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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 16.02.2020


Pyrit

Pyrit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: pyrite | französisch: pyrite


Kleine Pyritwürfel
Pyritwürfel in einer größeren Mineralstufe

Pyrit - Das metallisch-goldene Eisenerz

Der Name Pyrit geht auf die Eigenschaft des Minerals zurück, beim Aneinanderschlagen gegen Feuersteine Feuer entfachen zu können - daher der aus dem altgriechischen stammende Name, der wortwörtlich mit Feuerstein übersetzt wird.


Inhaltsverzeichnis


Eigenschaften von Pyrit

Pyrit ist mit der chemischen Zusammensetzung FeS2 (Schwefelsulfid) ein Vertreter der Mineralklasse der Sulfidmineralien. In der Vergangenheit wurde Pyrit der Zusammensetzung wegen auch Eisenkies oder Schwefelkies genannt, bis sich der Name Pyrit durchsetzte – da die Begriffe Eisen- und Schwefelkies auch für Markasit Verwendung fanden.
Pyrit kristallisiert dem kubischen Kristallsystem folgend und bildet kompakte, körnige Aggregate. Die Kristalle weisen häufig die Form von perfekt ausgebildeten Würfeln auf; möglich sind ebenso acht- oder zwölfflächige Pyritkristalle, die bisweilen auch zu Zwillingen miteinander verwachsen sind.
Der Bruch von Pyrit ist uneben bis muschelig, die Spaltbarkeit ist unvollkommen. Pyrit ist von metallischem Glanz bei undurchsichtiger Transparenz.
Mit einer Mohshärte von 6 bis 6,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Geologen Carl Friedrich Christian Mohs zählt Pyrit zu den harten Mineralien. Die Dichte von Pyrit beträgt 5 bis 5,2 g/cm².


Kleine Pyritwürfel
Pyrit

Die Farbe von Pyrit

Pyrit zeichnet sich durch eine metallisch gelbe, silbrig-grau, messingähnliche bis goldgelbe Farbe aus, sodass die Verwechslung mit Gold, Markasit und Chalkopyrit/Kupferkies nahe liegt.

Ältere, ungeschützt gelagerte Exemplare nehmen im Laufe der Zeit eine rostrote Verwitterungsrinde an, die vorwiegend aus Limonit besteht. Ebenfalls möglich sind regenbogenfarben irisierende Anlauffarben auf der Kristalloberfläche, die auch auf die Verwitterung des Eisenminerals zurückzuführen sind.

Die Strichfarbe von Pyrit – d.h., die Farbe, die beim Streichen über ein unglasiertes Porzellantäfelchen entsteht – ist gräulich-schwarz.


Pyrit und Katzengold

Der Begriff Katzengold ist ein Synonym für Pyrit.
Aufgrund der goldgelben Farbe kann Pyrit mitunter für Gold gehalten werden. Im Mittelalter machten sich windige Geschäftsleute die Ähnlichkeit von Pyrit und Gold zunutze, um das Mineral als Gold zu verkaufen.

Schon bald bürgerte sich die Bezeichnung Katzengold für Pyrit ein; abgeleitet von der Farbe des Minerals und dem Wort Katze bzw. Ketzer - ein Begriff für trügerisch oder lügen.

Mitunter wurde Pyrit auch als Narrengold gehandelt, d.h. jemand wurde zum Narren gehalten, weil man ihm Pyrit als Gold vormachen konnte.


Eisernes Kreuz und Pyrit

Pyritkristalle können zu Zwillingen miteinander verwachsen. Eine vergleichsweise seltene Form der Zwillingsbildung ist das Eiserne Kreuz. In der Aufsicht gleichen die ineinander verwachsenen Kristalle dem militärischen Abzeichen Eisernes Kreuz.

Die ersten Pyrite mit Eisernem Kreuz-Zwillingen wurden im Weserbergland/Deutschland entdeckt. Weitere Vorkommen existieren in Kanada.


Entstehung und Verbreitung von Pyrit

Pyrit ist ein weltweit häufig verbreitetes Mineral, dessen Kristalle auch Bestandteil zahlreicher Gesteine ist - sowohl magmatischen wie auch sedimentären Ursprungs.

Pyrit, der unter magmatischen Bedingungen entstanden ist, kristallisiert bei 550 bis 1.100 °C aus mafischer (besonders eisen- und magnesiumreich) Lava.
Metamorphe Pyrite gehen aus dem Kontakt von mit Schwefel angereicherten, wässrigen Lösungen hervor, die auf erzhaltiges Gestein treffen.
Die Vorkommen von Pyrit werden von einer Reihe weiterer Gesteine und Minerale begleitet, darunter Chalkopyrit, Ajoit, Marmor, Schiefer, Diorit und Diabas. Ebenfalls mit Pyrit können die Elemente Kupfer, Gold, Nickel, Zink, Kobalt, Tellur sowie Arsen vergesellschaftet sein.

Pyrit verwittert leicht und bildet wasserlösliche Eisensulfate, die charakteristischer Ausdruck in Form des sogenannten Eisernen Hutes von Sulfidabbaustätten sind.

Pyrit gehört zu den weltweit sehr häufig und in großen, abbauwürdigen Mengen vorkommenden Mineralien, vor allem in Europa, im südlichen Afrika, im ostasiatischen Raum, in Australien sowie in Süd-, Mittel- und Nordamerika.

Große Pyritkristalle
Große Pyritkristalle in Würfelform

Lapislazuli und andere pyrithaltige Gesteine

Als mineralischer Bestandteil ist Pyrit bspw. in den Gesteinen Amphibolit, Dolomit, Gabbro, Granit, Gneis, Lapislazuli, Marmor, Norit, Porphyr, Quarzit, Sandstein, Tonschiefer, Zuckerdolomit sowie versteinertem Holz vertreten.
Pyrit als deutlich erkennbarer Gemengteil in Lapislazuli gilt als besonderes Qualitätsmerkmal. Das blaue Gestein aus Lasurit, Haüyn und Sodalith als blaue Farbgeber ist umso wertvoller, desto intensiver das Blau ist, das an einem Nachthimmel erinnert, durchsetzt von gold-glänzenden Sternen aus Pyrit.

Verwendung und Bedeutung von Pyrit

In der Antike wurde Pyrit bereits als Zündstoff genutzt. Als die ersten Feuerwaffen aufkamen, wurde Pyrit aufgrund des Funkenschlags als Zusatz von Geschossen verwendet. Heutzutage dient als Erz Pyrit wegen des hohen Gehalts an Eisen zur Gewinnung des Metalls. Weiteren Einsatz findet Pyrit als Quelle für die Herstellung von Schwefelsäure und als Düngemittel. Teilweise sind Pigmente des Minerals in roten und braunen Farben enthalten.

Mitunter wird Pyrit als Heilstein verkauft, wobei die Heilwirkung von Pyrit und anderen Heilsteinen auf die Gesundheit von Körper und Seele in klinischen Studien nicht bewiesen werden konnte.


Pyrit - Unsere Empfehlung*

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Nachweis von Pyrit

Pyrit schmilzt leicht unter der Flamme, die sich blau färbt und den Geruch von Schwefel freisetzt. Zeitgleich verändert sich die Gestalt der Kristalle, indem das würfelförmige Mineral zu einer Kugel zusammenschmilzt, die magnetisch wird. Bei Kontakt mit Wasser oder hoher Luftfeuchtigkeit zersetzt sich Pyrit unter Abgabe von Schwefelsäure.
Fluoreszenz sowie Pleochroismus sind nicht vorhanden.



Weitere Steckbriefe:

siehe auch:

Weiterführende Literatur und verwendete Quellen

  1. Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
  2. Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
  3. Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
  4. Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
  5. Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
  6. Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
  7. www.mindat.org - pyrite

Letzte Aktualisierung: 14. Februar 2020

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