte von 7,5 bis 8 zu den harten Mineralen, fällt in den Bereich der Edelsteinhärte. Das spezifische Gewicht schwankt zwischen 3,5 und 4,1, wobei Zink- und Eisenbeimengungen das Gewicht erhöhen.

Entstehung und Verbreitung
Spinell bildet sich sowohl in metamorphen als auch magmatischen Gesteinen mit basischem Chemismus wie beispielsweise in Gneis, Marmor und Basalt.
Begleitet werden die Vorkommen von Spinell unter anderem von Korund, Sillimanit, Andalusit, Magnetit, Forsterit, Phlogopit und Skapolith.
Der Farbe wegen besteht die Gefahr der Verwechslung mit synthetischem Spinell, Rubin, Amethyst, Tansanit, Topas, Saphir und Granat.
Spinell wird in zahlreichen, weltweit vorkommenden Lagerstätten abgebaut, so zum Beispiel in Südwestgrönland; Rogaland und Ostfold/Norwegen; Südschweden; Finnland; Schottland; Irland; Frankreich; Dächelsberg, Nickenicher Weinberg, Bellerberg, Niveligsberg, Radersberg, Moserberg, Löbau, Greifenstein, Großer Teichelberg, Spessart, Odenwald, Kaiserstuhl und Höwenegg/Deutschland; Tessin/Schweiz; Hohe Tauern, Dunkelsteinerwald, Bad Radkersburg, Kogel/Österreich; Tschechien; Slowakei; Polen; Italien; Ukraine; Türkei; Halbinsel Kola, Ural und Ostsibirien/Russland; Marokko; Lybien; Ägypten; Algerien; Kenia; Tansania; Kongo; Mozambique; Namibia; Südafrika; Madagaskar; Afghanistan; Pakistan; Indien; China; Japan; Thailand; Kambodscha; Myanmar; Papua Neuguinea; Australien; Brasilien; Mexiko; USA und Kanada.

Verwendung
Spinell ist ein begehrter Edelstein, der zu Schmuck verarbeitet ist und auch in Kronjuwelen verschiedener Königshäuser eingefasst wurde wie der Black Prince´s Ruby – ein roter Spinell, der einst für einen Rubin gehalten wurde. Außerdem kommt Spinell als Mineral für feuerfeste Materialien zum Einsatz, begründet durch den hohen Schmelzpunkt von 2135 °C.

Nachweis
Spinell ist Säuren und Laugen gegenüber resistent und schmilzt nicht in der Flamme. Abhängig von der Eigenfarbe fluoreszieren Spinelle unterschiedlich: während grüner Spinell hellrot erscheint, zeigt sich roter intensiv rot und blauer Spinell leuchtet rötlich oder grün.

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
- www.mindat.org

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