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Die teuersten Edelsteine und Mineralien der Welt



Wenn die Rede von hochpreisigen Edelsteine ist, fällt fast immer das Wort Diamant. Doch längst führen Diamanten nicht mehr die Liste der teuersten Edelsteine der Welt an. Vielmehr sind es einige, wenige Mineralien, die weniger bekannt sind und die auf den obersten Plätzen der exklusivsten Mineralien der Welt stehen.



Inhaltsverzeichnis: Die teuersten Edelsteine der Welt

teure Edelsteine
Für den Wert eines Edelsteins entscheidend: der perfekte Schliff, die Farbe des Edelsteins, das Gewicht und die Reinheit


Seltene Edelsteine = teure Edelsteine?

Weltweit sind aktuell über 5.000 Mineralien bekannt, von denen jedoch nur ein Bruchteil im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht und einem Dasein als "reiner Luxusartikel" (Bauer, 1896) fröhnt.

Klassische Edelsteine wie Smaragd, Diamant, Aquamarin, Rubin und Saphir sowie Schmuck- bzw. Halbedelsteine wie Rosenquarz, Amethyst, Opal, Bergkristall oder Achat sind vielen ein Begriff.

Dahingegen zählen Tsaregorodtsevit , Lomonosovit, Tyuyamunit, Yakhontovit, Charoit, Creaseyit, Roselith, Mansfieldit, Tranquilityit, Wakabayashilit und viele andere Mineralien mit teilweise unaussprechlichen Namen zu den Mineralien, die in den Auslagen von Mineralienfachgeschäften oder auf Mineralienbörsen nicht alltäglich sind.

Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings nicht: je seltener ein Mineral respektive ein Edelstein ist, deto höher ist der Preis.
Der Wert eines Minerals hängt von vielen Faktoren ab - sowohl von den Eigenschaften des Edelsteins per se als auch externen Faktoren. Ist der seltene Edelstein eine "mineralische Berühmtheit"? Wie hoch ist die Nachfrage und Gewinnung eines bestimmten Edelsteins? In Zeiten von globalen Wirtschaftskrisen, in denen die Kaufkraft sinkt, stagniert oder fällt der Preis von vielen Edelsteinen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass der Wert von Edelsteinen schon immer Schwankungen unterworfen war; sei es, weil neue Edelsteinvorkommen entdeckt wurden, dank denen der Preis von Edelstein xyz plötzlich fiel. Der Krieg zu Beginn der 2000er Jahre in Afghanistan sorgt dafür, dass Lapislazuli einen plötzlichen Höhenflug erfuhr, da das blaue Gestein nicht wie gewohnt in den nun besetzten Gebieten abgebaut werden konnte.

In den letzten Jahren hat sich zudem in der Edelsteinbranche die Konkurrenz aus dem Labor einen Namen gemacht. Kristalle, die genau wie das Vorbild von Mutter Natur baugleich mit dem natürlichen Pendant sind und mit denselben Eigenschaften aufwarten, stattdessen einen kleineren CO2-Fußabdruck aufweisen und ohne ethische Bedenken in den Abbauländern gewonnen werden können, schneller und kostengünstiger hergestellt werden können, erobern derzeit die Welt des Schmucks.

Diese Entwicklung geht auf mit sinkenden Preisen in der Edelsteinbranche einher. Vor allem synthetische Diamanten machen echten Diamanten das Geschäft schwer.


Monetärer Wert versus wissenschaftlicher Wert

Für Mineraliensammlerinnen und -sammler spielt die Wertsteigerung von Mineralien, Profit und Rendite im Geschäft mit dem Handel von Schmuck- und Edelsteinen ohnehin eine untergeordnete Rolle. Die Faszination der Kristalle ist das Nonplusultra. Genau wie die Wissenschaft andere Ziele mit dem Sammeln von Mineralien verfolgt.


"Einzelne Eigenschaften eines Steines können seinen Wert sehr wesentlich erhöhen oder vermindern, und so handelt es sich darum, alle Punkte, die auf den Preis von Einfluss sein können, in gebührendem und in ihrer Bedeutung entsprechendem Maasse bei der Schätzung in Betracht zu ziehen."
Max Bauer; Mineraloge, im Jahr 1896


Der Wert von Edelsteinen

Die Frage, wie teuer ein Edelstein ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Der Preis von Mineralien und Edelsteinen ergibt sich aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren; namentlich: Farbe, Reinheit, Gewicht, ggf. Schliff - analog zu den 4C von Diamanten; Colour, Clarity, Carat & Cut - und Seltenheit.


"Von der Schönheit un Gleichheit der Farbe, vom ausgezeichneten Farbenspiele, von der Stärke des Glanzes (Feuer), von der Art und Vollkommenheit des Schnittes, von der Härte und Dauerhaftigkeit der Plitur, von der Seltenheit des Vorkommens, endlich von ihrer Größe" bestimmt sich der Wert der Edelsteine.
Franz Hauke, 1865


Die Farbe von Edelsteinen als Kriterium

Während bei farblosen Edelsteinen die Reinheit ausschlaggebend ist, spielt bei Farbedelsteinen die Sättigung bzw. Intensität der Farbe, die Gleichmäßigkeit der Farbverteilung sowie die Frage, ob die Farbe naturbelassen ist oder eine nachträgliche Farbkorrektur stattgefunden hat, eine bedeutende Rolle.

Mineralien, deren Farbe der aus dem Lehrbuch entspricht, gelten als höherwertiger als farbschwache Exemplare. Daneben wird bei der Begutachtung von farbigen Edelsteinen geprüft, wie gleichmäßig die Farbe verteilt ist oder ob hellere und dunklere Flecke zu erkennen sind.
Dementsprechende Makel können durch verschiedene Methoden der Farbverbesserung wie dem sogenannten Brennen ausgebessert werden. Das Mineral wird vorsichtig und fachkundig erhitzt. Als Folge wird die Farbe intensiver und ungleichmäßige verteilte Farben werden einheitlicher. Dass ein Mineral behandelt wurde, wird anhand von Hinweisen wie „Amethyst gebrannt“ oder „behandelter Tansanit“ deutlich.

Mineralien, deren Farbe korrigert oder verändert wurde, werden zu einem niedrigeren Preis eingestuft als unbehandelte Steine.


Kristallklare Edelsteine

Die Reinheit von Mineralien ist vor allem bei Steinen mit durchsichtiger Transparenz von wesentlicher Bedeutung. Einschlüsse von anderen Mineralien, Gasen, Flüssigkeiten oder Wachstumslinien wirken sich störend auf den Glanz und Spiel mit Licht im Kristall aus. Solche Fehler können ebenfalls mit dem Brennen ausgebessert werden, sodass eine lupenreine Qualität vorliegt.


Der Schliff als brillantes Merkmal

Der Anteil des Schliffs beträgt 40 bis 60 % vom Preis eines Minerals.
Unterschieden werden Glattschliffe und Facettenschliffe. Glattschliffe (z.B. Cabochon) finden vor allem bei undurchsichtigen und durchscheinenden Mineralien Anwendung, deren Farbe oder Muster und Strukturen im Vordergrund stehen. Facettenschliff (z.B. Brillantschliff, Smaragdschliff) sind insbesondere bei durchsichtigen Mineralien gängig, deren Farbenspiel durch das eintreffende Licht an den Facetten unterstützt wird.


Hochkarätig und hochpreisig

Das Gewicht von Edelsteinen – angegeben in Karat (1 Karat = 0,2 g) ist ebenfalls ein wichtiger Faktor hinsichtlich der Preisbildung.
Allerdings kann nicht davon ausgegangen werden, dass nur das Gewicht den Preis bestimmt – getreu dem Motto: je schwerer ein Stein, desto mehr kostet das Mineral.
So wird ein naturbelassener, unbehandelter Tansanit mit einem 1 Karat auf dem Edelsteinmarkt zu höheren Preisen gehandelt als ein 3-Karäter, der gebrannt wurde.
Zudem sind die Kristalle vieler Mineralien oftmals von geringer Größe. Benitoit-Kristalle mit einem Gewicht von mehr als 2 Karat gelten als eine absolute Seltenheit.


Rara sunt cara

Nicht zuletzt stellt die Seltenheit eine wichtige Größe dar, die in den Preis von Mineralien mit einfließt.
Mineralien, die weltweit häufig vorkommen und bei denen keine absehbare Verknappung zu erwarten ist, wie bspw. Quarz und Feldspat, werden anders eingestuft als Mineralien, von denen nur wenige Abbaugebiete bekannt sind und deren Ressourcen erschöpft sind. Beispielsweise ist von der blauen Zoisit-Varitetät Tansanit und dem türkisblauen Larimar jeweils nur ein Fundort bekannt, was die Rarität erhöht.

Hinzu kommt, dass die Farbqualität einiger Edelsteine mit bestimmter geographischer Herkunft höher gewertet. Die Farbe sind intensiver und benötigen keine nachträgliche Schönheitsbehandlung, so beispielsweise Sibrischer Amethyst, Kolumbianischer Smaragd oder Rubin aus Mosambik.


Die teuersten Mineralien der Welt

Die Liste der teuersten Mineralien ist dezeit überschaubar. Es handelt sich vor allem um Edelsteine, die sich in den vergangenen Jahren zu begehrten und beliebten Schmucksteinen etabliert haben. Eine Reihenfolge oder Rangfolge ist schwer auszumachen.

Die Preise unterliegen marktüblichen Schwankungen, die wiederum auch vom politischen Weltgeschehen und der Wirtschaftslage abhängig sind.

Längst sind es nicht mehr ausschließlich Diamanten, die auf den obersten Rängen der teuersten Edelsteine stehen. Farbedelsteine und farbige Diamanten sind auf dem Vormarsch und machen den Klassikern unter den Edelsteinen Konkurrenz. Anders als bei Immobilien ist in Zukunft aufgrund der Seltenheit vieler teurer Mineralien eine Verknappung, einhergehend mit einer Wertsteigerung zu erwarten.

Neben farbigen bzw. Fancy Diamanten – besonders hervorzuheben sind rote Diamanten, zählen derzeit folgende Mineralien zu den hochpreisigsten Mineralien der Welt.

Anders sah es noch vor mehr als 150 Jahren aus. Laut dem Mineralogen Carl Emil Kluge (1830 bis 1864) gab es seinerzeit eine Rangliste nach dem Wert der einzelnen Edelsteinen: "Diamant, Rubin, Saphir, edler Opal, orientalischer Topas, Smaragd, Spinell, Hyacinth, Chrysoberyll, Türkis, Almandin, Beryll, Pyrop, Zirkon, brasilianischer Topas, Amethyst, Chrysolith, Turmalin, Pistazit, Cordierit, Veusivian, Chrysopras".
Mittlerweile ist diese Liste veraltet, da in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche neue Mineralien entdeckt wurden, die sich einen Namen als prestigeträchtiges Mineral gemacht haben.

Tab 1: .Der Preis der teuersten Edelsteine der Welt, abhängig von Qualität der 4C
EdelsteinPreis pro Karat in Euro
Taaffeit700 bis 30.000
Poudretteit600 bis 2.500
Musgravit5.200 bis 7.000
Saphir (vor allem Padparadscha-Saphir und Kashmir-Saphir)6.000 bis 242.000
Smaragd6.000 bis 100.000
Alexandrit11.000 bis 14.000
Taubenblutroter Rubin/Pigeon Blood Ruby12.000 bis 14.000
Grandidierit18.000 bis 20.000
Jeremejewit1.800 bis 25.000
Schwarzer Opal2.000 bis 4.000
Benitoit3.500 bis 5.000
Roter Beryll/Bixbit6.000 bis 10.000
Serendibit15.000 bis 70.000
Blautopas
  • natürlich: bis 1000
  • behandelt: 20 bis 100
Tansanit800 bis 1200
Painit 50.000 bis 60.000

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Edelsteine kaufen - Worauf ist zu achten?

Der Kauf von Edelsteinen ist auch immer eine Vertrauenssache. Oftmals wechseln mehrere Tausend Euro den Besitzer - für einen kleinen Stein.
Deshalb ist es wichtig, sich an vertrauenswürdige Händlerinnen und Händler zu wenden und nicht nur den Kaufpreis als Argument gelten zu lassen.

Achten Sie auch, dass Sie beim Kauf von Edelsteinen immer ein ⇒ Echtheitszertifikat erhalten. Dieses bestätigt nicht nur die Echtheit des jeweiligen Edelsteins, auch maßgebliche Angaben zum Gewicht, dem Schliff, der Reinheit und möglichen Schönheitsbehandlungen sind vermerkt - alles beglaubigt von einem unabhängigen Gemmologischen Institut.


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Quellen:
⇒ Blum, J. R. (1834): Handel und Wert der Edelsteine. Der Preis der Edelsteine. IN: Taschenbuch der Edelsteinkunde für Mineralogen, Techniker, Künstler und Liebhaber der Edelsteine
⇒ Kluge, C. E. (1860): Handbuch der Edelsteinkunde für Mineralogen, Steinschneider und Juweliere
⇒ Bauer, M. (1896):
Wert und Preis der Edelsteine. IN: Edelsteinkunde. Eine allgemein verständliche Darstellung der Eigenschaften, des Vorkommens und der Verwendung der Edelsteine, nebst einer Anleitung zur Bestimmung derselben für Mineralogen, Steinschleifer, Juweliere, etc · Band 1
⇒ Gübelin, E. (1952): Edelsteine
www.gemsociety.org/IGS - Gem Price Guide
www.gia.edu - Pricing Guides for Gemstones

Letzte Aktualisierung: 22. Februar 2024




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