Achroit
Achroit = Farbloser Stein
Der Name Achroit bezieht sich unmittelbar auf die Farbe des Minerals. Achroit wird aus dem Griechischen wortwörtlich mit „ohne Farbe“ übersetzt.
Erstmals erwähnt wurde Achroit im Jahr 1828 von dem deutschen Mineralogen und Geologen Friedrich Hausmann (1782 bis 1859) unter der Bezeichnung „Achroit (farbloser Turmalin von Elba)“.
Bereits im selben Jahr berichtete auch Hermann von Meyer (1801–1869) in seiner Abhandlung „Über die Turmaline von der Insel Elba“ über die Farbvielfalt der dort vorkommenden Turmaline und erwähnt den farblosen Vertreter in seiner Beschreibung.

Achroit
Eigenschaften von Achroit
Das Mineral Achroit ist eine Varietät von Elbait, der wiederum ein Vertreter der Turmalingruppe ist.
Chemisch betrachtet handelt es sich bei Achroit um ein kristallwasserhaltiges Silikatmineral, dessen Zusammensetzung über die Formel Na(Li,Al)3Al6(BO3)3Si6O18(OH)4 definiert wird.
Achroit kristallisiert dem trigonalen Kristallsystem folgend und bildet langsäulige Kristalle, die oftmals länglich verlaufende Riefen aufweisen.
Die Farbe von Achroit ist farblos , oder mit den Worten des Mineralogen Karl Emil Kluge (1830 bis 1864): "vollkommen wasserhell", bei weißer Strichfarbe, sodass die Verwechslung mit Bergkristall, weißem Saphir, Weißtopas oder Phenakit möglich ist.
Der Glanz des Turmalinminerals ist glasartig, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Achroit ist von muschelig-sprödem Bruch, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden.
Die Mohshärte von Achroit beträgt 7 bis 7,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839). Die Dichte wird mit 3,02 bis 3,26 g/cm³ angegeben.
Entstehung und Verbreitung von Achroit
Die Entstehung von Achroit findet sowohl unter metamorphen wie auch magmatischen Bedingungen statt (siehe: Die Entstehung von Mineralien). Die Vorkommen von Achroit sind deshalb an Gesteine entsprechenden Ursprungs gebunden.
Achroit zählt zu den seltenen Mineralien. Nennenswerte Vorkommen von Achroit befinden sich beispielsweise in England, Tschechien, Österreich, Spanien, Madagaskar, Namibia, Afghanistan, Nepal, Sri Lanka, Golconda/Brasilien sowie in den USA.
Verwendung und Bedeutung von Achroit
Aufgrund der Seltenheit von Achroit ist das Mineral weniger von wirtschaftlichem Interesse. Vielmehr ist Achroit für Mineraliensammlungen von Bedeutung. Kristalle von hoher Reinheit werden geschliffen und zu Schmuck verarbeitet.
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Quellen:
- Meyer, H. v. (1828): Ueber die Turmaline von der Insel Elba. IN: Archiv für die gesammte Naturlehre. Band 14
- Hausmann, F. (1828): Turmalin. IN: Handbuch der Mineralogie. Band 2
- Hermann, R. (1845): Untersuchungen russischer Mineralien. Turmaline: Schörl, Achroit und Rubellit. IN: Journal für praktische Chemie, Band 35, Viertes Heft
- Kurr, J. G. (1844): Turmalin. IN: Grundzüge der ökonomisch-technischen Mineralogie: Ein Lehr-und Handbuch für Oekonomen und Gewerbsmänner, sowie für polytechnische-, real-, gewerbs-, land- und forstwirthschaftliche Lehranstalten
- Kluge, K. E. (1860): Farbloser Turmalin (Achroit). IN: Handbuch der Edelsteinkunde für Mineralogen, Steinschneider und Juweliere
- Doelter y Cisterich, C. (1893): Farblose Steine. IN: Edelsteinkunde. Bestimmung und Unterscheidung der Edelsteine und Schmucksteine. Die künstliche Darstellung der Edelsteine
- Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
- Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
- Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine: alle Arten und Varietäten; 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.mindat.org - Achroite

