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Pyrit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Pyrit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung


englisch: pyrite | französisch: pyrite



Pyrit
Pyritwürfel

Den Namen Pyrit erhielt das Mineral aufgrund der Eigenschaft, beim Aneinanderschlagen Funken zu bilden, die an Feuerfunken erinnern (altgriech.: pyr = Feuer).



Eigenschaften von Pyrit

Pyrit wird aufgrund der Zusammensetzung FeS2 zu den Sulfiden gezählt.
Die Farbe des Sulfids erscheint in metallisch-gelben, messingfarbenen oder goldgelben Tönen. Ältere, ungeschützt gelagerte Exemplare nehmen im Laufe der Zeit eine rostrote Verwitterungsrinde an, vorwiegend bestehend aus Limonit. Die Strichfarbe von Pyrit ist gräulich-schwarz.
Das Mineral kristallisiert im kubischen System und bildet kompakte, körnige Aggregate, die zuweilen auch radialstrahlig oder faserig sein können. Die Kristalle sind häufig würfelartig, möglich sind ebenso acht- oder zwölfflächige Kristalle. Oft bilden sich Zwillinge.
Der Bruch ist uneben und muschelig, die Spaltbarkeit ist unvollkommen. Der Glanz ist metallisch, die Transparenz ist undurchsichtig. Pyrite zählen mit einer Härte von 6 bis 6,5 zu den härteren Mineralen, das spezifische Gewicht beträgt 5 bis 5,2.


Pyrit
Pyrit

Entstehung und Verbreitung von Pyrit

Pyrit ist ein weltweit häufig verbreitetes Mineral, dessen Kristalle auch Bestandteil zahlreicher Gesteine ist - sowohl magmatischen wie auch sedimentären Ursprungs.
Pyrit, der unter magmatischen Bedingungen entstanden ist, kristallisiert bei 550 bis 1.100 °C aus mafischer (besonders eisen- und magnesiumreich) Lava.
Metamorphe Pyrite gehen aus dem Kontakt von mit Schwefel angereicherten, wässrigen Lösungen hervor, die auf erzhaltiges Gestein treffen.
Die Vorkommen von Pyrit werden von einer Reihe weiterer Gesteine und Minerale begleitet, darunter Chalkopyrit, Marmor, Schiefer, Diorit und Diabas. Ebenfalls mit Pyrit können die Elemente Kupfer, Gold, Nickel, Zink, Kobalt, Tellur sowie Arsen vergesellschaftet sein.
Pyrit verwittert leicht und bildet wasserlösliche Eisensulfate, die charakteristischer Ausdruck in Form des sogenannten Eisernen Hutes von Sulfidabbaustätten sind.
Pyrit gehört zu den Mineralen, die auf der Erde sehr häufig und auch in großen Mengen auftreten, vor allem in Europa, im südlichen Afrika, im ostasiatischen Raum, in Australien sowie in Süd-, Mittel- und Nordamerika.


Pyrit
Pyritkristall

Verwendung und Bedeutung von Pyrit

In der Antike wurde Pyrit bereits als Zündstoff genutzt. Als die ersten Feuerwaffen aufkamen, wurde Pyrit aufgrund des Funkenschlags als Zusatz von Geschossen verwendet. Heutzutage dient Pyrit wegen des hohen Gehalts an Eisen zur Gewinnung des Metalls. Weiteren Einsatz findet Pyrit als Quelle für die Herstellung von Schwefelsäure und als Düngemittel. Teilweise sind Pigmente des Minerals in roten und braunen Farben enthalten.



Nachweis von Pyrit

Pyrit schmilzt leicht unter der Flamme, die sich blau färbt und den Geruch von Schwefel freisetzt. Bei Kontakt mit Wasser oder hoher Luftfeuchtigkeit zersetzt sich Pyrit unter Abgabe von Schwefelsäure.
Fluoreszenz sowie Pleochroismus sind nicht vorhanden.



Pyrit und Katzengold

Der Begriff Katzengold ist ein Synonym für Pyrit.
Aufgrund der goldgelben Farbe kann Pyrit mitunter für Gold gehalten werden.
Im Mittelalter machten sich windige Geschäftsleute die Ähnlichkeit von Pyrit und Gold zunutze, um das Mineral als Gold zu verkaufen.
Schon bald bürgerte sich die Bezeichnung Katzengold für Pyrit ein; abgeleitet von der Farbe des Minerals und dem Wort Katze bzw. Ketzer - ein Begriff für trügerisch oder lügen.
Mitunter wurde Pyrit auch als Narrengold gehandelt, d.h. jemand wurde zum Narren gehalten, weil man ihm Pyrit als Gold vormachen konnte.


Sonstiges

Aufgrund der Farbe und/oder der Aggregate kann Pyrit mit Gold, Markasit und Kupferkies verwechselt werden.

Siehe auch:
Pyritsonne
Arsenopyrit
Chalkopyrit




Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.mindat.org - pyrite

Letzte Aktualisierung: 20. September 2017



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