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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 14.04.2020


Rubellit

Rubellit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: rubellite


Roter Schörl, Russischer Rubin und Rubellit

Eine der frühesten Beschreibungen des Minerals Rubellit stammt aus dem Jahr 1792 und geht auf den irischen Chemiker Richard Kirwan (1733 bis 1812) zurück. In seinen Ausführungen „Rubellit, Roter Schörl aus Sibirien“ beschreibt Kirwan das in Sarapulsk bei Murzinka im sibirischen Ural entdeckte Mineral. Aufgrund der rubinroten Farbe und Herkunft bezeichnete er Rubellit auch als rubinroter Schörl oder Sibirit, wobei der ebenfalls auf Kirwan zurückgehende Name Rubellit aus dem Lateinischen mit rötlicher Stein übersetzt wird.

1810 folgt Martin Heinrich Klaproth (1743 bis 1817, Chemiker aus Deutschland) mit seiner Veröffentlichung „Untersuchung des Rubellits aus Mähren“, der „am Berge Hradisko, bei Roschna“ in der heutigen Slowakei, ca. 350 km östlich von der Hauptstadt Bratislava entfernt, gefunden wurde.


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Eigenschaften von Rubellit

Rubellit ist mit der chemischen Zusammensetzung Na(Li,Al)3Al6(BO3)3Si6O18(OH)4 ein Vertreter der Mineralklasse der Silikate und wird im Speziellen als Mineral der Turmalin-Gruppe definiert (Synonym daher auch: rosa Turmalin); im Konkreten ist Rubellit die lithiumreiche Varietät von Elbait.
In der älteren mineralogischen Literatur, wie beispielsweise bei Karsten (1803) und Kirwan (1792) wird Rubellit noch als Varietät von Schörl, der schwarzen Varietät von Turmalin, betrachtet, was inzwischen widerlegt wurde.

Rubellit kristallisiert dem trigonalen Kristallsystem folgend und bildet prismatische, nadelige Kristalle mit auffälligen Riefen, d.h. Längsstreifen, auf der Oberfläche. Die Aggregate von Rubellit sind stengelig oder derb.

Rubellit zeichnet sich durch einen glasartigen bis fettigen Glanz bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz aus. Der Bruch des Turmalinminerals ist muschelig, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen.

Mit einer Mohshärte von 7 bis 7,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) erreicht Rubellit das Maß der Edelsteinhärte. Lediglich Mineralien mit einer Mohshärte über 7 werden als Edelsteine definiert. Die Dichte von Rubellit beträgt 3 bis 3,2 g/cm³ – allerdings weist intensiv roter Rubellit eine höhere dichte auf hellrosafarbene Exemplare.


Die Farbe von Rubellit

Wie der Name Rubellit bereits verrät, ist die Farbe von Rubellit rötlich, wobei das Rot von blassem Rosa bis hin zu Himbeerrot oder purpurrot variieren kann. Kirwan bezeichnete die Rubellit-Farbe seinerzeit als „Carmoisin-, blut- oder pfirsichroth“.

Der Farbton von Rubellit findet sich auch bei anderen rötlichen Mineralien wieder, allen voran Rubin, pinker Saphir, Rhodolith/Granat, Rhodochrosit und Lepidolith, wie einst von Klaproth aufgeführt, können mit Rubellit verwechselt werden. Die Verwechslung bzw. Ähnlichkeit des Glimmerminerals Lepidolith und Rubellit führte Klaproth vor allem auf den Fundort zurück, insofern die von ihm erwähnten Rubellit-Kristalle mit Lepidolith vergesellschaftet waren.

Zur Verbesserung der Farbe wird Rubellit bisweilen einer Farbkorrektur unterzogen. Kristalle, deren Farbe nicht dem himbeer- bzw. rubinroten Ideal entspricht, die zu hell sind oder eine ungleichmäßige Farbverteilung aufweisen, können mittels Bestrahlung ausgebessert oder in der Farbintensität optimiert werden.

Die Strichfarbe von Rubellit – die Farbe, die entsteht, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird – ist weiß.


Entstehung und Verbreitung von Rubellit

Rubellit ist vorwiegend magmatischen Ursprungs und kristallisiert bei Temperaturen von etwa 600 bis 1.100 °C aus lithium- und eisenhaltigen Silikatschmelzen aus.
Rubellit kann aber im Zuge der Kontaktmetamorphose gebildet werden, indem aufsteigende, granitoide Gesteinsschmelzen Kalksteine umwandeln (nähere Informationen: Entstehung von Mineralen).

Dabei sind die Vorkommen von Rubellit unter anderem mit Quarz, Topas, Beryll, Feldspäten, Apatit, Indigolith und Glimmermineralen, insbesondere Lepidolith vergesellschaftet.

Bedeutende Rubellit-Vorkommen befinden sich bspw. in Schweden; Finnland; England; Frankreich; Chemnitz und Erzgebirge/Deutschland; Waldviertel/Österreich; Tschechien; Spanien; Italien; Russland; Nigeria; Mozambique; Madagaskar; Tadschikistan; Afghanistan; Pakistan; Indien; Japan; Brasilien; Kanada und in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Rubellit

Rubellit wird vorrangig als Schmuckstein verwendet und wird mitunter unter dem irreführenden Namen Roter Turmalin verkauft.
Daneben ist der Stein als Heilstein von Interesse, ohne dass die Heilwirkung von Rubellit in klinischen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Nachweis von Rubellit

Rubellit ist nicht in Säuren löslich.


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Quellen:
⇒ Kirwan, R. (1792): Rubellit, rother Schörl von Siberien. In: Anfangsgründe der Mineralogie. Zweyte Ausgabe. Erster Band. Erden und Steine
⇒ Karsten, D. L. G. (1803): Siberit. In: Lehrbuch der Mineralogie nach des Herrn O.B.R. Karsten. 2. Teil, 3. Band
⇒ Klaproth, M. H. (1810): Chemische Untersuchung des Rubellits aus Mähren. In: Beiträge zur chemischen Kenntniss der Mineralkörper, Band 5
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.mindat.org - rubellite

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